Landesportal Sachsen-Anhalt - Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie https://www.sachsen-anhalt.de/bs/pressemitteilungen/ Pressemitteilungen der Landesverwaltung Sachsen-Anhalt sowie nachgeordneter Behörden und Bereiche de-de Sun, 27 Nov 22 09:16:34 +0100 <![CDATA[ Nachhaltig arbeiten und im Land etwas bewegen? Die Umwelt- und Landwirtschaftsverwaltung bietet viele Karrierechancen! ]]> Thu, 23 Sep 21 16:37:30 +0200 Magdeburg. Den Waldumbau gestalten? Seltene Tiere und Pflanzen schützen? Oder den Wandel in der Landwirtschaft begleiten? Sachsen-Anhalt sucht wieder engagierten Nachwuchs für seine Umwelt-, Forst- und Landwirtschaftsverwaltung. Gefragt sind Menschen, die Verantwortung für die Zukunft unseres Bundeslandes übernehmen wollen.

Der Landesdienst bietet krisensichere Arbeitsplätze mit zahlreichen Karrierechancen. Wer Interesse hat, kann am 24. oder 25. September 2021 auf der Messe „Perspektiven“ in Magdeburg den Grundstein für eine erfolgreiche und spannende berufliche Zukunft beim Land Sachsen-Anhalt legen. In Messehalle 1, am Stand Nummer 146 informieren die Ministerien für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt sowie für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten über die Möglichkeiten der Vorbereitungsdienste, dualen Studiengänge und Praktika. Der Eintritt ist frei.

Der Vorbereitungsdienst ist eine zusätzliche verwaltungsbezogene Ausbildung, die auf einem Hochschulstudium aufbaut. Er ist Voraussetzung, um Beamtin oder Beamter in der jeweiligen Laufbahn zu werden. Der Vorbereitungsdienst dauert zwischen 1,5 und 2 Jahren. Dabei lernen die Anwärterinnen und Anwärter sowie die Referendarinnen und Referendare die verschiedenen Bereiche in der Forst-, Umwelt- oder Landwirtschaftsverwaltung in Sachsen-Anhalt kennen und absolvieren Lehrgänge im Verwaltungs- und Fachrecht. So sind sie gut gewappnet für ihre berufliche Zukunft im Dienst des Landes. Während des Vorbereitungsdienstes werden zwischen 1.700 und 2.500 Euro im Monat gezahlt.
In diesem Jahr werden zum 1. Oktober 2021 insgesamt 13 neue Anwärterinnen und Anwärter der Umwelt-, Forst- und Landwirtschaftsverwaltung ihren Vorbereitungsdienst unter Berufung in das Beamtenverhältnis auf Widerruf beginnen. Für die Umweltverwaltung (Umwelttechnik und Wasserwesen) konnten vier Nachwuchskräfte gewonnen werden. Im Forstdienst beginnen sieben junge Menschen ihre neue Laufbahn im Rahmen des Dualen Studiums „Forstwirtschaft und Ökosystemmanagement“. Im Bereich der Landwirtschaft werden zwei Anwärter/-innen eingestellt. Zum 1. Juni 2021 wurden bereits zwei Forstreferendare eingestellt.

Mehr unter: https://lsaurl.de/mVmk und www.messe-perspektiven.de

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<![CDATA[ Neue Hausleitung des Ministeriums nimmt Amtsgeschäfte auf ]]> Mon, 20 Sep 21 15:30:58 +0200 Magdeburg. Nach der Regierungsbildung am vergangenen Donnerstag hat Sachsen-Anhalts neuer Minister für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt, Prof. Dr. Armin Willingmann, am Montag offiziell die Amtsgeschäfte aufgenommen. „In den kommenden fünf Jahren werden wir in Sachsen-Anhalt auf Innovationen und Nachhaltigkeit setzen, damit sich unser Land auch in Zeiten des Klimawandels erfolgreich weiterentwickelt“, kündigte Willingmann bei der Begrüßung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums in Magdeburg an. „Wirksamer Klima- und Umweltschutz sowie eine erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung schließen sich meines Erachtens nicht aus, sondern bedingen einander mehr denn je“, betonte der Minister. „Deshalb wollen wir den Aufbau einer nachhaltigen, klimaneutralen Wirtschaft fördern, den Ausbau Erneuerbarer Energien vorantreiben und Sachsen-Anhalt zu einer führenden Modellregion für die Produktion und Nutzung von grünem Wasserstoff in Deutschland entwickeln. Dazu wird auch die enge Verknüpfung mit dem Bereich Wissenschaft und Forschung im neuen Ressort beitragen.“

Für Willingmann beginnt bereits die zweite Amtszeit als Mitglied der Landesregierung, wenngleich mit verändertem Aufgabenbereich. In der vergangenen Legislaturperiode war er Minister im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung. Der künftigen Hausleitung des neu strukturierten Ministeriums für Wissenschaft, Energie, Klimaschutz und Umwelt – kurz: MWU – gehören neben Willingmann auch die Staatssekretäre Thomas Wünsch und Dr. Steffen Eichner an. Thomas Wünsch war von 2016 bis 2021 Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Dr. Steffen Eichner seit 2013 Vizepräsident des Landesverwaltungsamtes. „Wir sind hoch motiviert, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Ministeriums die vor uns liegenden Aufgaben, zu denen die Zukunftsthemen unserer Zeit gehören, anzupacken“, erklärte Willingmann. „Das MWU soll ein Gestaltungsministerium sein, das maßgeblich zur erfolgreichen Entwicklung Sachsen-Anhalts in den kommenden fünf Jahren beitragen wird.

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<![CDATA[ „TASIMA-Preis 2021“ geht an Nachhaltigkeitsprojekt der Vitopia Genossenschaft ]]> Wed, 15 Sep 21 12:01:27 +0200 Magdeburg. Die Tagung Siedlungsabfallwirtschaft Magdeburg, kurz: „TASIMA“, feiert ihr 25-jähriges Jubiläum. Im Beisein von Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert wurde der mit 300 Euro dotierte „TASIMA-Preis 2021“ an das Nachhaltigkeitsprojekt „Lebensraum am Fluss – Kultopia e. V.“ der Vitopia Genossenschaft verliehen. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert gratulierte herzlich, lobte das vorbildliche Engagement für den Klimaschutz und wünschte der Genossenschaft weiterhin gutes Gelingen.

Unter dem Motto „Abfallwirtschaft ohne Grenzen" haben das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, die Hochschule Magdeburg-Stendal, die Otto-von-Guericke-Universität und die Müllheizkraftwerk Rothensee GmbH am 15. und 16. September 2021 zur alljährlichen TASIMA nach Magdeburg eingeladen. Anlässlich der Tagung wird in jedem Jahr der TASIMA-Preis ausgelobt. Dieses Mal stand das Thema Nachhaltigkeit im Mittelpunkt des Wettbewerbs. Die Jury der Veranstalter hat das beste Projekt aus einer Bildungseinrichtung bzw. einer zivilgesellschaftlichen Initiative für ein nachhaltiges Zukunftsprojekt ausgewählt.

Zur Jubiläumsveranstaltung heute und morgen diskutieren Expertinnen und Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung über die Kreislaufwirtschaft regional und national, Recyclingquoten oder nachhaltige Produktpolitik. Effiziente und verlustarme Kreisläufe zum Schutz unserer wertvollen und knappen Ressourcen sowie neue Lösungen für Wertstoffe
werden erörtert.


Hintergrund:

Die Preisträger des TASIMA-Preises beschreiben ihr Projekt wie folgt: „Praxisnahe Lösungen für ressourcenschonendes Leben im Alltag werden seit 2012 von der Vitopia Genossenschaft in Ko-operation mit dem Verein „Lebensraum am Fluss–Kultopia e. V.“ im Magdeburger Herrenkrug-park umgesetzt. Im historischen Gärtnerhaus des Parks sind das Café Verde, eine Herberge und 400 Quadratmeter Wohnraum für die Mietergemeinschaft entstanden. Lösungen für ein ressourcenschonendes Leben werden hier implementiert, weiterentwickelt und der Alltag so Stück für Stück nachhaltiger gestaltet.“ Weitere Informationen: https://www.vitopia.de/

Die TASIMA hat sich als Treffpunkt des Erfahrungsaustauschs, des Wissenstransfers und des persönlichen Kennenlernens von Abfallwirtschaftlerinnen und Abfallwirtschaftlern im Land Sachsen-Anhalt und über die Landes- und Bundesgrenzen hinaus etabliert. Sie wendet sich vor allem an Führungskräfte und Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger von kommunalen und privatwirtschaftlich betriebenen Abfallwirtschaftsunternehmen, aber auch an Behörden, Forschungseinrichtungen, Ingenieurbüros und Technikhersteller.

