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Ministerium für Bildung

Lehrkräfte gewinnen – Digitalisierung forcieren

In Sachsen-Anhalts Schulkollegien vollzieht sich ein Generationswechsel. Diesen innovativ zu gestalten und die Schulen konsequent auf die Erfordernisse einer digitalen Gesellschaft vorzubereiten, sind tragende Säulen erfolgreicher und nachhaltiger schulischer Bildung.

"Die vergangenen Jahre wurden genutzt, um die Schulen in Sachsen-Anhalt zukunftsfit zu machen. Schulverbund, Schulverwaltungsassistenten, Praxislerntage und die Digitalisierung - es hat sich viel getan an den Schulen in unserem Land."

Marco Tullner
Bildungsminister

Gewinnung pädagogischer Fachkräfte

Mit höchster Priorität und Intensität wurde die Gewinnung pädagogischer Fachkräfte für Sachsen-Anhalts Schulen vorangetrieben. Diese größte Herausforderung des Bildungssektors innerhalb der vergangenen zwei Jahrzehnte folgt dem herausgehobenen Ziel, eine auskömmliche und verlässliche Unterrichtsversorgung an allen Schulstandorten zu gewährleisten. Die Gesamtanstrengungen der Lehrkräftegewinnung wurden durch die Kampagne "Weltenretter – Rette jeden Tag ein Stück der Welt" flankiert.

Ausschreibungsgrößen und -rhythmen für Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erreichten eine neue Dimension. Lehrkräfte im Seiteneinstieg kompensieren seit dem Schuljahr 2016/2017 den Lehrkräftebedarf. Konzeptionelle Untersetzung findet die systematische Begleitung Seiteneinsteigender durch umfassende Qualifizierungs- und Fortbildungsmaßnahmen bis hin – so die individuellen Voraussetzungen es zulassen – zum Erwerb des Lehramtes. Konsequente Flexibilisierungen des Verfahrens ließen Erfolge sichtbar werden, auch, wenn die Lehrkräftegewinnung das Land Sachsen-Anhalt noch einige Zeit erheblich beanspruchen wird.

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"Zentrales Thema bleibt die Einstellung von Lehrkräften. Die Situation ist und bleibt angespannt. In den vergangenen Jahren wurden die Einstellungsverfahren bis an die Grenzen des Möglichen flexibilisiert. Wir werden den Weg konsequent weitergehen."

Überarbeitung der Oberstufenverordnung

Bei aller dringenden Notwendigkeit, Personalbedarfe zu decken, gebührte der kontinuierlichen Entfaltung der Schulqualität besondere Aufmerksamkeit. Mit der Überarbeitung der Oberstufenverordnung wurde bundesweiten Entwicklungen entsprochen, aber auch bewährte sachsen-anhaltische Traditionen wurden berücksichtigt. Die veränderten Regelungen ergeben eine Kombination aus starkem Kernbereich der Allgemeinbildung mit fünf- und dreistündigen Fächern sowie einem ergänzenden zweistündigen Wahlpflichtbereich.

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Novellierung des Schulgesetzes

Die Novellierung des Schulgesetzes ermöglicht die Einführung von Grundschulverbünden zur Sicherung von Schulstandorten, öffnet den Vorbereitungsdienst zur Qualifizierung neuer Lehrkräfte und etabliert die Berufsorientierung - neben dem Schwerpunkt der Studienorientierung - als integralen Bestandteil der Ausbildung am Gymnasium. Weiterhin ebnet das geänderte Schulgesetz den Weg für die Einführung eines IT-gestützten Bildungsmanagementsystems (BMS-LSA), das den Aufwand bei Datenerhebungen und -auswertungen deutlich reduzieren und damit Ergebnisse sowie Erkenntnisse beschleunigen wird.

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Schulverwaltungsassistenten

Das Modellvorhaben "Schulverwaltungsassistenten" leistet personelle Unterstützung für Schulen in Sachsen-Anhalt. Hintergrund sind einerseits die zunehmende Belastung von Schulleitungen und Lehrkräften mit unterrichtsfremden schulinternen Aufgaben und andererseits die entstehenden Bedarfe im pädagogischen Kernbereich. Das Modellprojekt ordnet sich in eine Vielzahl von Maßnahmen zur Entlastung der Schulleitungen und Lehrkräfte ein.

