Menu
menu

Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Sachsen-Anhalt wird zum Land der Zukunftstechnologien

In den vergangenen vier Jahren hat sich Sachsen-Anhalt verstärkt zu einem attraktiven Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort entwickelt. Unternehmen wie Progroup, UPM und Farasis investieren hunderte Millionen Euro und schaffen hochwertige Arbeitsplätze. Das Ministerium hat diese Entwicklung mit einer engeren Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft forciert und Weichen gestellt, damit sich Sachsen-Anhalt zum Land der Zukunftstechnologien entwickelt.

"Herausfordernde Zeiten müssen keine schwere Bürde sein. Sachsen-Anhalt verfügt über eine hervorragende Ausgangsposition, um die Chancen zu nutzen, die mit der Energiewende, dem Wandel der Automobilindustrie und der Digitalisierung einhergehen."

Prof. Dr. Armin Willingmann
Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung

Vom Schlusslicht zum dynamischen Aufsteiger

Hohe Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, Schlusslichtpositionen in zahlreichen Ländervergleichen – das war einmal. Insbesondere in den vergangenen vier Jahren hat sich Sachsen-Anhalts Wirtschaft dynamisch und erfolgreich entwickelt. Im November 2019 erreichte die Arbeitslosenquote mit 6,6 Prozent einen historischen Tiefststand. 2020 wird zwar als Jahr der Corona-Pandemie in die Geschichte eingehen. Gleichwohl zeichnet es sich ab, dass die Pandemie die dynamische Entwicklung des Landes nicht nachhaltig ausbremsen wird.

Das Wirtschaftsministerium hatte frühzeitig auf die Krise reagiert und Maßnahmen ergriffen, um existenzgefährdende Auswirkungen für Unternehmen sowie den Anstieg der Arbeitslosigkeit in Grenzen zu halten. Allein über das Soforthilfe-Programm „Sachsen-Anhalt ZUKUNFT“ haben rund 37.000 Unternehmen unmittelbar nach dem Lockdown Zuschüsse im Gesamtvolumen von mehr als 280 Millionen Euro erhalten. Es war für Sachsen-Anhalt die bislang umfangreichste Krisen-Soforthilfe seit der Wiedervereinigung.

Die bis zur Pandemie erfolgreiche Entwicklung des Landes spiegelt sich auch in weiteren Eckdaten wider: So sind die Bruttomonatslöhne von Vollzeitbeschäftigten in Sachsen-Anhalt allein zwischen 2014 und 2019 um mehr als 18 Prozent auf 2.702 Euro gestiegen. Neue Rekorde verbuchten zudem exportorientierte Unternehmen. Trotz internationaler Krisen und Handelskonflikte exportierten Sachsen-Anhalts Unternehmen im Jahr 2019 Waren im Wert von 16,59 Milliarden Euro ins Ausland – bis dahin ein historisches Allzeithoch.

Dies gilt auch für die Tourismuswirtschaft des Landes: 2017 verzeichnete die Branche erstmals mehr als acht Millionen Übernachtungen, getragen vom Reformations- und Bauhaus-Jubiläum stieg die Zahl der Übernachtungen bis zum Jahr 2019 auf 8,6 Millionen. Mit dem vom Wirtschaftsministerium entwickelten Masterplan Tourismus soll diese Erfolgsgeschichte nach der Pandemie fortgeschrieben werden.

Zum Seitenanfang

Hohe Investitionen in Wirtschaft & Wissenschaft

Die Erfolgsgeschichte Sachsen-Anhalts basiert auch auf Weichenstellungen, die das Ministerium seit 2016 vorgenommen hat. Eine zentrale war, Wissenschaft und Wirtschaft enger miteinander zu verzahnen. Denn die Hochschulen und Forschungseinrichtungen im Land sind weithin die Innovationsmotoren und Fachkräfteschmieden. Die Möglichkeit, mit Hochschulen und Forschungsinstituten eng zu kooperieren und den Fachkräftebedarf sicherzustellen, ist nicht nur für die Unternehmen in Sachsen-Anhalt hoch attraktiv, sondern im Wettbewerb um Ansiedlungen auch ein gewichtiger Standortvorteil fürs Land.