Die TASIMA leistet einen Beitrag zum Klimaschutz, indem für jede Tagungsteilnehmerin und jeden Tagungsteilnehmer ein Baum an die Schülerinitiative „Plant for the Planet“ oder die Initiative „Otto pflanzt!“ gespendet wird. Seit 2011 konnte so die Anpflanzung von mehr als 1.400 Bäumen unterstützt werden.

Weitere Informationen rund um die Tagung finden sich hier: https://tasima.h2.de/

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<![CDATA[ Von der Theorie in die Praxis: Förderung innovativer Projekte in der Landwirtschaft ]]> Tue, 06 Jul 21 09:25:51 +0200 Magdeburg. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt hat zur fünften Antragsrunde für das Förderprogramm Europäische Innovationspartnerschaft „Landwirtschaftliche Produktivität und Nachhaltigkeit" (EIP AGRI) aufgerufen.

Das Förderprogramm EIP AGRI ist ein Instrument der Europäischen Union zur Förderung von Innovationen in der Landwirtschaft. Das Förderprogramm schafft die Möglichkeit, mit Kooperationspartnern Innovationen im Rahmen von Projekten in Sachsen-Anhalt umzusetzen bzw. zu initiieren. Voraussetzung ist unter anderem die Bildung einer Operationellen Gruppe, der neben wissenschaftlichen Partnern auch mindestens ein Mitglied aus dem landwirtschaftlichen Bereich angehören muss. Gefördert wird in sogenannten Calls (Aufrufen).

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erläuterte die Ziele des Förderprogramms: „Schon jetzt spüren wir die Auswirkungen der Klimakrise. Deshalb brauchen wir neue Konzepte und Methoden, die unsere Landwirtschaft stärken und den heimischen Anbau ermöglichen. Wir unterstützen im Rahmen von EIP AGRI engagierte Menschen mit pfiffigen Ideen und deren Projekte, die als Kooperationspartner gemeinsam Innovationen in Sachsen-Anhalt umsetzen wollen.“

Die innovativen Projekte sollen zur Verbesserung der Ressourceneffizienz, der Umweltleistung und der Nachhaltigkeit in der Produktion landwirtschaftlicher Erzeugnisse beitragen. „Wir unterstützen damit eine schnellere Überleitung von Forschungsergebnissen in die Praxis. Unsere land- und forstwirtschaftlichen Unternehmen können direkt von den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen profitieren“, erklärte die Ministerin.

Die potentiellen Operationellen Gruppen (OG) haben die Möglichkeit, ihre Projektideen mit den notwendigen Antragsunterlagen bis zum 29. Oktober 2021 beim Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle (Saale) einzureichen.


Hintergrund:
Die Finanzierung des Förderprogramms setzt sich aus verschiedenen Quellen zusammen: Zum einen sind das EU-Mittel des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER). Zum anderen werden die Projekte aus Landesmitteln kofinanziert. Der EU-Anteil beträgt im Förderprogramm EIP AGRI bis zu 90 Prozent. Insgesamt stehen in der laufenden EU-Förderperiode rund 12,7 Millionen Euro zur Verfügung. In den seit 2017 bereits gelaufenen vier Aufrufen konnten Projekte von neun Operationellen Gruppen bewilligt werden. Dadurch sind aktuell Mittel in Höhe von rund 5,3 Millionen Euro gebunden. Somit stehen für den fünften Aufruf rund 7,4 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bekanntgabe des abschließend zur Verfügung stehenden Förderbudgets erfolgt am 15. Januar 2022. Die Antragstellung wird durch das Institut für Ländliche Strukturforschung als Innovationsdienstleister begleitet.

Weitere Informationen zum Antragsverfahren und Beispiele schon geförderter Projekte sind online zu finden unter:
https://mule.sachsen-anhalt.de/landwirtschaft/europaeische-innovationspartnerschaften/

Mehr Informationen zum Institut für Ländliche Strukturforschung als Innovationsdienstleister finden Sie unter:
https://www.ifls.de/

Kontakt zum Ansprechpartner, M.A. Oliver Müller: eip.sachsen-anhalt@ifls.de.


Bitte beachten Sie die Datenschutzerklärung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft und Energie des Landes Sachsen-Anhalt, die Sie hier einsehen oder unter datenschutz@mule.sachsen-anhalt.de abfordern können.

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<![CDATA[ Ein Zuhause für Erdkröte und Co.: 13,5 Millionen Euro für über 264 erfolgreiche Projekte im Artenschutz ]]> Fri, 02 Jul 21 11:41:58 +0200 Magdeburg. Seit dem Beginn des Programms „Artensofortförderung“ im Jahr 2019 hat Sachsen-Anhalt bereits rund 13,5 Millionen Euro in 264 einzelne Maßnahmen zum Schutz der Artenvielfalt und der Gewässer investiert.

Bei einem Besuch in Harbke überzeugte sich Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert selbst von der Notwendigkeit eines Projektes: der Waschhausteich Harbke ist verschlammt und von Blutalgen geplagt. Mithilfe der Artensofortförderung wird er nun für rund 338.000 Euro saniert. „Jetzt wird der Teich entschlammt, der Ablauf erneuert und die Böschung neu gestaltet. Dann werden sich die seltene und streng geschützte Erdkröte und hoffentlich auch der Grasfrosch und der Teichmolch wieder wohl fühlen. So wird der Waschhausteich wieder ein Zuhause für seltene Tiere“, begründet die Ministerin das finanzielle Engagement des Landes.

„Die aus Landesmitteln finanzierte Artensofortförderung hat sich bewährt und wird gebraucht. Rechnet man die 139 Maßnahmen des Umweltsofortprogramms aus dem Jahr 2017 hinzu, so wurden über 400 kleine, aber sehr wirksame Projekte im gesamten Land umgesetzt“, resümiert die Ministerin.

„Zum Teil schlummerten Teichsanierungen, Pläne für Sohlgleiten oder die Pflege von Streuobstwiesen schon lange in den Schubladen, doch es fehlte oft an den Mitteln, die Maßnahmen durchzuführen. Ich freue mich, dass es uns an so vielen Stellen im Land gelungen ist, die Bemühungen der Menschen vor Ort zu unterstützen. Hier in Harbke haben die Gemeinde, der Denkmalpflegeverein und der Unterhaltungsverband „Großer Graben“ gemeinsam an einem Strang gezogen. Das ist gelebter Naturschutz! Dieses Engagement verdient großen Respekt“, ergänzte Dalbert und dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz für Natur- und Artenschutz.


Hintergrund
Das Umweltsofortprogramm wurde im Jahr 2017 durchgeführt. Mit dem Förderprogramm wurden insgesamt 139 Maßnahmen umgesetzt. Bei den durchgeführten Maßnahmen handelte es sich um verschiedene Gewässerrenaturierungsprojekte in und an Gewässern erster und zweiter Ordnung sowie Naturschutzmaßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt und Verbesserung von Lebensräumen. Weil noch viele weitere kleine Projekte zum Schutz von heimischen Tieren und Pflanzen in unserem Land auf Umsetzung warteten, folgte 2019 bis bisher 2021 ein anschließendes Programm: die Artensofortförderung. Mit der Artensofortförderung werden ebenfalls viele kleine und zügig umsetzbare Umweltvorhaben im ganzen Land mit jährlich fünf Millionen Euro Landesmittel ermöglicht.

Mehr Informationen:
Artensofortförderung ab 2019: Artensofortförderung (sachsen-anhalt.de)
Umweltsofortprogramm 2017: Umweltsofortprogramm (sachsen-anhalt.de)

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<![CDATA[ Regional und lecker: Bester Obsthofladen 2021 gesucht! ]]> Fri, 02 Jul 21 12:16:31 +0200 Magdeburg. Das Landwirtschaftsministerium in Sachsen-Anhalt ruft zur Teilnahme am diesjährigen Wettbewerb für direktvermarktende Obstbaubetriebe im Land auf. Der Gewinner wird als „Obsthofladen des Jahres 2021“ ausgezeichnet. Interessierte Betriebe mit einem eigenen Hofladen können sich bis zum 28. Juli 2021 bewerben. Mit der Auszeichnung soll die Direktvermarktung im Land unterstützt werden.