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Schulsozialarbeit

Schulsozialarbeit hat sich als wirksamer Beitrag gegen Schulversagen und damit für eine Sicherung des Schulerfolgs erwiesen. Die Landesregierung hat in der laufenden EU-Förderperiode 2014 - 2020 für das Programm "Schulerfolg sichern" ESF- und Landesmittel in Höhe von rund 140 Millionen Euro eingesetzt und damit circa 380 Stellen in bedarfsorientierten Projekten der Schulsozialarbeit als Herzstück des Programms finanziert. Eine weitere Finanzierung der Schulsozialarbeit soll auch nach Auslaufen der EU-Förderperiode 2014 - 2020 (2023) sichergestellt werden. Gemäß Landtagsbeschluss vom 19.12.2018 hat die Landesregierung Leitlinien zur Fortführung der Schulsozialarbeit und eine Konzeption zur Verstetigung der Schulsozialarbeit in Sachsen-Anhalt ab dem Schuljahr 2020/2021 erarbeitet.

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Praxislerntage

Das Projekt "Duales Lernen in Form von Praxislerntagen" wurde mit Beginn des Schuljahres 2019/2020 auf den Weg gebracht. Die Teilnahme ist für Sekundar-, Gesamt-, Gemeinschafts- und Förderschulen fakultativ. Dieses Modell lässt Unterricht für die 8. und 9. Schuljahrgänge in veränderter Form als Praxislerntage stattfinden. Ziel des Projektes ist es, die Schülerinnen und Schüler durch das Verknüpfen von schulischem Lernen mit dem praktischen Lernen am Praxislernort intensiv auf den Übergang von der Schule in die Berufsausbildung vorzubereiten. Die Kooperation mit der Wirtschaft und den berufsbildenden Schulen im Bereich des fachpraktischen Unterrichts garantiert die Berücksichtigung der Erwartungen an die Absolventinnen und Absolventen der Sekundarstufe I sowie eine Verbesserung der Ausbildungsreife.

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Bildung in der digitalen Welt

Das Landeskonzept zur Umsetzung der KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ stellt dar, wie Medienbildung als ein bildungspolitischer Schwerpunkt durch Kompetenzentwicklung bei den Schülerinnen und Schülern, durch medienpädagogische und mediendidaktische Aus- und Fortbildung der Erziehenden und Lehrenden sowie durch Bereitstellung und Einsatz von digitalen Medien, Technologien und Werkzeugen, realisiert werden kann.

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DigitalPakt

Der Bund stellt im Rahmen des DigitalPaktes Schule dem Land Sachsen-Anhalt insgesamt 137,5 Millionen Euro für Investitionsmaßnahmen zur Verfügung. Für die organisatorische und administrative Umsetzung des DigitalPaktes Schule wurde die Landesinitiative für nachhaltige digitale Infrastrukturen für Unterricht und Schule, kurz LINDIUS, ins Leben gerufen und am Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung (LISA) etabliert.

Mit einem Sonderprogramm für digitale Endgeräte reagierten Bund und Land auf die durch die Corona-Krise notwendige Schließung der Schulen. Die ersten Geräte standen bereits in der ersten Woche des neuen Schuljahres 2020/2021 zur Verfügung. Sie werden als Leihgeräte genutzt, um den Schülerinnen und Schülern ohne privates Endgerät das Distanzlernen zu erleichtern. In Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden wurde festgelegt, dass die Schulträger zwischen einer zentralen Bestellung über den technischen Dienstleister des Landes (DATAPORT) und der individuellen Abwicklung entscheiden konnten. Durch die Öffnung des Digitalpakts („Content-Programm“) wurde dem LISA die Beschaffung von digitalen Medien und Werkzeugen ermöglicht, die in den ersten Wochen des neuen Schuljahres verfügbar waren.

17 durch eine Fachjury berufene LINDIUS-Netzwerkschulen sind ein weiterer Baustein für das Gelingen des DigitalPaktes in Sachsen-Anhalt. Sie dienen als regionale Zentren der Lehrerfortbildung zur Weiterentwicklung der digitalen Bildung. Sie erarbeiten und erproben Unterrichtskonzepte, die im Ergebnis allen Lehrkräften und Schulen zur Verfügung stehen werden.

