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Ministerium für Kultur

Kulturelles Erbe pflegen, kulturelle Vielfalt stärken

Mit Beginn der Legislaturperiode ging die Ressortzuständigkeit für die Kultur auf die Staatskanzlei über. Seitdem konnten wichtige Rahmenbedingungen für die weitere Entwicklung der Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt geschaffen werden. Wesentliche Bauvorhaben wurden beendet, andere auf den Weg gebracht. Wichtige Kulturzweige, wie die Theater- und Orchesterlandschaft, konnten gestärkt werden.

"Traditionen zu bewahren und Zukunft zu gestalten sind keine Gegensätze. Das Kulturland Sachsen-Anhalt ist ein Ort universeller Ideengeschichte und Heimat herausragender Monumente. Die Pflege, Entwicklung und Vermittlung dieses Erbes ist ebenso unsere Aufgabe, wie die Unterstützung des gegenwärtigen Kunst- und Kulturschaffens."

Rainer Robra
Staats- und Kulturminister

Kulturelle Vielfalt stärken

Ziel und Aufgabe der Kulturpolitik ist der Erhalt des kulturellen Erbes und die Entwicklung eines reichen kulturellen Lebens in allen Landesteilen. Das Land hatte sich das Ziel gesetzt, auf Grundlage des Landeskulturkonzeptes 2025 dafür Sorge zu tragen, die finanzielle Basis der öffentlich geförderten Kultur zu verbessern und einen Kulturetat mit einem Prozent des Landeshaushalts, aber mindestens mit 100 Millionen Euro auszustatten. Mit dem Übergang des Kulturressorts in die Zuständigkeit der Staatskanzlei ist der Kulturetat im Haushaltsjahr 2017 erstmals mit 95,7 Millionen Euro ausgestattet worden und konnte kontinuierlich gesteigert werden. Jahresdurchschnittlich standen rund 105,8 Millionen Euro für den Schutz von Kunst- und Kulturgütern sowie die Förderung der Kunst und Kultur im Allgemeinen zur Verfügung. Die institutionell geförderten Einrichtungen haben einer Evaluierung folgend eine personelle Aufstockung und eine tarifgerechte Bezahlung erfahren. Bauhaus- und Reformationsjubiläum wurden zusätzlich finanziert. Das Ziel ist erreicht worden!

In der Legislaturperiode konnten wesentliche Bauvorhaben beendet, andere auf den Weg gebracht werden. Das Dokumentationszentrum der Gedenkstätte Feldscheune Isenschnibbe wurde im Beisein des Bundespräsidenten, das Bauhaus Museum Dessau im Beisein der Bundeskanzlerin eröffnet, Schloss Wörlitz nach langjähriger Sanierung vom Ministerpräsidenten an die Öffentlichkeit übergeben. Hochkarätige Ausstellungen wie Luther – 95 Menschen, 95 Schätze (2017), Gustav Klimt (2018), 919 – plötzlich König (2019) und Karl Lagerfeld. Fotografie (2020) haben die Vielfalt und Leistungsfähigkeit unserer Kulturlandschaft mehr als unter Beweis gestellt.

Die Corona-Pandemie bedeutet gerade für Kulturschaffende einen tiefen und weitgehenden Einschnitt in ihre künstlerischen Freiräume und Gestaltungsmöglichkeiten. Daher wurde von der Staatskanzlei und Ministerium für Kultur frühzeitig ein Soforthilfeprogramm für die Künstlerinnen und Künstler aufgesetzt, gefolgt von einem 6 Millionen Euro Stipendienprogramm, das die "Kultur ans Netz" brachte.

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Jubiläen im Mittelpunkt

Zwei internationale Jubiläen haben die Kulturpolitik des Landes geprägt: 2017 wurde mit dem Reformationsjubiläum an den 500. Jahrestag des Thesenanschlages von Martin Luther erinnert, 2019 folgte das Bauhausjubiläum. Beide Jubiläen konnten genutzt werden, um Sachsen-Anhalt als weltoffenes Kulturland zu profilieren.