„Wenn Sie in Ihrem Obsthofladen selbsterzeugtes frisches Obst anbieten und Ihre Produkte qualitativ hochwertig sind, dann nutzen Sie die Chance und werden Sie „Obsthofladen des Jahres 2021“. Wenn wir die Menschen dazu bewegen können, regional einzukaufen, tragen wir zur Wertschöpfung in unseren ländlichen Räumen bei. Regionale Produkte sind frisch, klimafreundlich und lecker!“, ruft Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert zur Teilnahme auf.

Der Wettbewerb „Obsthofladen des Jahres“ wird zum zweiten Mal ausgelobt. Es können sich alle direktvermarktenden Obstbaubetriebe bewerben, die neben Obst auch Verkauf, Präsentation und Weiterverarbeitung von selbsterzeugtem Obst und deren Produktveredelungen anbieten. Der Hauptgeschäftssitz muss in Sachsen-Anhalt sein.

Eine Bewertungskommission unter Leitung der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau wird im Zeitraum vom 1. August bis 30. Oktober 2021 die Hofläden beurteilen. Das besondere Augenmerk liegt auf Regionalität der zusätzlich angebotenen Produkte und der nachhaltigen Produktion sowie der Vermarktung. Den Titel erhält der Hofladen, der sich unter anderem durch höchste Qualität der selbsterzeugten Waren und deren Produktveredelungen, Engagement, Service sowie das Ambiente des Ladens auszeichnet. Stärker gewichtet wird im diesjährigen Wettbewerb das standortgerechte Konzept der Obsthofläden. Die Ministerin wird vor Ort die Auszeichnung mit einem Ehrenpreis vornehmen.


Hintergrund:
Den Titel „Obsthofladen des Jahres 2020“ trägt Obsthof Müller aus Querfurt. Das Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie in Sachsen-Anhalt hatte den Wettbewerb im Jahr 2019 das erste Mal ausgelobt. Der Hofladen des Obsthofes Müller überzeugte die Jury mit einem sorgfältig ausgewählten Sortiment, der angenehmen Atmosphäre und offenen Gestaltung des Verkaufsraums sowie mit der hohen Qualität der angebotenen Produkte. Beeindruckt zeigte sich die Jury außerdem vom hohen Anteil regionaler Produkte im Sortiment.

Mehr Informationen zum Preisträger 2019: Obsthof Müller aus Querfurt ist der Gewinner des Wettbewerbes „Obsthofladen des Jahres 2020“ (sachsen-anhalt.de)

Das Anmeldeformular sowie Informationen zum Wettbewerb sind hier zu finden: Preise und Wettbewerbe (sachsen-anhalt.de)

Direktvermarktende Betriebe und eine Übersicht über Hofläden sind auf dem „Marktplatz Sachsen-Anhalt“ zu finden: Marktplatz Sachsen-Anhalt (marktplatz-sachsen-anhalt.com); für Obst: Regionales Obst (marktplatz-sachsen-anhalt.com)

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<![CDATA[ Der Landessportbund übernimmt weiterhin Verantwortung für Natur- und Klimaschutz ]]> Thu, 17 Jun 21 13:00:54 +0200 Magdeburg. Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert und die Präsidentin des LandesSportBundes Sachsen-Anhalt e.V., Silke Renk-Lange, haben heute die gemeinsame Rahmenvereinbarung „Sport und Naturschutz in Sachsen-Anhalt“ unterzeichnet. Darin verpflichten sich die mehr als 350.000 Sportlerinnen und Sportler des Landes, mit der Natur sorgsam umzugehen und das Klima sowie die Ressourcen zu schonen. Das Umweltministerium sichert dem organisierten Sport eine frühzeitige Beteiligung bei der Anhörung in Rechtssetzungsverfahren zu, bei denen die Sportausübung betroffen ist.

Die Vorgängervereinbarung aus dem Jahr 2005 hat sich bewährt und wurde nun aktualisiert. Anpassungen wurden beispielsweise für Outdoor-Trendsportarten, wie Drachenflugsport oder Geocaching beim Wandern vorgenommen. Ebenso wurden Veränderungen im Naturschutzrecht, beispielsweise bei der NATURA-2000-Verordnung, berücksichtigt. Gleichzeitig verpflichten sich die Vereine, ihre Sportstätten ressourcenschonend und klimafreundlich zu gestalten. Das Ministerium als oberste Naturschutzbehörde steht dem Landessportbund mit fachlichem Rat unterstützend zur Seite.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert lobte das Engagement der 3.000 Sportvereine im Land: „Sport in der Natur tut einfach gut. Wandern, Kanu fahren, klettern, Mountainbiken – in Sachsen-Anhalts abwechslungsreicher Naturlandschaft findet jeder seinen Ausgleich. Aber die Natur ist verletzlich. Immer mehr Arten sind vom Aussterben bedroht. Wir Menschen dringen allzu oft in die Rückzugsräume der Tiere und Pflanzen. Ich freue mich wirklich sehr darüber, dass sich die Sportlerinnen und Sportler im Land dazu verpflichten, sensibel zu sein, sich naturverträglich zu verhalten und mögliche Konflikte bei der Nutzung zu erkennen sowie gemeinsam mit den Naturschutzbehörden nach Lösungen suchen. Wie gut so ein Dialog funktionieren kann, zeigt zum Beispiel die enge Zusammenarbeit der Harz-Gebirgsläufer mit dem Nationalpark Harz.“

Die Präsidentin des LandesSportBundes, Silke Renk-Lange, freute sich über den erfolgreichen Abschluss der neu gefassten Rahmenvereinbarung: „Der Sport ist sich seiner Verantwortung für den Naturschutz bewusst. Viele Outdoor-Sportarten sind auf eine Umwelt angewiesen. In der neuen Vereinbarung bekennen wir uns mit konkreten Maßnahmen wie der Erstellung von Verhaltensregeln für Natursportarten oder Initiativen zum Sportstättenbau mit alternativen Baustoffen klar zum Natur- und Klimaschutz. Sport soll auch in der freien Natur durchführbar bleiben. Wir setzen hier auf Dialogbereitschaft und Einbeziehung des Sports bei Themen wie z.B. bei der Befahrung von Wasserstraßen mit Sportbooten oder der sanften Ausübung von Sportarten wie Wandern oder Orientierungslaufen auch in Naturschutzgebieten.“

Neu an der Vereinbarung ist auch, dass das Freiwillige Ökologische Jahr in der Rahmenvereinbarung berücksichtigt wird. „Ich rate Ihnen, die Tatkraft sowie das Engagement junger Menschen zu nutzen und sie für den Natur- und Artenschutz zu begeistern. Die Sportvereine, die den ökologischen Freiwilligendienst anbieten wollen, erhalten unsere volle Unterstützung“, kündigte die Ministerin an.

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<![CDATA[ Dalbert: Müssen Tierleid verhindern und Brandschutz in Ställen endlich verbessern ]]> Fri, 11 Jun 21 15:01:10 +0200 Magdeburg. Die Konferenz der Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder (AMK) und das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft haben sich heute verständigt, dass bei Brandschutz in Tierhaltungsanlagen Handlungsbedarf besteht und gemeinsam Vorschläge zur Verbesserung erarbeitet werden müssen.

Sachsen-Anhalts Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert fordert schon seit 2018, den Brandschutz in Ställen wesentlich zu verbessern, um Tierleid zu verhindern. „Es ist erschreckend, dass regelmäßig Stallbrände passieren und dabei so viele Tiere zu Schaden kommen. Die Tiere können nicht weglaufen, sie verenden elendig. Wir müssen endlich handeln. Ich fordere Brandschutzmauern, strenge Anforderungen an elektrische Anlagen und Meldesysteme, die im Notfall auch wirklich funktionieren. Darüber hinaus muss eine schnelle Evakuierung der Tiere möglich sein und die Feuerwehr Platz haben, um ein Feuer zu löschen. Ich freue mich, dass wir uns auf einen gemeinsamen Fahrplan verständigen konnten, um in spätestens einem Jahr konkrete Vorschläge auf dem Tisch zu haben“, sagte sie.