Bereits mit der landeseigenen IKT-Richtlinie wurden im Vorfeld des DigitalPaktes Schule erhebliche Anstrengungen unternommen, um Schulträger bei der Ausstattung mit IKT-Infrastruktur zu unterstützen. Im Zeitraum 2017 - 2019 konnten mit über 13 Millionen Euro 100 Projekte in Schulen realisiert werden.

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Begabtenförderung

Mit der konzeptionellen Neuaufstellung und dem schrittweisen Ausbau der Begabtenförderung sollen die leistungsstarken, potenziell leistungsstarken sowie begabten Schülerinnen und Schüler stärker unterstützt werden. Des Weiteren haben nunmehr die Eltern einen Zugang zur Vielfalt der Angebote. Die Lehrkräfte können vielfältige Angebote für die Entwicklung des Einzelnen heranziehen und damit Möglichkeiten der inner- und außerschulischen Förderung qualifizieren und nachhaltig begleiten.

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Förderschwerpunkte

Vor allem im Bereich der Förderschwerpunkte Lernen und Sprache haben sich Eltern in den letzten Jahren zunehmend für die Förderung ihrer Kinder im Rahmen des gemeinsamen Unterrichts an der allgemeinen Schule entschieden. Im Ergebnis müssen Förderschulen für diese Schwerpunkte schulorganisatorisch neu ausgerichtet werden.

Dieser Aufgabe hat sich das Land mit dem Konzept zur Weiterentwicklung der Förderschulen in Sachsen-Anhalt gestellt. Dabei fühlt sich das Land Sachsen-Anhalt der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention und dem Elternwillen verpflichtet und richtet seine Bildungsangebote auf der Grundlage der entsprechenden KMK-Empfehlungen aus.

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Pflegeberufegesetz

Das Pflegeberufegesetz strukturiert die Ausbildung in den Pflegeberufen bundesweit neu und fasst bisher getrennt ausgebildete Berufe zum Beruf „Pflegefachmann/Pflegefachfrau“ zusammen. Die Ausbildung an Pflegeschulen wird durch ein Landesausführungsgesetz zum Pflegeberufegesetz geregelt. Mit der Ausbildung wurde am 01.01.2020 begonnen.

Die Finanzierung der Pflegeausbildung wird neu geregelt und erfolgt einheitlich über einen Landesfonds. Durch ein Umlageverfahren werden ausbildende und nicht ausbildende Einrichtungen gleichermaßen zur Finanzierung herangezogen. Damit entfällt auch das Schulgeld an Schulen in freier Trägerschaft. Zudem haben Auszubildende einen Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung.

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Alphabetisierung und Grundbildung

Ende 2018 gründete sich unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten die Landesinitiative "Alphabetisierung und Grundbildung Sachsen-Anhalt". Mittlerweile gehören ihr 24 Verbände, Träger und Institutionen aus allen gesellschaftlichen Bereichen an. Die Landesinitiative soll das Thema "Alphabetisierung und Grundbildung" in Sachsen-Anhalt dauerhaft verankern und "Brücken schlagen" zu den unterschiedlichen Einrichtungen im Land, in denen Menschen mit Grundbildungsbedarf zu finden sind.

Das Ministerium für Bildung erarbeitet gemeinsam mit den Vertreterinnen und Vertretern der Initiative das Landesprogramm "Alphabetisierung und Grundbildung Sachsen-Anhalt".

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Neubau einer Synagoge

Den Neubau einer Synagoge in der Landeshauptstadt deutlich zu unterstützen, ist ein wesentliches Ziel der Arbeit der Landesregierung. In der laufenden Legislaturperiode konnten entscheidende Schritte begleitet werden. So wurden insgesamt 2,8 Millionen Euro für den Neubau der Synagoge bereitgestellt, die in den kommenden Jahren abgerufen werden können. Inzwischen wurde der Synagogengemeinde zu Magdeburg ein Grundstück im Zentrum Magdeburgs übertragen. Ein Baubeginn könnte im Jahr 2021 erfolgen. Der Neubau einer Synagoge ist auch ein bewusstes und deutliches Zeichen gegen Antisemitismus und für die positive und aktive Fortentwicklung des jüdischen Lebens in Sachsen-
Anhalt.

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