Eine weitere wichtige Weichenstellung bestand darin, die Förderinstrumente des Landes bedarfsgerecht anzupassen, aufzustocken und zu entbürokratisieren. So wurde u.a. die Investitionsförderung passgenau auf die mittelständisch geprägte Wirtschaft des Landes ausgerichtet und mit mehr als 100 Millionen Euro im Jahresdurchschnitt intensiviert. Zur Stärkung des Handwerks hat das Ministerium die Meistergründungsprämie erfolgreich eingeführt, um Gründungen und Firmennachfolgen zu unterstützen.
Kontinuierlich ausgeweitet wurden auch die Investitionen in die Wissenschaftslandschaft. In der aktuellen EU-Förderperiode (2014-2020) wurden bis Mai 2020 rund 280 Forschungs- und Entwicklungsprojekte mit mehr als 100 Millionen Euro unterstützt. Zudem hat das Ministerium in den vergangenen Jahren rund 150 Millionen Euro für den Ausbau der wirtschaftsnahen Forschungsinfrastruktur bereitgestellt.
2020 hat etwa der Medizintechnik-Forschungscampus STIMULATE seinen Betrieb im Magdeburger Wissenschaftshafen aufgenommen. Zudem hat das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums 2019 den ehemaligen Verkehrsflughafen in Cochstedt übernommen, um ihn zu einem nationalen Testzentrum für unbemannte Luftfahrtsysteme weiterzuentwickeln und damit einen weiteren Leuchtturm für Wirtschaft und Wissenschaft in Sachsen-Anhalt zu schaffen.

Nachhaltig gestärkt wurde auch der Hochschulstandort Sachsen-Anhalt mit seinen rund 54.000 Studierenden: Im Mai 2020 hat der Landtag das neue Hochschulgesetz verabschiedet. Hochschulen, deren wissenschaftliches Personal und interessierte Partner aus der Wirtschaft können künftig leichter gemeinsame Unternehmen gründen oder sich an diesen beteiligen. Das Ministerium verspricht sich davon einen weiteren Schub für das Gründungsgeschehen im Land. Darüber hinaus sieht das Gesetz weitere Neuerungen vor, unter anderem wurden die Autonomie der Hochschulen sowie die Mitbestimmungsrechte aller Hochschulmitglieder gestärkt. Im Sommer 2020 folgte der erfolgreiche Abschluss der Zielvereinbarungen. Bis 2024 wird das Budget für die sieben staatlichen Hochschulen des Landes bei rund 383 Millionen Euro pro Jahr liegen und damit rund 18 Prozent (59 Millionen Euro pro Jahr) höher ausfallen als im Jahr 2016. In dieser Legislatur wurde erstmalig ein Inflationsausgleich für die Hochschulen eingeführt; ebenso trägt das Land sämtliche Tarifsteigerungen. Die Hochschulen verfügen damit auch in Krisenzeiten über verlässliche finanzielle Perspektiven.

Zum Seitenanfang

"Wirtschaft und Wissenschaft noch enger zu vernetzen, erweist sich bereits heute für Sachsen-Anhalt als eine goldrichtige Entscheidung. Es siedeln sich nicht nur mehr innovative Unternehmen an, es entstehen auch verstärkt hochwertige Arbeitsplätze."

Digitaler Wandel nimmt deutlich Fahrt auf

2016 hat das Ministerium den Aufgabenbereich Digitalisierung/Digitale
Infrastrukturen übernommen. Nur knapp jeder zweite Haushalt (48,4%) konnte seinerzeit Highspeed-Internet nutzen, Sachsen-Anhalt war im Bundesländervergleich mit Abstand Schlusslicht. Mit einem Kraftakt ist es jedoch binnen vier Jahren gelungen, Rückstände aufzuholen und die Weichen für das Gigabitzeitalter zu stellen.
Allein für den Ausbau der Infrastruktur hat das Ministerium mehr als 350 Millionen Euro aus Landes-, Bundes- und EU-Förderprogrammen bereitgestellt – mit messbarem Erfolg: Zum Jahresende 2019 hatten 78,3 Prozent der Haushalte im Land Zugang zu schnellen Internetverbindungen mit Downloadraten von mindestens 50 Megabit pro Sekunde. Im Ländervergleich konnte Sachsen-Anhalt die "rote Laterne" damit erstmals abgeben.
In den kommenden Jahren soll der Ausbau digitaler Infrastrukturen konsequent fortgeführt werden. Die Gigabit-Strategie des Landes sieht vor, dass bis 2025 allen Unternehmen und Haushalten Internetanschlüsse mit Downloadgeschwindigkeiten von mindestens einem Gigabit pro Sekunde zur Verfügung stehen. Zudem soll das Mobilfunknetz verbessert und der 5G-Ausbau vorangetrieben werden.
Digitalisierung umfasst jedoch mehr als den Ausbau von Infrastrukturen. Vor diesem Hintergrund wurde die "Digitale Agenda für das Land Sachsen-Anhalt" erarbeitet und Ende 2017 von der Landesregierung beschlossen. Von den 130 Maßnahmen u.a. in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur, öffentliche Verwaltung befindet sich die überwiegende Mehrheit in der Umsetzung, bis 2024 sind hierfür rund 351 Millionen Euro veranschlagt.