Deutliche Kritik übte Dalbert am Bund: „Ministerin Klöckner hat es bisher verschlafen, tätig zu werden, obwohl der Bund problemlos bundeseinheitliche Vorschriften erlassen könnte. Das Tierschutzgesetz sieht vor, dass das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Vorschriften über Anforderungen an Sicherheitsvorkehrungen im Falle technischer Störungen oder im Brandfall erlassen kann. Eine solche Rechtsverordnung des Bundes fehlt bis heute.“

Der Beschluss der AMK sieht zudem vor, die Bauministerkonferenz mit einzubeziehen, um den vorbeugenden Brandschutz in Tierhaltungsanlagen zu verbessern

Hintergrund:

Sachsen-Anhalt hat schon im Jahr 2018 eine Initiative für mehr Brandschutz in Tierhaltungsanlagen auf der Agrarministerkonferenz (AMK) gestartet. Darauf hat die AMK einen Beschluss gefasst, wonach das BMEL von der Ermächtigungsnorm im § 2a Abs. 1 Nr. 6 TierSchG Gebrauch machen und Vorschriften über Anforderungen an Sicherheitsvorkehrungen im Falle technischer Störungen oder im Brandfall erlassen soll.

Auf der AMK im September 2019 haben die Länder beschlossen, Vorschläge für weitere Sicherheitsvorkehrungen, die aus ihrer Sicht zusätzlich zu den bestehen Regelungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erforderlich sind, zusammenzustellen. Eine Evaluierung der Brände und ihrer Ursachen sowie die konzeptartige Zusammenstellung, welche Maßnahmen aus Sicht der Länder daher zusätzlich zu den bereits bestehenden Regelungen angezeigt sind, sind aus Sicht Sachsen-Anhalts wesentlich, um mögliche weitere Schritte umsetzen zu können.

Sachsen-Anhalt hatte dazu eine umfangreiche Zuarbeit erstellt. Wesentliche Punkte sind:

  • Einführung amtlicher Kontrollen in Anlehnung an Brandsicherheitsschauen in landwirtschaftlichen Nutztierhaltungen,
  • Ausstattung der Nutztierställe mit automatischen Brandmeldeanlagen, welche auch die Lüftung überwachen,
  • Rauchabzugseinrichtungen, Vorhalten von Aktions- und Notfallplänen bezogen auf die konkrete Tierhaltungsanlage, die von der Feuerwehr im Brandfall genutzt werden können,
  • Einrichtung von Evakuierungszonen für das Entweichen der Tiere,
  • zwingende Anforderungen an elektrische Anlagen und Geräte in und auf Stallanlagen sowie
  • Vorgaben für betriebseigene Kontrollen und Prüfungen der technischen Anlagen durch Fachkräfte (Kriterien, Intervalle, Dokumentation).
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<![CDATA[ Sachsen-Anhalt weiterhin Dürre-Hotspot Deutschlands ]]> Sat, 05 Jun 21 10:32:21 +0200 Magdeburg. Unsere Wälder leiden nach wie vor unter der Trockenheit. Der Dürremonitor des Umweltforschungszentrums Leipzig (UFZ) sieht vor allem Sachsen-Anhalt weiterhin als Hotspot in Deutschland. Die Daten zeigen: Weite Teile Sachsen-Anhalts sind von schwerer bis außergewöhnlicher Dürre betroffen, vor allem die Altmark und der Osten unseres Landes. Die Defizite bestehen in den tieferen Bodenschichten bei 50 bis 140 cm. Gleichzeitig liegen die Grundwasserstände im März 2021 im Durchschnitt 43 cm unter dem mehrjährigen Mittelwert für März. Die Bodenwasserspeicher im oberen Bereich bis 50 cm sind dagegen gut gefüllt, da die Monate Januar und Februar sehr feucht waren.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert sorgt sich um die Land- und Forstwirtschaft: „Die Klimakrise ist bei uns angekommen. Wir spüren die Auswirkungen des Klimawandels: Unsere Böden sind ausgetrocknet. Im Frühjahr 2018 begann die Trockenheit. Seitdem sind die Bodenwasserspeicher nicht mehr aufgefüllt und die Grundwasserstände sind niedrig. Momentan bewegen wir uns auf einem schmalen Grat. Die Landwirtschaft profitiert zwar von dem feuchten Winter und den kühlen Frühjahrstemperaturen. Doch bei der Forstwirtschaft gibt es keine Entwarnung, da die tieferen Bodenschichten – für das Baumwachstum relevant – weiterhin Defizite aufweisen. Sowohl für die forstwirtschaftlichen Jungkulturen als auch die Landwirtschaft hoffe ich auf ausreichend Niederschläge in den nächsten Wochen. Die Jungbäume müssen eine Chance haben anzuwachsen, damit die Wiederaufforstung für klimastabile Mischwälder Erfolg hat.“


Hintergrund:

Dürremonitor des UFZ Leipzig:
https://www.ufz.de/index.php?de=37937

Grundwasserstände in Sachsen-Anhalt – Wochen- und Monatsbericht:
https://hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de/hydrologische-berichte/wochenbericht/?no_cache=1

https://hochwasservorhersage.sachsen-anhalt.de/hydrologische-berichte/monatsbericht/?no_cache=1

Klimawandel in Sachsen-Anhalt – Monitoringbericht 2020:
https://mule.sachsen-anhalt.de/energie/klimawandel/

Monatliche Klimadaten zu Niederschlag für Deutschland, Station Magdeburg:
https://www.wetterkontor.de/de/wetter/deutschland/monatswerte-niederschlag.asp?y=2021&m=4

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<![CDATA[ 40 Millionen Euro für Umwelt- und Naturschutz in der Landwirtschaft ]]> Fri, 04 Jun 21 10:06:33 +0200 Magdeburg. Bis Ende Mai haben rund 1.900 landwirtschaftliche Betriebe rund 40 Millionen Euro für umweltgerechte Produktionsverfahren sowie für den Schutz und Erhalt der Artenvielfalt erhalten. Die Gelder werden für die im Jahr 2020 erbrachten Leistungen im Rahmen des ökologischen Landbaus, der extensiven Bewirtschaftung von Dauergrünland, dem Blühstreifenprogramm, der freiwilligen Naturschutzleistungen und des Natura 2000-Ausgleiches gezahlt.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert lobte das außerordentliche Engagement der Landwirtinnen und Landwirte: „Landwirtschaft und Naturschutz brauchen einander. Es geht nur gemeinsam. Nur gemeinsam haben wir Erfolg. Unsere Landwirtschaft hat ein großes Interesse daran, das Artensterben zu stoppen und nachhaltig zu wirtschaften. Das zeigt der steigende Anteil an Ökolandbau und die Resonanz für unserem Projekt „kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“ in der Börde, in dem nach dem „niederländischen Modell“ Naturschutzbehörden und -verbände sowie Landwirtinnen und Landwirte gemeinsam an einem Strang ziehen. Natur- und Artenschutz werden effektiver und für die Betriebe sinkt der Verwaltungsaufwand. Das Modellprojekt wollen wir auf andere Gebiete im Land in Zukunft ausweiten. Zudem leisten unsere Weidetierhalter einen erheblichen Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft. Von diesen Leistungen profitieren wir alle und fördern sie daher finanziell. Ich danke den Landwirtinnen und Landwirten im Land für ihren Einsatz für Artenvielfalt sowie Klimaschutz!“

Die größten Förderanteile entfallen mit 22,8 Millionen Euro auf den ökologischen Landbau und mit 6,3 Millionen Euro auf die extensive Bewirtschaftung von Dauergrünland, gefolgt von 5,0 Millionen Euro für freiwillige Naturschutzleistungen, 3,9 Millionen Euro für den Natura 2000-Ausgleich und 1,6 Millionen Euro für das Blühstreifenprogramm.

Lediglich wenige Einzelfälle und das Programm zur Ausbringung fester Wirtschaftsdünger werden erst im Juni 2021 ausgezahlt. Die Zahlungen erfolgen daher weit vor der nach EU-Recht gesetzten Zahlungsfrist für ELER-Mittel. Diese schreibt vor, dass die Mittel bis 30. Juni des Folgejahres nach erbrachter Verpflichtung fließen müssen.

