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Integrationspreis 2016 würdigt Engagement für Vielfalt und Weltoffenheit in Sachsen-Anhalt

13.12.2016, Magdeburg – 82

  • Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Gleichstellung

Magdeburg. Zehn Initiativen, Unternehmen und Projekte erhalten einen der

Integrationspreise 2016 des Landes Sachsen-Anhalt. Im Rahmen einer feierlichen

Preisverleihung im Gesellschaftshaus Magdeburg mit über 200 Gästen haben

Sozialministerin Petra Grimm-Benne, Susi Möbbeck, Staatssekretärin im

Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration sowie Edwina Koch-Kupfer,

Staatssekretärin im Bildungsministerium heute die Preise übergeben. Eine

Fachjury hatte die preiswürdigen Projekte aus 61 Bewerbungen ausgewählt.

 

 

 

Ministerin Grimm-Benne: ?Die Projekte zeigen: Integration gelingt

überall dort, wo sich Menschen auf Augenhöhe begegnen und kennen lernen können.

Mit dem Integrationspreis möchten wir stellvertretend jenen Menschen Danke

sagen, die sich für Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt engagieren.?

 

 

 

In ihrer Begrüßungsrede warnte Staatssekretärin Möbbeck, die auch

Integrationsbeauftragte des Landes ist, vor der verheerenden Wirkung von

Diskriminierung und Rassismus: ?Worte, die die Ungleichwertigkeit von Menschen

beschwören und sich gegen eine offene, solidarische und demokratische

Gesellschaft richten, bereiten den Weg für menschenfeindliche Taten?, sagte sie

und appellierte an die Gäste: ?Lassen Sie uns gemeinsam den Hetzern die Stirn

bieten und durch praktisches Engagement zeigen, wie gut ein Miteinander in

Vielfalt gelingt.?

 

 

 

Mit dem

Integrationspreis werden in drei Kategorien Vereine, Migrantenorganisationen,

Einrichtungen, Kommunen und Unternehmen ausgezeichnet, die nachhaltige Projekte

im Bereich der Integration umsetzen.

 

 

 

Die Preisträger:

 

 

 

Kategorie 1 ??Engagiert für Willkommenskultur?

 

 

 

In der Kategorie ?Engagiert für

Willkommenskultur? werden Vereine und Initiativen gewürdigt, die sich um

Erstinformation, Begleitung und Unterstützung von Flüchtlingen kümmern. In

dieser Kategorie wurden drei gleichrangige Preise an Willkommensinitiativen

verliehen (je 500 Euro). Preisträger sind das ?Interkulturelle Begegnungszentrum Oase?, das für Flüchtlinge aus

Sangerhausen und Umgebung zu einer guten Adresse für Unterstützung und

Begegnung geworden ist, die Initiative

?offen.bunt.anders.? aus

Gräfenhainichen ? eine Interessengemeinschaft der Volkssolidarität, die mit

vielfältigen Angeboten Willkommenskultur lebt sowie die Initiative ?Willkommen in Köthen?, die sich mit vielen konkreten

Unterstützungs- und Begegnungsangeboten für Vielfalt und Weltoffenheit

einsetzt.

 

 

 

Sozialministerin Petra Grimm-Benne

würdigte die Preisträger: ?Land und Kommunen sind auf die Unterstützung durch

ein solidarisches Gemeinwesen angewiesen. Das Ehrenamt und das

bürgerschaftliche Engagement bilden Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Daher

gilt unser Dank an dieser Stelle zu allererst allen ehrenamtlich in der

Flüchtlingshilfe Engagierten und allen Vereinen, Initiativen und Verbänden, die

die gesamtgesellschaftliche Aufgabe der Integration unterstützen.?

 

 

 

Kategorie 2: ?Zusammenleben von

Anfang an ? Kitas und Schulen gestalten Vielfalt?

 

 

 

In der Kategorie ?Zusammenleben von Anfang an - Kitas und

Schulen gestalten Vielfalt? wird das Engagement von Kitas und Schulen

gewürdigt, die sich für ein interkulturelles Zusammenleben einsetzen. In dieser

Kategorie wurden zwei zweite Preise mit je 500 Euro Preisgeld sowie ein erster

Preis mit 1.000 Euro vergeben.

 

 

 

Den ersten Preis erhält die Berufsbildende

Schule Aschersleben-Staßfurt ?WEMA?, an der derzeit 65 Migrantinnen und

Migranten aus elf Nationen lernen. Die Lehrerschaft hat sich durch

Weiterbildungen, kollegiale Unterrichtsbesuche sowie angepassten

Unterrichtskonzepte auf die in kurzer Zeit gestiegenen Zahlen von Schülerinnen

und Schülern mit geringen Deutschkenntnissen eingestellt.

 

 

 

Der zweite Preis geht an die ?Grundschule Juri Gagarin? in Stendal, die sich vorbildlich für die

interkulturelle Begegnung zwischen Schülern und Eltern mit und ohne

Migrationshintergrund einsetzt. So steht z.B. ein Elterncafé für

Erfahrungsaustausch, Sprachförderung und gemeinsame Freizeitplanung zur

Verfügung.