Auf großes Interesse seitens der Unternehmen ist das Programm "Sachsen-Anhalt DIGITAL" gestoßen, das vom Wirtschaftsministerium bereits 2018 aufgelegt und mehrfach finanziell aufgestockt wurde. Über das Programm unterstützt das Ministerium unter anderem die Digitalisierung von Produkten, Produktionsprozessen und Geschäftsabläufen sowie die Entwicklung digitaler Geschäftsmodelle. In nur zwei Jahren sind mehr als 1000 Förderanträge eingegangen, mehr als 50 Millionen Euro wurden ausgereicht.

Zum Seitenanfang

Zukunftstechnologien auf dem Vormarsch

Sachsen-Anhalt hat sich zu einem attraktiven Investitionsstandort entwickelt, das belegen zahlreiche Ansiedlungsentscheidungen der vergangenen vier Jahre. Die Progroup AG hat 2020 eine der modernsten Papierfabriken der Welt für rund 500 Millionen Euro in Sandersdorf-Brehna in Betrieb genommen – nach nur 18 Monaten Bauzeit. Der chinesisch-amerikanische Konzern Farasis errichtet für rund 600 Millionen Euro eine Fabrik für E-Auto-Batterien in Bitterfeld-Wolfen, der finnische Konzern UPM eine Bioraffinerie für rund 550 Millionen Euro in Leuna. Porsche baut mit der Schuler AG für rund 100 Millionen Euro ein modernes Presswerk in Halle. Allein die vom Land geförderten Investitionsvorhaben nationaler und internationaler Investoren werden sich bis Mitte 2021 voraussichtlich auf rund vier Milliarden Euro summieren.

Neben Neuansiedlungen flossen zudem mehrstellige Millionenbeträge in Standorterweiterungen. So gab der südkoreanische Konzern Hanwha Q Cells 2020 bekannt, 125 Millionen Euro in sein Solar-Forschungszentrum in Thalheim zu investieren. Der japanische Batterie- und Brennstoffzellen-Spezialist Horiba FuelCon erweitert für 30 Millionen Euro sein Testzentrum in Barleben und will damit auch den geplanten "E-Mobility-Campus" entscheidend vorantreiben.

Die Investitionen und Ansiedlungen der vergangenen vier Jahre haben gemein, dass es im Regelfall um Zukunftstechnologien und die Schaffung hochwertiger Arbeitsplätze geht. Sachsen-Anhalt hat sich somit durch gezielte Förderung und Weichenstellungen verstärkt zu einem Land der Zukunftstechnologien entwickelt. Insbesondere in den Bereichen Automotive, Chemie, Medizintechnik, Bioökonomie und Biotechnologie hat das Land auch in den kommenden Jahren enorme Wachstumsperspektiven.

Zum Seitenanfang

Vom Kohlerevier zur Zukunftsregion

Von dieser Entwicklung kann in den kommenden Jahren auch das Mitteldeutsche Revier entscheidend profitieren. 4,8 Milliarden Euro stellt der Bund allein für Sachsen-Anhalt bereit, um den Ausstieg aus der Braunkohle und die erfolgreiche Strukturentwicklung zu meistern. Das Wirtschaftsministerium hat bereits erste Projekte auf den Weg gebracht und unterstützt beispielsweise den Aufbau der Wasserstoff-Modellregion Mitteldeutschland sowie mehrere Digitalisierungsprojekte, wie das Digitalisierungszentrum in Zeitz.

Zum Seitenanfang