Hintergrund:

Mit Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) sollen zusätzliche freiwillige Leistungen in Bezug auf Umwelt-, Klima- und Naturschutz unterstützt werden, um Beeinträchtigungen der Umweltmedien Boden, Wasser und Luft sowie der Biodiversität zu verringern. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Teilmaßnahmen, die der Wiederherstellung, Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt und der Verhinderung der Bodenerosion und der Verbesserung der Bodenbewirtschaftung dienen.

Der Natura 2000-Ausgleich Landwirtschaft trägt zur Stabilisierung der landwirtschaftlichen Produktion in der Natura 2000-Gebietskulisse und in Naturschutzgebieten des Landes zur Erhaltung der naturnahen und durch menschliche Nutzung entstandenen und geprägten Lebensräume und der darin vorkommenden Arten bei. Er wird beim Vorliegen von Bewirtschaftungsbeschränkungen auf Dauergrünlandflächen hinsichtlich der Düngung, hier Verbot oder Einschränkung der Stickstoff-Düngung, gewährt.

Der ökologische Landbau führt zur nachhaltigen Verbesserung der natürlichen und wirtschaftlichen Produktionsbedingungen im Einklang mit den Belangen des Schutzes der Umwelt und der Erhaltung des natürlichen Lebensraumes. In Sachsen-Anhalt wird die Einführung und Beibehaltung ökologischer Anbauverfahren im gesamten Betrieb gefördert.

Der Europäische Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) sowie der Bund und das Land beteiligen sich an den förderfähigen Ausgaben.

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<![CDATA[ Sachsen-Anhalt braucht eine starke Forschung für eine zukunftsfähige Landwirtschaft ]]> Thu, 03 Jun 21 16:22:55 +0200 197367 <![CDATA[ Klimaziel erreicht! Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2020 betrug rund 30,1 Millionen Tonnen ]]> Sun, 30 May 21 12:00:52 +0200 Magdeburg. Das im Koalitionsvertrag definierte Ziel im Jahr 2020 nur noch 31,3 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente auszustoßen, wurde übererfüllt. Nach einer durchgeführten Emissionsschätzung des Landesamtes für Umweltschutz betrug der Ausstoß von Treibhausgasen im Jahr 2020 nach der üblichen Quellenbilanz rund 30,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.

Neben den Effekten der Pandemie waren vor allem Minderungen in der Energiewirtschaft ausschlaggebend: So haben sich die Emissionen aus der Verstromung von Braunkohle verringert. Hinzu kommt der Ausbau der erneuerbaren Energien.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert freut sich und ruft gleichzeitig zu mehr Anstrengung auf: „Wir haben unser ambitioniertes Klimaziel mehr als erreicht. Das ist ein Zwischenschritt. Wir werden uns nicht ausruhen. Es geht weiter. Die Energiewende muss weiter zügig vorangebracht werden. Mit dem Klima- und Energiekonzept haben wir viele konkrete Maßnahmen für Sachsen-Anhalt auf den Weg gebracht. Diese gilt es jetzt konsequent weiter umzusetzen. Um das neue Bundesziel einer Klimaneutralität bis spätestens 2045 zu erreichen, müssen wir das Tempo steigern und noch schneller mehr CO2 einsparen. Jeder ist beim Klimaschutz gefragt und jeder kann seinen Beitrag leisten – in der Summe zeigen die Anstrengungen ihre Wirkung. Ob Solarthermie auf dem Dach der Sporthallen oder eine große Investition eines Unternehmens in eine energieeffiziente Anlage – alles zählt. Gemeinsam arbeiten wir an dem Ziel einer klimaneutralen Zukunft. Denn die Klimakrise ist jetzt – und wir müssen jetzt handeln – für uns und alle nachfolgenden Generationen.“

Damit die Energiewende gelingen kann, macht Ministerin Dalbert auf die Bedeutung der Windenergie aufmerksam: „Die Windkraft ist das Zugpferd. Um diese Stellung zu halten und die zukünftige klimaneutrale Energieversorgung abzusichern, ist eine Ausweitung der für die Windkraft nutzbaren Flächen dringend notwendig. Auch die Solarenergie trägt immer mehr zur Energiewende bei, sowohl zur Stromerzeugung als auch für die Wärmeanwendung. Für einen erfolgreichen Umbau der Energieversorgung müssen der Netzausbau und die Speicherung vorangebracht werden. Zudem brauchen wir den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien für die Produktion von grünem Wasserstoff. Bereiche, die sich nicht elektrifizieren lassen, können auf diese Weise klimaschonend versorgt werden.“


Hintergrund:

Das Klima- und Energiekonzept der Landesregierung mit 72 konkreten Maßnahmen:
Klimaschutz (sachsen-anhalt.de)

Die Wasserstoffstrategie der Landesregierung: Wasserstoff (sachsen-anhalt.de)

Das Klimamonitoring des Landes: Klimafolgen-Indikatoren für Sachsen-Anhalt

Klimawandel in Sachsen-Anhalt – Monitoringbericht 2020: Klimawandel (sachsen-anhalt.de)

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<![CDATA[ Herdenschutz verbessert: Jetzt auch Förderung des Unterhalts für Hunde und Zäune ]]> Thu, 27 May 21 10:38:23 +0200 Magdeburg. In Sachsen-Anhalt wird der Schutz von Nutztieren auf der Weide vor Übergriffen durch den Wolf noch einmal deutlich verbessert. Ab sofort ist es möglich, dass auch der Unterhalt von Elektrozäunen und Herdenschutzhunden gefördert wird. Damit wird die schon bestehende 100-Prozent-Förderung zur Anschaffung von Zaunmaterial und Zubehör durch einen neuen Zuschuss ergänzt.

Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert betonte, wie wichtig effektiver Herdenschutz ist: „Herdenschutz ist Wolfsschutz. Der Wolf ist und bleibt streng geschützt. Wir tragen die Verantwortung dafür, dass Weidetierhaltung in Gebieten, in denen auch der Wolf lebt, möglich bleibt. Das geht nur mit Elektrozäunen und Herdenschutzhunden, die den Wolf davon abhalten, auf einer Weide leichte Beute zu finden. Die Förderung ermöglicht es uns nun, auch das Freischneiden und Sichern der Zaunanlagen mit jährlich bis zu 1.230 Euro je Kilometer mobilen Elektrozaun und das Futter und die Tierarztkosten mit jährlich 1.920 Euro je zertifizierten Herdenschutzhund zu unterstützen. So können wir es schaffen, dass ein Leben der Wölfe und Weidetierhaltung gleichermaßen in unserer Kulturlandschaft möglich sind. Denn klar ist: Wir brauchen unsere Weidetiere, um unsere Kulturlandschaft zu pflegen und den Artenreichtum auf Wiesen und Weiden zu erhalten und auch, um unsere Deiche zu sichern.“

Um einen möglichst effektiven Herdenschutz zu gewährleisten, hat das Land außerdem die Voraussetzungen geschaffen, dass sich Weidetierhalter von externen Sachkundigen zum Herdenschutz beraten lassen können. Die Beratenden müssen über besondere Erfahrungen und praktische Fertigkeiten im Herdenschutz verfügen. Solche speziellen Beratungen sollen in Fällen erfolgen, in denen eine besondere Gefahr von Wolfsübergriffen gegeben ist oder um wiederholte Übergriffe von Wölfen zu unterbinden. Ziel ist es, dass der Weidetierhalter orts- und situationsangepasste nachhaltige Verbesserungen des Herdenschutzes zur Wolfsabwehr vornimmt.

Hintergrund:

Die neue Richtlinie „zur Förderung von zusätzlichen laufenden Betriebsausgaben zum Schutz vor Schäden durch den Wolf“ verfolgt das Ziel, eine nachhaltige Landbewirtschaftung durch Weidehaltung zu unterstützen und den Tierhaltenden die Weidetierhaltung bei gleichzeitiger Existenz wildlebender heimischer Wölfe zu ermöglichen und somit Konflikte zwischen Artenschutz und Weidehaltung zu verringern. Sie wird aus Mitteln des Landes und Mitteln des Bundes im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur- und Küstenschutz (GAK) gewährt. Es sind für den fünfjährigen Verpflichtungszeitraum insgesamt 1,5 Millionen Euro geplant.

