Landesportal Sachsen-Anhalt - Staatsanwaltschaft Halle https://www.sachsen-anhalt.de/bs/pressemitteilungen/ Pressemitteilungen der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt sowie nachgeordneter Behörden und Bereiche de-de Sun, 27 Nov 22 10:55:08 +0100 <![CDATA[ Staatsanwaltschaft Halle erhebt weitere Anklage gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand sowie dessen frühere Büroleiterin Sabine Ernst ]]> Mon, 04 Jul 22 11:29:17 +0200 Die Staatsanwaltschaft Halle hat am 27.06.2022 eine weitere Anklage gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister der Stadt Halle (Saale) Dr. Bernd Wiegand sowie dessen frühere Büroleiterin Sabine Ernst bei dem Landgericht Halle erhoben.

Die Staatsanwaltschaft Halle legt den Angeschuldigten das Vorbereiten des Ausspähens und Abfangens von Daten in gemeinschaftlicher Begehungsweise sowie dem Angeschuldigten Dr. Wiegand darüber hinaus eine falsche uneidliche Aussage zur Last.

Die Angeschuldigten sind im Ergebnis der Ermittlungen hinreichend verdächtig, einer im April 2019 beurlaubten Mitarbeiterin der kommunalen Entwicklungs- und Verwaltungsgesellschaft Halle-Saalkreis mbH
(EVG mbH) nach deren Beurlaubung ohne Befugnis und entgegen dem ausdrücklichen Willen des damaligen Geschäftsführers der EVG mbH Zugriff auf das Datennetz der Gesellschaft ermöglicht zu haben. Dem Angeschuldigten Dr. Wiegand wird zudem vorgeworfen, in einem Zivilverfahren vor dem Landgericht Halle als unvereidigter Zeuge zu den vorgenannten Geschehnissen bewusst wahrheitswidrige Angaben gemacht zu haben.

Der Angeschuldigte Dr. Wiegand hat die Tatvorwürfe bestritten.
Die Angeschuldigte Ernst hat bislang keine Angaben zur Sache gemacht. Die Annahme eines hinreichenden Tatverdachts bedeutet keine Vorverurteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Weitere Presseanfragen sind an die Pressestelle des Landgerichts Halle zu richten.

 

In Vertretung

gez. Dr. Lenzner
Oberstaatsanwalt

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<![CDATA[ Staatsanwaltschaft Halle erhebt Anklage gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand sowie dessen frühere Büroleiterin Sabine Ernst wegen gemeinschaftlicher veruntreuender Unterschlagung und Fälschung beweiserheblicher Daten im besonders schweren Fall ]]> Wed, 02 Mar 22 09:42:42 +0100 Der bereits ohne hiesige Veranlassung auf unbekanntem Wege öffentlich gewordene Abschluss der Ermittlungen wird bestätigt:

Die Staatsanwaltschaft Halle hat wegen der Vorgänge im Zusammenhang mit der sog. „Impfaffäre“ Anklage wegen gemeinschaftlicher veruntreuender Unterschlagung und Fälschung beweiserheblicher Daten gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand sowie dessen frühere Büroleiterin Sabine Ernst bei dem Landgericht Halle (Saale) erhoben.

Im Ergebnis der vor mehr als einem Jahr begonnenen Ermittlungen und in Auswertung von zahlreichen Zeugenvernehmungen und sichergestellten Urkunden und Schriftstücken hält die Staatsanwaltschaft Halle Herrn Dr. Bernd Wiegand und Frau Sabine Ernst für hinreichend verdächtig, vorsätzlich dafür gesorgt zu haben, dass neun Mitglieder des von Dr. Bernd Wiegand geleiteten städtischen Pandemiestabes sowie acht Stadträtinnen und Stadträte der Stadt Halle (Saale) unter Verstoß gegen die in der Verordnung zum Anspruch auf Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 vom 18.12.2020 festgelegte Impfreihenfolge gegen das Corona-Virus geimpft worden sind, wobei in keinem Fall ein Anspruch auf Impfung bestand und auch kein verfallsbedingter Verwurf des Vakzins drohte.

