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Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Unsere Lebensgrundlagen schützen und erhalten

Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie trägt als oberste Landesbehörde die Verantwortung über bedeutende Lebensbereiche, wie beispielsweise den Erhalt der Artenvielfalt, den Umgang mit den Auswirkungen der Klimakrise, die landwirtschaftliche Produktion, den Zustand der Gewässer oder das Hochwasserrisikomanagement. Der Schutz der Lebensgrundlagen steht dabei im Vordergrund. In den vergangenen Jahren sind viele Projekte umgesetzt worden, um das Artensterben zu stoppen und den Klimaschutz zu verbessern.

"Die Klimakrise und die daraus resultierenden Folgen werden das Leben auf der Erde ändern. Ich sehe uns in der Verantwortung, alles zu tun, um auch unseren Enkelkindern einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen."

Prof. Dr. Claudia Dalbert
Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

Umweltsofortprogramm und Artensofortförderung

Mit dem Umweltsofortprogramm 2018 und der anschließenden Artensofortförderung wurden bisher 272 kleine Projekte für insgesamt 14,7 Millionen Euro überall im Land umgesetzt. In kurzer Zeit wurden viele kleine Summen in den Erhalt der Artenvielfalt investiert: zum Beispiel in die Kopfweidenpflege, die Schaffung von Überwinterungs- und Bruthabitaten oder den Einbau von Sohlgleiten in kleineren Gewässern.

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Das Grüne Band als Nationales Naturmonument

Das Grüne Band entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze wurde 2019 per Gesetz als Nationales Naturmonument "Grünes Band Sachsen-Anhalt - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" ausgewiesen. Es ist ein 343 Kilometer langes Schutzgebiet, in dem zahlreiche bedrohte Tier- und Pflanzenarten ihre Heimat haben. Gleichzeitig wird mit dem Nationalen Naturmonument die Erinnerung an die innerdeutsche Teilung wach gehalten und an die Lebensleistung der Menschen erinnert, die mit der friedlichen Revolution zur Überwindung der Grenze beigetragen haben. Nun beginnt die Pflege und Entwicklung dieses einmaligen Biotopverbundes mit seinen historischen Erinnerungsstätten.

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Mehr Raum für unsere Flüsse

Hochwasserrisikomanagement ist eine Generationenaufgabe. Seit 2002 hat das Land über eine Milliarde Euro in den Hochwasserschutz investiert. Fast alle Deiche und Anlagen sind nach dem anerkannten Stand der Technik saniert und weitere Kilometer kommen jedes Jahr hinzu. Doch technischer Hochwasserschutz allein reicht nicht aus, um den Risiken eines Hochwassers zu begegnen. Es muss den Flüssen wieder mehr Raum gegeben werden. Deshalb plant das Land 33 Maßnahmen, mit denen Deiche zurückverlegt und Polder geschaffen werden. Dabei gehen Hochwasserschutz und Naturschutz Hand in Hand.

Die Menschen vor Ort werden von Anfang an einbezogen und die Vorhaben gemeinsam beraten. Es werden insgesamt 16.000 Hektar neue Retentionsfläche entstehen. Mit dieser Strategie schützt das Land die Menschen und ihr Hab und Gut vor den Gefahren zunehmender Extremwetterereignisse. Gleichzeitig wird die Artenvielfalt an den Flussauen geschützt und erhalten.

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Aufbau klimastabiler Mischwälder

Der Wald ist das erste Opfer der Klimakrise. Stürme, Trockenheit und Schadinsekten schwächen den Wald. Von 2018 bis zum Sommer 2020 hatte Sachsen-Anhalt zwei Millionen Festmeter Schadholz zu verzeichnen und Blößen auf 7.800 Hektar, das entspricht 1,5 Prozent der landesweiten Waldfläche. Seit Jahren unterstützt das Land Privatwaldbesitzende und Kommunen dabei, die Wälder klimastabil umzubauen. Bis zum Jahr 2023 stehen jährlich rund 17 Millionen Euro zur Verfügung, um die Schäden zu beseitigen und den Waldumbau zu fördern. Auch im Landesforst geht der Mischwaldaufbau mit der Fünf-Baumarten-Strategie voran. Bis 2021 werden zehn Prozent des Landeswaldes aus der Bewirtschaftung herausgenommen sein. Personell wurde das Landeszentrum Wald und der Landesforstbetrieb durch die Einstellung von 39 zusätzlichen Beschäftigten verstärkt. Zudem garantiert das Land die Übernahme der Forst-Auszubildenden, wenn ein guter Abschluss vorliegt. Seit 2019 besteht die Möglichkeit eines Dualen Studiums "Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement" in Zusammenarbeit mit der Hochschule Erfurt.