Gemäß Richtlinie werden gefördert:

  • laufende Betriebsausgaben zum Schutz vor Schäden durch den Wolf an landwirtschaftlichen Nutztieren in Weidehaltung (Schafe und Ziegen; Rinder, Hauspferde und Hausesel bis 1 Jahr; Damtiere, Lamas und Alpakas) zur Sicherung umweltfreundlicher Weidepraktiken.
  • laufende Betriebsausgaben für
    o wolfsabweisende Zäune und
    o Herdenschutzhunde, die im Rahmen einer Eignungs- und Ausbildungsprüfung zertifiziert wurden.

Antrags- und Bewilligungsbehörde ist das Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Anhalt. Der Antrag muss bis spätestens 10. Juni 2021 eingereicht sein.

Mehr Informationen zum Antragsverfahren und der Richtlinie zur Anschaffung von Zäunen finden sich hier: https://alff.sachsen-anhalt.de/alff-anhalt/landwirtschaft/herdenschutz-vor-dem-wolf/

Für alle Informationen rund um den Wolfsschutz, die Rissbegutachtung und die Herdenschutzberatung ist das Wolfskompetenzzentrum Iden der richtige Ansprechpartner: https://lau.sachsen-anhalt.de/naturschutz/das-wolfskompetenzzentrum-wzi/kontakt/

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<![CDATA[ 10-Prozent-Ziel erreicht: Rund 14.000 Hektar Waldwildnis für die Artenvielfalt im landeseigenen Wald ]]> Mon, 03 May 21 14:12:17 +0200 Magdeburg. Sachsen-Anhalt ist einen großen Schritt vorangekommen, um die Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie zu erreichen. Die Naturschutz-Offensive 2020 sieht eine natürliche Waldentwicklung auf zehn Prozent der öffentlichen Waldfläche vor. Natürliche Waldentwicklung bedeutet, dass auf diesen Flächen keine forstliche Nutzung oder auch keine Pflegemaßnahmen aus Gründen des Naturschutzes oder der Landschaftspflege stattfinden.

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert: „Die Zehn-Prozent-Marke haben wir in Sachsen-Anhalt erreicht. Im Kampf gegen das Artensterben sind wir wieder einen Schritt vorangekommen. Der Wald als funktionierendes Ökosystem bietet für unzählige Tiere und Pflanzen ein zu Hause. Es ist für uns Menschen existenziell, dass wir den Wald als Lebensraum erhalten und schützen. Auf rund 14.000 Hektar von über 133.000 Hektar Landeswald überlassen wir die Natur sich selbst. Ich bin sicher, wir können von diesen Wäldern lernen. Sie sind die Reallabore, um herauszufinden, wie sich unsere Wälder am besten an die Veränderungen anpassen, die die Klimakrise mit sich bringt.“

Die größte Waldwildnis-Fläche in Sachsen-Anhalt mit über 6.000 Hektar befindet sich mit der Naturdynamikzone im Nationalpark Harz. Weitere Gebiete befinden sich zum Beispiel im Biosphärenreservat Mittelelbe (Kernzonen). Rund 1.400 Hektar des Naturerbewaldes Blankenburg im Eigentum der Stiftung Umwelt, Natur- und Klimaschutz Sachsen-Anhalt (SUNK), der rechtlich zum Landeswald zählt, sind aktuell hinzugekommen.

Hintergrund:

Kriterien der Flächen mit natürlicher Waldentwicklung (NWE-Flächen) sind:

  • Zusammenhängende Flächen von mind. 0,3 Hektar;
  • Forstliche Eingriffe oder Eingriffe aus Gründen des Naturschutzes (naturschutzfachliche Pflegemaßnahmen) sind dauerhaft ausgeschlossen;
  • dauerhafte und verbindliche Sicherung, z. B. durch hoheitliche Unterschutzstellung oder durch vertragliche oder dingliche Sicherung;
  • primäres Ziel: natürliche Waldentwicklung;
  • es handelt sich um eine waldfähige Fläche
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<![CDATA[ Gemeinschaftsaufgabe Naturschutz: Länder fordern mehr Engagement des Bundes ]]> Sat, 24 Apr 21 09:57:26 +0200 Magdeburg. Die Konferenz der Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (UMK) hat die Bundesregierung aufgefordert die Finanzierung des Naturschutzes in Deutschland durch Erhöhung der nationalen Mittel und ein größeres Engagement des Bundes zu verbessern.

„Das Artensterben schreitet voran, auch in Deutschland. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, das zu stoppen und alles zu tun, um die Artenvielfalt zu erhalten. Um die Natur- und Kulturlandschaften zu sichern, erbringen einige Länder große Leistungen, die über die Ländergrenzen ausstrahlen. Die Sicherung des Grünen Bandes als Nationales Naturmonument und die Entwicklung dieses bedeutenden Biotopverbundes oder das UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe sind solche Beispiele. Länder wie Sachsen-Anhalt, die sich in großem Maße für den Erhalt der Artenvielfalt engagieren, benötigen dafür mehr finanzielle Unterstützung des Bundes. Eine Möglichkeit dafür ist die Einführung einer neuen Gemeinschaftsaufgabe „Naturschutz“, analog zur Gemeinschaftsaufgabe Agrar- und Küstenschutz (GAK)“, erläuterte Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert die Haltung Sachsen-Anhalts.

Die UMK beauftragte die Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Naturschutz, Landschaftspflege und Erholung (LANA) für die nächste UMK im Herbst einen Beschlussvorschlag zu erarbeiten, der auf eine Beteiligung des Bundes an den Kosten der Länder zur Bewältigung der nationalen, europäischen und internationalen Aufgaben des Naturschutzes abzielt.

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<![CDATA[ Sorge um das Ökosystem der Elbe ]]> Fri, 23 Apr 21 14:47:06 +0200 Magdeburg. Die Konferenz der Umweltministerinnen, -minister, -senatorinnen und -senatoren der Länder (UMK) sorgt sich um die Elbe. Sie sieht das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Verkehr, so wie es das Gesamtkonzept Elbe vorsieht, gefährdet. Deshalb hat die Konferenz die Bundesregierung aufgefordert, die Vereinbarung mit der Tschechischen Republik zu Gunsten der Schiffbarkeit der Elbe nachzuverhandeln und dabei die Bundesländer im Vorfeld mit einzubeziehen.

Auf Antrag der Elbanrainer-Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein hat die UMK beschlossen, dass das deutsch-tschechische Abkommen zur Elbe den Anforderungen des Gesamtkonzeptes Elbe entsprechen muss. Sie befürchten, dass die Grundgedanken sowie die konkreten fachlichen und politischen Handlungsziele des langjährig entwickelten Gesamtkonzepts Elbe im Abkommen nicht umgesetzt werden.

Alle sieben Länder drängen darauf, das Gleichgewicht zwischen Ökologie und Verkehr weiterhin herzustellen. Einem Abkommen, das offensichtlich vorrangig an verkehrlichen Interessen ausgerichtet ist und nicht die Belange Sohlerosion, Renaturierung sowie den Erhalt der biologischen Vielfalt und Wasserrahmenrichtlinie im Blick hat, stehen die Länder kritisch gegenüber. Da Kompetenzen der Länder in den Bereichen Naturschutz, Hochwasserschutz und Wasserhaushalt berührt sind, fordern sie, von der Bundesregierung einbezogen zu werden.

Sachsen-Anhalts Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert kritisierte das Vorgehen der Bundesregierung scharf: „Das Abkommen ist offensichtlich so ausgerichtet, dass die Schifffahrt Vorrang bekommt. Das widerspricht ganz klar dem Gesamtkonzept Elbe (GKE). Vielmehr müsse Sohlerosion, Erhalt der biologischen Vielfalt und die Wasserrahmenrichtlinie höchste Beachtung finden. Hier in Sachsen-Anhalt ist das UNESCO Welterbe Dessau-Wörlitzer Gartenreich und das UNESCO Biosphärenreservat Mittelelbe massiv gefährdet, wenn die Schiffbarkeit der Elbe das Hauptziel des Abkommens bleibt. Wir müssen der Realität in die Augen blicken: Die für die Elbe typischen langen und extremen Niedrigwasser wie in den Rekordniedrigwasserjahren 2015, 2018 sowie 2019 machen eine planbare und verlässliche Güterschifffahrt unmöglich.“


Hintergrund:

Gesamtkonzept Elbe: Projektseite Gesamtkonzept Elbe - Startseite (bund.de)

BT-Drucksache 19/28065, „Schutz der Unteren und Mittleren Elbe und Abkommen mit Tschechien“: Drucksache 19/28065 (bundestag.de)

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<![CDATA[ Brüchau: Dalbert fordert geordnetes und zügiges Verfahren ]]> Wed, 21 Apr 21 19:01:16 +0200 Magdeburg. Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat den Abschlussbericht des 20. Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, der die bergbaulichen Abfallentsorgungsanlage Brüchau und das Bergwerk Teutschenthal zum Gegenstand hatte, vorgelegt.