Dr. Bernd Wiegand und Sabine Ernst sind darüber hinaus hinreichend verdächtig, als Amtsträger zum Zwecke der Verschleierung dieser Vorgänge und zur Täuschung des Stadtrates der Stadt Halle (Saale) auf der Basis eines rückdatierten und von dem Angeschuldigten Dr. Wiegand in der Öffentlichkeit präsentierten Vermerks ein Protokoll über eine Sitzung des städtischen Pandemiestabes nachträglich so verändert zu haben, dass der Eindruck entstand, das Vorgehen der Angeschuldigten sei von dem Pandemiestab nach Beratung gebilligt beziehungsweise genehmigt worden.

Die Staatsanwaltschaft Halle sieht auf der Basis ihrer Feststellungen die strafrechtlichen Tatbestände der veruntreuenden Unterschlagung und der Fälschung beweiserheblicher Daten im besonders schweren Fall als erfüllt an.

Das nach Auffassung der Staatsanwaltschaft Halle wegen der besonderen Bedeutung des Falles zuständige Landgericht Halle (Saale) wird nunmehr prüfen, ob ein hinreichender Tatverdacht tatsächlich und rechtlich besteht und sodann eine Entscheidung treffen, ob das Hauptverfahren zu eröffnen oder dessen Eröffnung abzulehnen ist.

Eine Anklageerhebung setzt nach den Regeln der Strafprozessordnung nur voraus, dass die Staatsanwaltschaft aufgrund einer eigenen Prognose davon ausgeht, dass ein Gericht am Ende einer möglichen Hauptverhandlung wahrscheinlich zu einer Verurteilung wegen der angeklagten Straftaten gelangen wird. Hierbei hat die Staatsanwaltschaft einen Beurteilungsspielraum.

Die Annahme eines hinreichenden Tatverdachts bedeutet keine Vorverurteilung. Es gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Weitere Presseanfragen sind an die Pressestelle des Landgerichts Halle (Saale) zu richten.

 

In Vertretung

gez. Dr. Lenzner
Oberstaatsanwalt

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<![CDATA[ Staatsanwaltschaft Halle durchsucht Diensträume der Stadt Halle (Saale) in einem Ermittlungsverfahren gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand sowie den amtierenden Bürgermeister Egbert Geier ]]> Tue, 01 Feb 22 15:38:38 +0100 Mit Unterstützung der Polizeiinspektion Halle (Saale) vollzieht die Staatsanwaltschaft Halle seit heute Morgen Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse in Diensträumen der Stadt Halle in einem Ermittlungsverfahren gegen den vorläufig des Dienstes enthobenen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand sowie den amtierenden Bürgermeister Egbert Geier wegen des Verdachts der Untreue im besonders schweren Fall.

Dr. Bernd Wiegand und Egbert Geier sind verdächtig, im Februar 2013 eine städtische Bedienstete innerhalb der Stadtverwaltung aus mit dem geltenden Haushaltsrecht nicht zu vereinbarenden sachfremden Erwägungen auf eine Personalstelle umgesetzt und für eine dieser Stelle nicht gemäße, weil tarifrechtswidrige und zu hohe Bezahlung gesorgt zu haben. Im Grade eines Anfangsverdachts bestehen Anhaltspunkte dafür, dass auf diese Weise der Stadt Halle (Saale) im Zeitraum der Jahre 2013 bis 2021 unter Verantwortung der Beschuldigten ein Vermögensnachteil in Höhe von knapp 80.000 Euro entstanden ist.

Die heute begonnene und noch andauernde Durchsuchung erstreckt sich auf das Büro des Oberbürgermeisters und des Bürgermeisters sowie auf Diensträume des Fachbereichs Personal der Stadt Halle (Saale) und dient dem Auffinden und der Sicherstellung von Beweismitteln zur Aufklärung des Sachverhaltes.

Die Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnung, die das Amtsgericht Halle (Saale) auf Antrag der Staatsanwaltschaft getroffen hat, setzt rechtlich nur einen auf zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten beruhenden Anfangsverdacht einer Straftat voraus.