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Biosphärenreservat Drömling auf dem Weg zur UNESCO- Anerkennung

Biosphärenreservate repräsentieren einzigartige Natur- und Kulturlandschaften. Sie sind Modellregionen, in denen der Mensch nachhaltig mit der Natur wirtschaftet. Der ehemalige Naturpark Drömling ist eine solche Modellregion und wurde deshalb im Juni 2019 als Biosphärenreservat ausgewiesen. Im Drömling wird die einzigartige Natur mit ihrer ausgedehnten Niederungs- und Niedermoorlandschaft geschützt und gleichzeitig die wirtschaftliche Entwicklung gefördert. Nächstes Ziel ist, den Drömling im Rahmen des internationalen Programms "Der Mensch und die Biosphäre" als UNESCO- Biosphärenreservat anerkennen zu lassen.

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Sicherung des Schutzgebietssystems Natura 2000

Natura 2000 ist ein zusammenhängendes europäisches Netz von besonders wichtigen Schutzgebieten zum Schutz und Erhalt der Artenvielfalt. In Sachsen-Anhalt wurden 266 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (kurz: FFH-Gebiete) und 32 Vogelschutzgebiete gesichert. Sie umfassen etwa elf Prozent der Landesfläche. Die Erstellung einer Landesverordnung zur Sicherung der Natura-2000-Schutzgebiete zwischen 2016 und 2018 erfolgte mit erheblicher Anstrengung und aufwendiger Beteiligung der Landnutzenden. Mit dem Erlass der Landesverordnung 2018 leistet auch das Land Sachsen-Anhalt seinen Beitrag zum Erhalt dieser besonderen Lebensräume und gefährdeten Arten als Teil des Naturerbes Europas.

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"Wir müssen das Artensterben stoppen."

"20 Prozent ökologischer Landbau ist das klare Ziel."

Schutz des Wolfes und der Weidetiere

Sachsen-Anhalt hat eine besondere Verantwortung für den Wolf. Er ist vom Aussterben bedroht und deshalb streng geschützt. Der Einsatz zu seinem Schutz lohnt sich. Die europäische Population entwickelt sich in ihrem natürlichen Rahmen und der Wolf hat seinen Platz im Gefüge unserer heimischen Arten wieder eingenommen. Dies führt zu Konflikten zwischen den Weidetierhalterinnen und Weidetierhaltern und dem Wolf. Dabei ist die Beweidung zum Erhalt der Kulturlandschaft unerlässlich. Mit einer einhundertprozentigen Förderung des modernen Herdenschutzes, umfassender Beratung, Hilfestellung in Notfällen und Schadensausgleich werden die Weidetierhalterinnen und -halter vom Land unterstützt. Das 2018 gegründete Wolfskompetenzzentrum nimmt das wissenschaftliche Wolfsmonitoring wahr, ist bei Rissvorfällen an Nutztieren an Ort und Stelle und stellt umfangreiche Informationen zum Herdenschutz und zum Wolf zur Verfügung.

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Ökolandbau auf dem Vormarsch

Im Jahr 2020 wurden 105.600 Hektar landwirtschaftliche Fläche ökologisch bewirtschaftet. Das sind 9,1 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Gegenüber dem Jahr 2016 ist das eine Zunahme der Fläche um gut 70 Prozent. Die Landesregierung hat sich das mittelfristige Ziel von 20 Prozent Schweine in tierwohlgerechter Haltung Ökolandbau gesetzt. Mit der erhöhten Förderung sind seit 2017 rund 44.700 Hektar dazugekommen. Die Förderstrategie ist aufgegangen: Ökolandbau ist wirtschaftlich und schont gleichzeitig die Böden, die Gewässer und erhält die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Darüber hinaus bildet Sachsen-Anhalt seit 2019 junge Leute an der Ökofachschule als Wirtschafter und Betriebswirte im Ökolandbau aus.