Aus diesem Anlass äußerte sich Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert zum Sachstand rund um die Schließung der bergbaulichen Abfallentsorgungsanlage Brüchau wie folgt:

„Der Landtagsbeschluss ‚Sichere Auskofferung der Giftschlammgrube Brüchau‘ vom 12.06.2020 – kurz: ‚Auskofferungsbeschluss‘ – und der damit manifestierte politische Wille sind klar. Die bergbauliche Abfallentsorgungsanlage Brüchau soll ausgekoffert werden.

Die Umsetzung hat nach Recht und Gesetz und in einem geordneten Verfahren zu geschehen. Die Menschen in Brüchau haben das Recht, rasch zu erfahren, wie mit der Anlage in Brüchau umgegangen wird. Hierzu hat die Betreiberin Neptune Energy einen Abschlussbetriebsplan zu erstellen, der dann dem Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) zur Prüfung und Genehmigung vorzulegen ist.

Das Wirtschaftsministerium muss dringend zum rechtlich vorgeschrieben ergebnisoffenen Verfahren zurückkehren. Völlig klar ist: Wenn die Auskofferungsvariante das Ergebnis eines solchen Verfahrens ist, dann muss diese zügig umgesetzt werden.

Vorzeitige Festlegungen auf eine Variante bringen uns nicht voran. Dass es durch das anhängige Verwaltungsgerichtsverfahren zu Verzögerungen gekommen ist, finde ich sehr ärgerlich. Diese Verzögerungen stehen den berechtigten Sicherheitsinteressen der Bevölkerung vor Ort entgegen. Wirtschaftsminister Willingmann hat gegen die Entscheidung des Verwaltungsgerichts Magdeburg Beschwerde eingelegt. Der Ausgang des Gerichtsverfahrens ist sehr ungewiss. Ich halte das für den falschen Weg, weil er mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lösung für die Bürgerinnen und Bürger in Brüchau weiter verzögert.

Den Brief von Herrn Stadelmann, dem Geschäftsführer der Landesanstalt für Altlastenfreistellung (LAF), an Neptun Energy halte ich für falsch. Auch er enthält eine einseitige Festlegung auf eine Variante im Umgang mit der Bergbaulichen Abfallentsorgungsanlage Brüchau.“.


Hintergrund:

Mehr Informationen zum Verfahren sind in der Rede von Ministerin Dalbert im Wirtschaftsausschuss am 8. April 2021 zu finden: https://lsaurl.de/lo5N


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<![CDATA[ Projekt im Drömling: Eichenprozessionsspinner mit innovativen Methoden nachhaltig bekämpfen ]]> Tue, 20 Apr 21 15:59:02 +0200 Magdeburg. Wie können wir nachhaltig den Eichenprozessionsspinner bekämpfen? Antworten soll ein zweijähriges Forschungsprojekt im Biosphärenreservat Drömling liefern. Hier ist der Schädling seit Jahren ein Problem. Die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners gefährden die Gesundheit, weil sie allergische Reaktionen bei Menschen auslösen können. Deshalb kommt häufig ein Biozid zur Bekämpfung dort zum Einsatz, wo sich Menschen in der Nähe von befallenen Bäumen aufhalten. Allerdings kann das Mittel im Drömling nicht überall angewendet werden, da ein Mindestabstand von 25 Metern zu Oberflächengewässern eingehalten werden muss.

Alternativen zur Biozid-Anwendung werden erforscht

Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert erklärte: „Wir wollen die Menschen, die im Drömling leben oder dort die einzigartige Natur genießen wollen, schützen. Gleichzeitig wollen wir die Artenvielfalt im Drömling, dem Land der tausend Gräben, erhalten. Gerade an und um Eichen leben rund 500 Tierarten, so viele wie an keiner anderen Baumart. Wir benötigen andere Methoden als den Einsatz eines Biozids, um den Eichenprozessionsspinner nachhaltig einzudämmen. Ich freue mich, dass die Hochschule Anhalt im Biosphärenreservat Drömling ein Forschungsprojekt begonnen hat, das auch nachhaltige Alternativen zur Biozid-Bekämpfung untersuchen wird.“

Das Forschungsvorhaben der Hochschule Anhalt startete Mitte Februar im Biosphärenreservat Drömling. Es sollen innovative, nachhaltige Alternativen wie beispielsweise das Heißwasserinfiltrationsverfahren oder Nematoden – auch Fadenwürmer genannt – und nachhaltige Präventivmaßnahmen wie ein höheres Angebot an Nistkästen untersucht werden. Im Mittelpunkt steht dabei, wie wirksam die Maßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner sind und wie sie sich auf die Biodiversität auswirken. „Wenn wir die natürlichen Fraßfeinde der Raupe fördern, dann verschiebt sich hoffentlich das Räuber-Beute-Verhältnis zu Ungunsten des Eichenprozessionsspinners“, erläuterte Dalbert. Dabei könnte auch die Kohlmeise eine Rolle spielen, welche nach bisherigen Erkenntnissen auch Eichenprozessionsspinnerraupen frisst. Durch Nistkästen soll die Kohlmeisenpopulation unterstützt werden.

Lösungen aus Forschung und Praxis

Biologische Methoden, wie die Förderung von Fraßfeinden, wurden bisher in der Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners nur wenig untersucht. Es gibt erste erfolgsversprechende Erfahrungen aus den Niederlanden. Außerdem wurde in Niedersachsen der Einsatz innovativer Bekämpfungsmethoden wie beispielsweise die Verwendung von Nematoden oder das thermische Heißwasserinfiltrationsverfahren EPS-SOLVE erfolgreich in der Fläche angewendet. Für das Forschungsprojekt findet ein fachlicher Austausch mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim/Holzminden/Göttingen und weiteren Praxispartnern statt.

150.000 Euro Projektförderung – Kooperation vor Ort

Weiterhin sollen Empfehlungen und Strategien für ein nachhaltiges Bekämpfungskonzept für die Region erarbeitet werden. Eine Übertragung der Ergebnisse auf weitere Regionen in Sachsen-Anhalt soll erfolgen. Das Forschungsprojekt läuft bis zum Ende 2022. Das Biosphärenreservat Drömling und die Drömlings-Gemeinden sind eingebunden. So wird gemeinsam mit den Akteuren vor Ort nach Lösungen gesucht, die für die Menschen und die Natur in der Region einen Mehrwert haben. Das Ministerium fördert das Projekt mit rund 150.000 Euro.


Hintergrund

Massenvermehrungen des Eichenprozessionsspinners treten in verschiedenen Regionen Deutschlands auf. In Sachsen-Anhalt sind besonders der Norden und Osten des Landes, darunter auch der Drömling, betroffen. Bisher erfolgen gegenwärtig überwiegend unmittelbare Gefahrenabwehrmaßnahmen in Form von Bekämpfung der Raupen und Nester mittels Biozid-Ausbringung und/oder Absaugen. Die Biozid-Präparate wirken nicht nur gegen den Eichenprozessionsspinner, sondern gegen alle Raupen aller Schmetterlingsarten sowie auf Larven einiger weiterer Insektenarten (zum Beispiel Käferlarven), die zur Zeit der Spritzung an und unter den gespritzten Eichen leben. Insofern haben diese Mittel eine die Artenvielfalt der Insekten insgesamt schädigende Wirkung. Die beiden bisher angewandten Maßnahmen entsprechen demnach nicht dem Vorsorge- und Nachhaltigkeitsprinzip.