Sie bedeutet keine Vorverurteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft ist allerdings gesetzlich verpflichtet, für die Aufklärung des Sachverhalts auch mittels des Vollzuges der angeordneten Maßnahmen Sorge zu tragen, wenn sie Gründe für die Annahme hat, dass auf andere Weise Aufklärung erschwert oder unmöglich ist.

In Vertretung

gez. Dr. Lenzner
Oberstaatsanwalt

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<![CDATA[ Nachtrag zur Pressemitteilung vom 28.12.2021 „Fund einer Babyleiche“ ]]> Wed, 29 Dec 21 13:33:07 +0100 Am gestrigen Tage erfolgte eine Obduktion der Leiche durch die Rechtsmedizin Halle (Saale). Das vorläufige Ergebnis der Untersuchung des Leichnams ergab, dass es sich um ein neugeborenes Mädchen handelte, welches Vitalzeichen aufwies.
Die Staatsanwaltschaft Halle hat daher am heutigen Tage Ermittlungen wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet.
Ein endgültiges Ergebnis der rechtsmedizinischen Untersuchung steht noch aus. Hierzu sind noch weitere intensive und umfangreiche Untersuchungen notwendig, welche noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Die Ablagezeit des Kindes kann noch nicht eingegrenzt werden.
Die Spurensuche und  – sicherung im Bereich und Umfeld des Auffindeortes der Babyleiche in der Äußeren Hordorfer Straße in Halle (Saale) wurde am heutigen Tage fortgesetzt. Zudem erfolgen Befragungen von Anwohnern und Beschäftigten in der Umgebung. Die Staatsanwaltschaft Halle und der Zentrale Kriminaldienst der PI Halle (Saale) ermitteln mit Hochdruck. Hinweise auf die Eltern liegen bislang nicht vor.
Es wird um Verständnis gebeten, dass mit Blick auf die laufenden Ermittlungen derzeit keine weiteren Angaben gemacht werden können.

In diesem Zusammenhang wird um Mithilfe gebeten:

Wer hat über die Weihnachtsfeiertage etwas im Umfeld der Äußeren Hordorfer Straße und Paracelsusstraße in Halle (Saale) wahrgenommen, das mit den Geschehnissen im Zusammenhang stehen könnte?

Sachdienliche Hinweise nimmt die Polizeiinspektion Halle (Saale) unter der Rufnummer 0345/224 1291 entgegen.

Im Auftrag
gez. Cernota
Staatsanwalt

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<![CDATA[ Staatsanwaltschaft Halle durchsucht Diensträume der Stadt Halle (Saale) in einem Ermittlungsverfahren gegen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand ]]> Mon, 22 Feb 21 13:49:01 +0100 Mit Unterstützung der Polizeiinspektion Halle (Saale) vollzieht die Staatsanwaltschaft Halle seit heute Morgen zwei Durchsuchungs- und Beschlagnahmebeschlüsse in Diensträumen der Stadt Halle in einem Ermittlungsverfahren gegen Oberbürgermeister Dr. Bernd Wiegand wegen des Verdachts der veruntreuenden Unterschlagung von Teilen des der Stadt seit Ende Dezember 2020 zur Verfügung gestellten Corona-Impfstoffes.


Dr. Bernd Wiegand ist verdächtig, unter Missachtung der in der Corona-Virus-Impfverordnung des Bundesministers für Gesundheit geregelten Impfreihenfolge dafür gesorgt zu haben, dass er selbst sowie weitere noch nicht berechtigte Personen bereits mit dem Corona-Virus-Impfstoff geimpft worden sind.
Der bislang öffentlich durch Presseverlautbarungen sowie Erklärungen des Oberbürgermeisters Dr. Wiegand bekannt gewordene Sachverhalt kann den Straftatbestand der veruntreuenden Unterschlagung erfüllen.
Der der Stadt Halle (Saale) und damit dem Beschuldigten als deren Hauptverwaltungsbeamten anvertraute und ihm nicht gehörende Impfstoff unterliegt den rechtlichen Vorgaben der Corona-Virus-Impfverordnung und darf auch hinsichtlich sogenannter Impfreste nur in der dort vorgesehenen Reihefolge, nämlich zunächst nur denjenigen Bevölkerungsteilen zugute kommen, die in der Gefahr stehen, einen besonders schweren oder gar tötlichen Krankheitsverlauf einer Corona-Virus-Infektion zu erleiden.