Um an die weltgeschichtlichen Auswirkungen der Reformation zu erinnern, wurde vielerorts mit Ausstellungen, Vorträgen oder Stadtfesten gefeiert. Zentraler Ort der bundesweiten Feierlichkeiten zum Reformationsjubiläum war die Lutherstadt Wittenberg. Unter den Veranstaltungen ragten die "Weltausstellung Reformation" und der Abschlussgottesdienst zum "Deutschen Evangelischen Kirchentag" auf den Elbwiesen heraus. Sie brachten zusammen 600.000 Menschen nach Wittenberg. Insgesamt rund 80 Millionen Euro hat Sachsen-Anhalt während der Lutherdekade für das Reformationsjubiläum aufgewendet. Davon wurden ca. 60 Millionen Euro in den Erhalt und die Modernisierung der Lutherstätten investiert, 20 Millionen Euro wurde für die Realisierung von Projekten in den Bereichen Kultur, Bildung und Wissenschaft sowie für das touristische Marketing eingesetzt.

Das Bauhausjubiläum 2019 lenkte den Blick auf die Moderne und ihre Wurzeln im Land. Sachsen-Anhalt, in dem das Bauhaus von 1925 bis 1932 seinen Sitz hatte und in dem sich heute die größte Anzahl authentischer Zeugnisse der Bauhaus-Architektur befindet, hatte sich frühzeitig zum Ziel gesetzt, das Jubiläum mit Partnern in Deutschland und der ganzen Welt feierlich in Szene zu setzen. Flankiert durch die Kampagne "Sachsen-Anhalt. Hier macht das Bauhaus Schule. #moderndenken" hat sich unser Land als weltoffener Gastgeber und Land des modernen Denkens präsentiert. Höhepunkt des Jubiläumsjahres war die Eröffnung des Bauhaus Museums Dessau im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie eine Vielzahl von Gästen aus dem In- und Ausland. Insgesamt fanden 395 Kulturveranstaltungen mit Bezug zum Bauhausjubiläum und der Moderne statt. Für die Organisation und Durchführung des Jubiläums wurden zusätzlich zum Kulturhaushalt 2017-2020 Landesmittel in Höhe von rund 18,5 Millionen Euro bereitgestellt. Daraus wurden Bau- und Sanierungsmaßnahmen an historischen Gebäuden der Moderne, Marketingmaßnahmen sowie Projekte kultureller Bildung gefördert.

Ein weiteres Jubiläum war das Gedenken an den Stendaler Schustersohn Johann Joachim Winckelmann (1717-1768). 2017/2018 fanden Ausstellungen und Veranstaltungen statt, die sich seinem Wirken und Einfluss auf die europäische Geistesgeschichte widmeten. Die Winckelmann-Ehrungen nahmen mit seinem 300. Geburtstag im Dezember 2017 ihren Auftakt. Höhepunkt war die Eröffnung des erweiterten und neu gestalteten Winckelmann-Museums in Stendal.

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"Die großen Jubiläen waren beste Werbung für unser Kulturland Sachsen-Anhalt."

UNESCO-Welterbe Naumburger Dom

Die Stätten und Objekte des UNESCO-Welterbes und die mit ihnen verbundenen historischen Ereignisse sind von universeller Strahlkraft und gleichzeitig prägend für die Landesidentität. Im Juli 2018 wurde der Naumburger Dom als fünfte Stätte des UNESCO-Welterbes in Sachsen-Anhalt anerkannt. Das Land hat die Nominierung intensiv vorbereitet, stets begleitet von umfangreichen Denkmalpflege-Tätigkeiten, musealer Vermittlungsarbeit und der wissenschaftlichen Erforschung dieses Kulturerbes.

Seit der UNESCO-Eintragung konnte die Staatskanzlei und Ministerium für Kultur mit Unterstützung der Bundesregierung rund 6 Millionen Euro zum Erhalt, zur Pflege und zur Aufwertung des Doms und des ihn umgebenden Domplatzes bereitstellen. Der Naumburger Dom und das Saale-Unstrut-Tal sind Grundsäulen für die Identitätsstiftung, die positive Imagebildung und die Förderung des Kulturtourismus im mitteldeutschen Revier. Allein der Dom ist jährlich Anziehungspunkt für mehr als 150.000 Besucher. Seit der UNESCO-Eintragung hat sich der Besucherstrom um rund 25 Prozent erhöht.