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Entwicklung der ländlichen Räume

Die Zukunft Sachsen-Anhalts wird in den ländlichen Räumen entschieden. Hier leben 80 Prozent der Menschen im Land. Im Rahmen der Förderung der ländlichen Entwicklung wurden in dieser EU-Förderperiode schon zahlreiche Projekte in Höhe von insgesamt rund 206 Millionen Euro bewilligt. Hiervon wurden Projekte im Umfang von 25 Millionen Euro von den LEADER-Aktionsgruppen direkt vor Ort ausgewählt. Darüber hinaus stärkt die Landesregierung regionale Wertschöpfungsketten. Mit dem Förderprogramm "DorfGemeinschaftsläden" unterstützt sie den Aufbau und die Entwicklung kleiner Dorfläden. Die jährliche Auszeichnung von hochwertigen Lebensmitteln aus dem Land mit dem "Kulinarischen Stern" zeigt das Potenzial, das in den Regionen steckt. Gleichzeitig steht in der Landwirtschaft ein Generationenwechsel an. Sachsen-Anhalt benötigt engagierte Menschen, die in den Dörfern etwas bewegen wollen und Verantwortung übernehmen. Deshalb unterstützt das Land junge Menschen beim Aufbau eines eigenen landwirtschaftlichen Betriebes mit bis zu 70.000 Euro über fünf Jahre. Es wurden seit 2017 insgesamt 63 Junglandwirtinnen und Junglandwirte mit rund vier Millionen Euro gefördert.

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Klima- und Energiekonzept mit 72 konkreten Maßnahmen

Die Klimakrise wird das Leben auf der Erde ändern. Mit Stürmen, Dürre und Starkregen spüren wir in Sachsen-Anhalt schon die ersten Auswirkungen der Klimaveränderungen. Es ist eine gemeinsame Verantwortung, alles zu tun, um nachfolgenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen. Dazu muss massiv Kohlenstoffdioxid eingespart werden. Sachsen-Anhalt hat dazu ein Klima- und Energiekonzept erstellt, in dem 72 konkrete Maßnahmen festgelegt sind, die Schritt für Schritt umgesetzt werden können. Für 38 Maßnahmen konnten die Einsparungen an Treibhausgasen und die Kosten konkret berechnet werden. Mit der konkreten Berechnung können die effizientesten Maßnahmen identifiziert werden, die dann von den einzelnen Ministerien umgesetzt werden müssen.

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"Sachsen-Anhalt hat sich vorgenommen, 100 Prozent Erneuerbare Energien in allen Bereichen zu erreichen."

Förderung von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz

Sachsen-Anhalt hat sich vorgenommen, 100 Prozent Erneuerbare Energien in allen Bereichen zu erreichen. Photovoltaik beispielsweise hat ganz viel Potenzial im Land. Deshalb unterstützt die Landesregierung die Beschaffung und Errichtung eines Stromspeichers in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage mit bis zu 5.000 Euro. Mit der Leitlinie "Artenschutz an Windkraftanlagen" können neue Windräder schneller und rechtssicher genehmigt werden. Mit der Richtlinie Sachsen-Anhalt ENERGIE wird die Umrüstung auf energieeffiziente Anlagen in Unternehmen unterstützt. Es konnten bislang schon 235 Vorhaben abgeschlossen werden. Diese wurden mit rund 18 Millionen Euro gefördert. Damit wurden jährliche Treibhausgasemissionen mit einem Gegenwert von etwa 13.000 Tonnen Kohlenstoffdioxid eingespart.

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Strukturwandel und Wasserstoffmodellregion

Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung bietet für Sachsen-Anhalts Süden eine große Chance: Aus der Braunkohleregion soll eine Zukunftsregion der Erneuerbaren Energien werden. Mit der Ansiedlung des Kompetenzzentrums Wärmewende, das von Halle aus für die gesamte Bundesrepublik arbeiten wird, ist ein erster Erfolg gelungen. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Entwicklung eines nachhaltigen Industriestandorts wird die Verknüpfung von Erneuerbarer Energieerzeugung mit der Produktion von grünem Wasserstoff sein. Dazu erarbeitet das Land eine Wasserstoffstrategie mit allen Beteiligten aus Wirtschaft, Industrie und Forschung. Darüber hinaus werden in den von der Bundesregierung geförderten Reallaboren der Energiewende "EnergiePark Bad Lauchstädt" sowie "GreenHydroChem" in Leuna zukunftsfähige Energietechnologien unter realen Bedingungen und im industriellen Maßstab erprobt, um ohne Kohleverstromung eine stabile und alternative Grundstoff- und Energieversorgung sicherzustellen.

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