Die heute begonnene und noch andauernde Durchsuchung erstreckt sich auf das Büro des Oberbürgermeisters der Stadt Halle (Saale), auf Diensträume des städtischen Gesundheitsamtes sowie des Impfzentrums und dient dem Auffinden und der Sicherstellung von Beweismitteln zur Aufklärung des bislang nur in Teilen öffentlich bekannten Sachverhaltes.

Die Durchsuchungsanordnung, die am 17.02.2021 auf Antrag der Staatsanwaltschaft ergangen war, setzt rechtlich nur einen auf zureichenden tatsächlichen Anhaltspunkten beruhenden Anfangsverdacht einer Straftat voraus.

Sie bedeutet keine Vorverurteilung. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Die Staatsanwaltschaft ist allerdings gesetzlich verpflichtet, für die Aufklärung auch mittels des Vollzuges der angeordneten Maßnahmen Sorge zu tragen, wenn sie Gründe für die Annahme hat, dass auf andere Weise Aufklärung erschwert oder unmöglich ist.

I.V. gez. Dr. Lenzner
Oberstaatsanwalt  

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<![CDATA[ Tötungsdelikt in Merseburg ]]> Mon, 16 Apr 18 00:00:00 +0200 Im Fall der am vergangenen Wochenende in ihrer Wohnung in Merseburg tot aufgefundenen einundzwanzig Jahre alten Frau hat sich der Verdacht eines Tötungsdelikts weiter erhärtet. Am heutigen Vormittag hat eine rechtsmedizinische Sektion stattgefunden, die die Annahme eines gewaltsamen Todes der jungen Frau von dritter Hand bestätigt hat. Ein Tatverdacht besteht im Moment gegen einen jungen Mann aus Hessen. Die Ermittlungen zu den Hintergründen werden in Zusammenarbeit mit der hessischen Polizei geführt und dauern an. Aus ermittlungstaktischen Gründen können derzeit keine weiteren Informationen zum Vorfall bekannt gegeben werden.  