Informationen zu den Maßnahmen im Bereich des Gesundheitsschutzes sind auf den Seiten des Landesamtes für Verbraucherschutz zu finden: https://verbraucherschutz.sachsen-anhalt.de/eichenprozessionsspinner-eps/

Das Projekt im Drömling wird in Kürze auf den Seiten des Biosphärenreservates dargestellt werden: https://www.biosphaerenreservat-droemling.de/


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<![CDATA[ Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft ermöglicht mehr Artenvielfalt ]]> Wed, 14 Apr 21 14:56:02 +0200 Magdeburg. Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert ließ sich heute vor Ort erste Ergebnisse des Projektes „Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“ in der Börde zeigen und über die ersten Erfahrungen der Teilnehmenden berichten. Das Modellprojekt läuft seit über einem Jahr und ist in Deutschland einzigartig. Aktuell beteiligen sich 25 Landwirtschaftsbetriebe und setzen auf 160 Hektar Ackerfläche Naturschutzmaßnahmen um. Ziel ist es, den Natur- und Artenschutz in der Landwirtschaft durch die Förderung von Kooperationen zwischen Landwirtschaftsbetrieben und mit Naturschutzinstitutionen zu verbessern und gefährdete Arten besser zu schützen.

„Es liegt auf der Hand, dass Naturschutzmaßnahmen wirkungsvoller umgesetzt werden, wenn Landwirtinnen und Landwirte sie sich zur eigenen Sache machen. Dabei unterstützen wir die landwirtschaftlichen Betriebe ganz gezielt. Naturschutz und Landwirtschaft gehen Hand in Hand, Biotopverbünde entstehen oder werden gestärkt. Wir möchten zeigen, wie gemeinsame Landbewirtschaftung zum Wohle aller in Zukunft gelingen kann“, erläuterte Landwirtschaftsministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert die Ziele des Projektes.

Im Fokus des Projekts „Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“ stehen die gefährdeten Arten Rotmilan und der Feldhamster sowie der Insektenschutz. Auch andere Arten wie Ackerwildkräuter oder Feldvögel profitieren. Dafür werden Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) gezielt koordiniert und gemeinsam umgesetzt. Dazu gehören: die Anlage von Erbsenfenstern, von extensiven Wintergetreidestreifen sowie extensivem Sommergetreide. Das am niederländischen Modell orientierte Projekt wird gemeinsam mit der Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt geplant und durchgeführt. Bis Ende 2022 stehen dafür Landesmittel in Höhe von 600.000 Euro zur Verfügung. Der Bauernverband Börde e.V. ist ideeller Partner des Projektes.

Urban Jülich, Vorsitzender des Bauernverbandes „Börde“ e.V. sagte dazu: „Wir sind überzeugt, dass mit einer gezielten Förderung der Biodiversität mit dem Fokus auf bestimmte Arten mehr für die Natur erreicht wird. Verbote erreichen oft das Gegenteil: Sie behindern eine gute fachliche Praxis in der Landwirtschaft und engen unsere wirtschaftlichen Handlungsspielräume für gezielten Artenschutz ein. Das Modellprojekt beweist, dass der Staat nicht alles regeln muss, sondern einen rechtlichen Rahmen und finanzielle Anreize setzen kann, in dem Landwirtschaft und Naturschutz vor Ort Artenvielfalt gezielt fördern. Wir freuen uns, dass Politik und Verwaltung der Landwirtschaft das zutrauen und mit uns die Möglichkeiten ausloten.“

„Ist das Modellprojekt erfolgreich, soll es in der neuen EU-Förderperiode in die Praxis überführt werden“, kündigte Dalbert an. „Durch den kooperativen Ansatz sind der Aufwand und damit die Hürden für die einzelnen Landwirtinnen und Landwirte geringer, Lebensräume für Tiere und Pflanzen zu schaffen, zu schützen und Nahrungsquellen anzubieten. Gleichzeitig vernetzen sich Landwirtinnen und Naturschützer und tauschen ihr Know-How aus. Der Dialog ermöglicht eine neue, gemeinsam getragene Landbewirtschaftung. Denn wir alle haben das gleiche Ziel: Das Artensterben stoppen, um unsere Lebensgrundlagen zu erhalten.“


Hintergrund:

Seit 1. Januar 2020 führt die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt das Pilotprojekt „Kooperativer Naturschutz in der Landwirtschaft“ durch. Das Projekt wird finanziert aus Mitteln des Landes Sachsen-Anhalt. In Kooperation mit den Fachreferaten des Ministeriums, der unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Börde, dem Amt für Landwirtschaft, Flurneuordnung und Forsten Mitte, derzeit 25 Landwirtschaftsbetrieben im südlichen Landkreis Börde und dem Landschaftspflegeverband Grüne Umwelt wird das Projekt gemeinsam umgesetzt.

Ziel ist es zu erproben, wie der in den Niederlanden entstandene kooperative Ansatz zur Umsetzung von Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen in Sachsen-Anhalt zur Anwendung kommen kann. Dabei schließen sich Landwirtinnen und Landwirte einer Region in einer Kooperative zusammen, stimmen miteinander und mit dem regionalen Naturschutz die Förderung gebietsspezifischer Arten ab und setzen flexible und angepasste Maßnahmen gemeinsam um. Die Stiftung Kulturlandschaft Sachsen-Anhalt fungiert im Projekt als Kooperative, beantragt die Gelder, reicht die Vergütung aus, koordiniert und kontrolliert die Anlage und Umsetzung der Maßnahmen und steht für die Bilanz der Maßnahmenflächen in der Verantwortung gegenüber den Behörden.

Für die Agrarverwaltung ist Ziel des Projektes, die Rahmenbedingungen hinsichtlich der Umsetzbarkeit des kooperativen Ansatzes zu überprüfen und Anpassungsvorschläge zu erarbeiten.


Mehr Informationen
Ministerium: https://lsaurl.de/Unr1
Stiftung Kulturlandschaft: https://stiftung-kulturlandschaft-sachsen-anhalt.de/blog/project/kooperativer-naturschutz-in-der-landwirtschaft/

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<![CDATA[ Startschuss für eine Insektenwiese: Umweltministerium gibt Saatgutmischungen an Vereine und Kitas aus ]]> Sun, 11 Apr 21 10:43:15 +0200 Magdeburg. Auch in diesem Frühjahr ruft Umweltministerin Prof. Dr. Claudia Dalbert wieder Kinder in Kindergärten, Schulen und Horten auf, eine Insektenwiese anzulegen. Mitmachen können auch Vereine und öffentliche Einrichtungen, wenn sie die Artenvielfalt in ihren Vorgärten, Wiesen oder Grünstreifen unterstützen möchten. Dafür stehen zwei Mischungen – passend für den Standort – aus zertifiziertem regionalem Wildpflanzensaatgut bereit.

Dalbert ermuntert vor allem Kinder: „Jeder kann etwas gegen das Insektensterben tun! Eine bunte Insektenwiese anzulegen ist ganz einfach und macht viel Spaß und Freude. Ihr könnt den Blumen beim Wachsen zusehen und anschließend Hummeln, Schmetterlinge und Wildbienen beobachten. Mit einer Insektenwiese schafft ihr einen Ort, den die Insekten lieben werden, weil sie einen reichlich gedeckten Tisch finden.“

Seit dem Jahr 2018 wurden im Rahmen dieser Aktion insgesamt schon 540 Insektenwiesenpakete verteilt. In diesem Jahr stehen 300 Stück zur Verfügung.

Die Einrichtungen erhalten eine standortgerechte Saatgutmischung aus ein- und mehrjährigen Blühpflanzen. Damit kann eine etwa 10 Quadratmeter große Blühwiese angelegt werden. Im Paket befindet sich zusätzlich ein wetterfestes Informationsschild für die Wiese. Kindgerechtes Informationsmaterial, um sich mit Insekten und ihrem Lebensraum auseinanderzusetzen, sowie ein Jahreskalender mit wertvollen Tipps unterstützen ein nachhaltiges Bildungskonzept.

Interessierte Einrichtungen aus Sachsen-Anhalt können jeweils ein Insektenwiesenpaket unter insektenwiese@mule.sachsen-anhalt.de kostenfrei bestellen. Geben Sie bitte unbedingt eine Versandadresse an! Die Aktion läuft solange der Vorrat reicht. Weitere Informationen sowie alle Informationsmaterialien und der Insektenwiesen-Jahreskalender stehen unter https://mule.sachsen-anhalt.de/umwelt/naturschutz/insektenwiese/ zum Download zur Verfügung.

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