 

 

 

Einen weiteren zweiten Preis erhält ein außerschulischer

Bildungsträger, der eng mit der Schule vor Ort kooperiert: Das Projekt ?Die

Junior-Märchenjurte 2016?, umgesetzt unter anderem vom Jugendmigrationsdienst

der Stiftung Evangelische Jugendhilfe

St. Johannis in Dessau-Roßlau. Im Rahmen des Projektes erzählten an sechs

Abenden zugewanderte Kinder einheimischen Kindern Märchen und Geschichten aus

ihrer Heimat; an vier Abenden erzählten einheimische Kinder den kürzlich

eingereisten Kindern deutsche Märchen und Geschichten. Der Veranstaltungsort

ist eine echte Jurte.

 

 

 

Kategorie 3: ?Bildung, Ausbildung und

Arbeit?

 

 

 

In der Kategorie ?Bildung, Ausbildung und Arbeit? wurden

Unternehmen und Bildungseinrichtungen für ihr Engagement zur Qualifizierung von

Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt ausgezeichnet. In dieser Kategorie wurde der 1.

Preis (1.000 Euro) an das Autohaus

Helbig vergeben, das als erster und bislang einziger handwerklicher Betrieb

in der Stadt Staßfurt und Umgebung einem syrischen Geflüchteten eine Ausbildung

zum Kraftfahrzeug-Mechatroniker ermöglicht. Dieses Engagement eines kleinen

Unternehmens möchte die Jury besonders gewürdigt sehen.

 

 

 

Den zweiten Preis (500 Euro) erhielt Hermes Fulfilment GmbH ? Standort Haldensleben in Kooperation mit

dem Europäischen Bildungswerk für Beruf und Gesellschaft gGmbH. Nach

erfolgreichem Durchlaufen der Vorbereitungszeit konnten neun Praktikanten aus

der Gemeinschaftsunterkunft Haldensleben einen befristeten Arbeitsvertrag

erhalten. Dank der Kooperationspartner und engagierter Mitarbeiter wurde die

berufliche wie sprachliche Integration zu einem Erfolg. So wurde ein

Patenschaftsmodell eingeführt. 2017 sollen 75 Geflüchtete qualifiziert werden.

 

 

 

Neben den drei Kategorien wurden durch die Jury zwei

Sonderpreise ausgelobt, um besonderes Engagement hervorzuheben.

 

 

 

Sonderpreis Sport:

 

 

 

Petra Grimm-Benne: ?Die Integration in eine Mannschaft erzeugt

ein Gefühl der Zugehörigkeit. Sport ist der Wegbereiter für ein Miteinander im

Alltag.? Mit einem Preisgeld von 500 Euro wird die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft Leuna-Merseburg geehrt, die

mit Unterstützung eines arabischsprechenden Schwimmlehrers Schwimmkurse für

Flüchtlingskinder und junge geflüchtete Erwachsene anbietet. Die DLRG hat damit

unmittelbar auf Ertrinkungsfälle von Geflüchteten, die nicht schwimmen konnten,

reagiert.

 

 

 

Sonderpreis politische Partizipation:

 

 

 

Ein weiterer Sonderpreis (500 Euro) geht an das Landesnetzwerk der Migrantenorganisationen

Sachsen-Anhalt (LAMSA). LAMSA arbeitet seit 2008 als Dachverband der

Migrantenorganisationen Sachsen-Anhalts ein zentraler Ansprechpartner in der

Integrationsarbeit. Im Vorfeld der diesjährigen Landtagswahl organisierte

LAMSA  landesweit mit großer

ehrenamtlicher Unterstützung eine Probewahl für Menschen ohne deutsche

Staatsbürgerschaft. Analog zur Juniorwahl setzte die Probewahl ein wichtiges

Zeichen für Teilhabe und demokratische Mitbestimmung.

 

 

 

Würdigung von individuellem

Engagement:

 

 

 

Die Jury hat sich außerdem dafür entscheiden, in diesem

Jahr angesichts der großen ehrenamtlichen Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge 18

Ehrenamtliche für ihren individuellen Einsatz stellvertretend für die vielen

Engagierten im Land besonders zu würdigen:

 

Jochen

Heyroth (Halle), Fatima Qoreishi (Hansestadt Osterburg), Katrin Salomon

(Bitterfeld), Walter Wiedenmann (Sandersdorf), Peter Junge (Bitterfeld), Doreen

Lehnertz (Sangerhausen), Kati Schlennstedt (Sangerhausen), Mareile von Brackel

(Hohe Börde OT Brumby), Klaus Fahlbusch (Burg), Nicola Weinrich (Colbitz),

Ajmal Sahak (Kalbe/Milde), Rita Demmel (Magdeburg), Mohamad Alchikh Omar

(Aschersleben), Fadi Aljasser (Oschersleben), Noël Kaboré (Halle), Gudrun und

Günter Urban (Helbra), Werner Knopf (Wernigerode) und Karl-Heinz Klix

(Staßfurt).

 

 

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