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<![CDATA[ Ermittlungen im Fall Oury Jalloh eingestellt ]]> Thu, 12 Oct 17 00:00:00 +0200 Nach sorgfältiger Prüfung der vorliegenden Erkenntnisse hat die Staatsanwaltschaft Halle die Ermittlungen zum Tod des Oury Jalloh eingestellt, weil das am 07.12.2012 von Amts wegen eingeleitete Verfahren keine ausreichenden tatsächlichen Anhaltspunkte für eine Beteiligung Dritter an der Brandlegung ergeben hat und eine weitere Aufklärung nicht zu erwarten ist. Die Auswertung der zahlreichen Gutachten verschiedener Fachrichtungen lässt nur den Schluss zu, dass der konkrete Ausbruch des Brandes, dessen Verlauf und das Verhalten des Oury Jalloh nicht sicher nachgestellt und nicht eindeutig bewertet werden können. Auch der von zwei verschiedenen Sachverständigen vorbereitete, gemeinsam durchgeführte und getrennt begutachtete Brandversuch vom 18.08.2016 hat keine sicheren Erkenntnisse erbracht. Es bleibt eine Vielzahl von Möglichkeiten denkbar, die zu widerstreitenden, sich teils wechselseitig ausschließenden Darlegungen der in die Auswertung einbezogenen Sachverständigen unterschiedlicher Fachbereiche führen. Ein Inbrandsetzen des Oury Jalloh unter Verwendung größerer Mengen eines Brandbeschleunigers ist gutachterlich allerdings ausgeschlossen worden. Von besonderer Bedeutung ist auch, dass die beteiligten rechtsmedizinischen Sachverständigen davon ausgehen, dass Oury Jalloh bei Brandausbruch gelebt hat, und seine Handlungsfähigkeit und mithin eine Brandlegung durch ihn selbst nicht ausgeschlossen werden kann. Die Anwälte der Hinterbliebenen werden nunmehr im gesetzlich vorgegebenen Rahmen Einsicht in die Akten erhalten. Eine Veröffentlichung der Verfahrensakten ist dagegen nach den Regelungen der Strafprozessordnung nicht möglich. Zum Hintergrund: Oury Jalloh wurde am Mittag des 07.01.2005 verbrannt in einer Polizeizelle des Polizeireviers Dessau aufgefunden. Er war dort verstorben. Die Staatsanwaltschaft Dessau hat noch im Jahr 2005 wegen der Verursachung des Todes zwei Polizeibeamte des Reviers wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Nach dem Ergebnis der Ermittlungen und insbesondere aufgrund der damals vorliegenden Gutachten und der Spurenlage sowie den Ausführungen der angehörten Sachverständigen (Brandgutachter, Rechtsmediziner u.a.) erschien es als wahrscheinlich, dass der Brand vom Tatopfer selbst gelegt war. Das Landgericht Magdeburg verurteilte einen der Beamten wegen fahrlässiger Tötung zwischenzeitlich (2012) zu einer Geldstrafe, weil dieser es als Dienstgruppenleiter unterlassen hatte, der nicht gebotenen Inhaftierung des Oury Jalloh entgegenzuwirken bzw. einem Gewahrsamsbeamten die Aufsicht über den Inhaftierten persönlich zu übertragen und er damit für dessen Tod mitverantwortlich war (21 Ks 8/10). Der andere Beamte war bereits zuvor vom Landgericht Dessau-Roßlau freigesprochen worden. Im Zuge der landgerichtlichen Hauptverhandlung fielen dem damaligen Sitzungsvertreter der Staatsanwaltschaft Ungereimtheiten in Bezug auf den Ausbruch des Feuers auf, die ihn veranlassten, ein weiteres Todesermittlungsverfahren einzuleiten. Dieses führte zunächst zu keinen neuen Erkenntnissen. Nach Kenntnisnahme eines britischen Brandgutachtens (veröffentlicht durch Dritte Ende Oktober 2015) verdichteten sich Zweifel. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat daher den Versuch unternommen, den Brand nochmals nachstellen und interdisziplinär gutachterlich untersuchen zu lassen. Zu diesem Zweck fand im August 2016 ein Brandversuch in Bad Schmiedeberg statt. Die ersten Auswertungsergebnisse lagen Ende 2016 vor. Die Feststellungen der beiden Brandsachverständigen waren sodann zwingend mit den bereits vorliegenden rechtsmedizinischen Gutachten, Brand- und Bewegungsversuchen sowie diversen Materialuntersuchungen (Fasern, Brandschutt, Feuerzeugreste) des Originalereignisses abzugleichen. Dazu gab es interdisziplinäre Gespräche und ergänzende schriftliche Anfragen. Seit April 2017 ist die sachverständige Bewertung des Brandversuchs als abgeschlossen anzusehen. Die Generalstaatsanwaltschaft Naumburg hat Anfang Juni 2017 von ihrem Substitutionsrecht gemäß § 145 Abs. 1 GVG Gebrauch gemacht und die weitere Bearbeitung des Todesermittlungsverfahrens Oury Jalloh der Staatsanwaltschaft Halle übertragen.