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Kulturelles Erbe erhalten

Sachsen-Anhalts Kulturlandschaft wird nicht nur durch ihre Spitzen repräsentiert. Sie ist außerordentlich breit aufgestellt, nicht zuletzt durch den großen Denkmalreichtum. Im Rahmen der EU-Strukturfonds-Förderungen hat das Land daher ein Investitionsprogramm zur Verbesserung und nachhaltigen Nutzung des kulturellen Erbes aufgelegt. Die Auswahl der Projekte erfolgte erstmals als Ideenwettbewerb, in dessen Ergebnis 47 Anträge eingereicht wurden. Ein Expertengremium wählte auf Basis vorgegebener Kriterien eine Liste mit 25 förderungswürdigen Projekten aus. So können unter anderem der Stiftsberg der Welterbestadt Quedlinburg, das Bördemuseum Ummendorf oder die Kulturkirche St. Martin in Stolberg umfangreich saniert werden. Aufgrund des Bedarfs sowie der hohen Qualität der Bewerbungen wurde das Programm mehrfach aufgestockt. Zusätzlich zum Kulturhaushalt wurden rund 56 Millionen Euro für die Realisierung der Projekte der Auswahlliste bei einer Förderung von 80 Prozent zur Verfügung gestellt. Darüber hinaus wurden weitere Projekte aufgrund ihrer Qualität durch andere Ressorts übernommen und realisiert. Mit der Sanierung der Innenhöfe und historischen Fassaden des Kulturhistorischen Museums in Magdeburg und der Wiederherstellung des historischen Eingangs des Händelhauses in Halle wurden im Sommer 2020 die ersten Vorhaben abgeschlossen.

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Impulse für Theater und Orchesterlandschaft

Sachsen-Anhalt verfügt über kein eigenes Staatsorchester oder -theater. Seit mehr als 20 Jahren werden die kommunalen Theater und Orchester jedoch maßgeblich durch das Land finanziell unterstützt. Mussten in den Vorjahren die Spielstätten infolge von Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen umfangreiche strukturell-personelle Anpassungen vornehmen, so ist es mit den neuen Verträgen für die Laufzeit 2019-2023 gelungen, den Theatern und Orchestern in Sachsen-Anhalt eine gesicherte Perspektive zu geben. Die Fördersummen von Land und Trägerkommunen wurden deutlich erhöht. Allein der Landesanteil stieg von 164,7 Millionen Euro auf 196,9 Millionen Euro in der Vertragslaufzeit 2019-2023. Die Fördersummen aller Verträge wurden grundhaft um 5 Prozent im Vergleich zur vorherigen Laufzeit angehoben. Darüber hinaus bekamen die Spielstätten in Lutherstadt Eisleben, Dessau-Roßlau und Halle weitere Sonderzuschüsse, um ihre strukturellen Anpassungsmaßnahmen abzuschließen.

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"Wir haben die Kulturpolitik in Sachsen-Anhalt auf ein stabiles Fundament gestellt."

Digitalisierung der Kulturlandschaft

In der Legislaturperiode wurde die Digitalisierung der Kulturbestände erheblich vorangetrieben. Zusammen mit dem Berufsverband Bildender Künstler wurde eine digitale Werkdatenbank erstellt. Damit steht erstmals ein umfangreiches Onlineverzeichnis zum künstlerischen Schaffen in Sachsen-Anhalt zur Verfügung. Die Inbetriebnahme der Datenbank reihte sich in eine Reihe von Digitalisierungsprojekten ein. In Kooperation mit dem Land hat das Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) ein Denkmalinformationssystem aufgebaut. In dem Kartendienst sind rund 36.000 Baudenkmale und archäologische Kulturdenkmale erfasst.

Um die archäologischen Schätze des Landes zu bewahren, hat das LDA eines der größten Digitalisierungsprojekte in Sachsen-Anhalt realisiert: Unter dem Titel "Digital Heritage" wurde die archäologische Sammlung des Landesamts – eine der ältesten, umfangreichsten und bedeutendsten Mitteleuropas – innerhalb weniger Monate digitalisiert. Rund 185.000 Karteikarten des Hauptkataloges, über 10.000 Fundmünzen und ca. 423.000 vom Verfall bedrohte historische Fotografien konnten gesichert, erfasst und online aufbereitet werden. Ein Meilenstein der digitalen Museumsarbeit!

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