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<![CDATA[ Einstellung der Ermittlungen wegen des Brandanschlags auf die geplante Asylbewerberunterkunft in Tröglitz am 04. April 2015 ]]> Fri, 22 Jul 16 00:00:00 +0200 Die Staatsanwaltschaft Halle hat am 11.07.2016 das Ermittlungsverfahren wegen des Brandanschlags auf die geplante Asylbewerberunterkunft in Tröglitz am 04. April 2015 eingestellt, weil der/die Täter, die dafür verantwortlich sind, nicht ermittelt werden konnten. In den frühen Morgenstunden des Tattages waren der/die Täter durch eine Seitentür in das Objekt gewaltsam eingedrungen und hatten Brandbeschleuniger aus zwei mitgeführten Kanistern an mehreren Stellen innerhalb des Gebäudes verteilt und entzündet. Die Flammen erfassten insbesondere das Dachgeschoss des Gebäudes, wodurch ein erheblicher Sachschaden entstand. Die noch in einem Teil des Gebäudes lebenden Bewohner konnten durch Nachbarn rechtzeitig gewarnt werden und wurden nicht verletzt. Im Rahmen der Ermittlungen durch das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt ist ca. 350 Hinweisen zu Personen bzw. zu im Rahmen der Öffentlichkeitsfahndung abgebildeten Gegenständen nachgegangen worden. Circa 600 Haushalte in Tröglitz sind zum Sachverhalt aufgesucht und befragt worden, ca. 250 Vernehmungen sind im Zusammenhang mit der Brandstiftung durchgeführt worden. Soweit die Vielzahl der ausgewerteten Spuren und eingegangenen Hinweise in Verbindung mit weiteren Untersuchungen zu 6 namentlich bekanntgemachten Personen geführt hat, die mit dem Brand in Verbindung gestanden haben könnten, haben sich diese Verdachtsmomente nicht bestätigt. Schließlich hat auch ein Abgleich der am Tatort festgestellten und gesicherten Spuren mit vorliegendem Vergleichsmaterial von über 100 Personen nicht zu einer Aufklärung des Verbrechens geführt. Weitere, erfolgversprechende Ermittlungsansätze sind derzeit nicht ersichtlich.

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<![CDATA[ Durchsuchung Stadtwerke Eisleben ]]> Thu, 26 Apr 12 00:00:00 +0200 Die Staatsanwaltschaft Halle hat heute in Vollziehung von Beschlüssen des Amtsgerichts Halle (Saale) die Geschäftsräume der Stadtwerke Lutherstadt Eisleben GmbH durchsucht. Gegen zwei leitende Mitarbeiter der Stadtwerke und einen Bauunternehmer aus der Region besteht der Verdacht der Untreue. Die Beschuldigten sollen seit 2011 Rechnungen ohne realen Leistungsinhalt (Scheinrechnungen) gelegt bzw. zum Nachteil der Stadtwerke bezahlt haben. Dabei könnte ein Schaden von über 100 T? entstanden sein. Zudem besteht der Verdacht des Betruges zum Nachteil eines Netzbetreibers durch wissentlich falsche ? nämlich zu geringe ? Angabe der im Versorgungsgebiet erreichten Leistungsspitze. Diese stellt einen Berechnungsfaktor für den zu entrichtenden Netznutzungspreis dar, weshalb dem Netzbetreiber ein Schaden in noch unbekannter Höhe entstanden sein könnte. Es wurden umfangreiche Unterlagen und elektronische Daten gesichert, die nunmehr ausgewertet werden müssen.

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<![CDATA[ Durchsuchung Stadtwerke Eisleben ]]> Thu, 26 Apr 12 00:00:00 +0200 Die Staatsanwaltschaft Halle hat heute in Vollziehung von Beschlüssen des Amtsgerichts Halle (Saale) die Geschäftsräume der Stadtwerke Lutherstadt Eisleben GmbH durchsucht. Gegen zwei leitende Mitarbeiter der Stadtwerke und einen Bauunternehmer aus der Region besteht der Verdacht der Untreue. Die Beschuldigten sollen seit 2011 Rechnungen ohne realen Leistungsinhalt (Scheinrechnungen) gelegt bzw. zum Nachteil der Stadtwerke bezahlt haben. Dabei könnte ein Schaden von über 100 T? entstanden sein. Zudem besteht der Verdacht des Betruges zum Nachteil eines Netzbetreibers durch wissentlich falsche ? nämlich zu geringe ? Angabe der im Versorgungsgebiet erreichten Leistungsspitze. Diese stellt einen Berechnungsfaktor für den zu entrichtenden Netznutzungspreis dar, weshalb dem Netzbetreiber ein Schaden in noch unbekannter Höhe entstanden sein könnte. Es wurden umfangreiche Unterlagen und elektronische Daten gesichert, die nunmehr ausgewertet werden müssen.

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