Justizvollzug nur noch an drei Standorten
21.02.2012, Magdeburg – 77
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
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Sachsen-Anhalts Landesregierung hat sich für die
Konzentration des Justizvollzugs an drei Standorten ausgesprochen und festgelegt,
dass die Sicherungsverwahrung weiter in Burg vollzogen werden soll. Justizministerin
Profe Angela Kolb: ?Ich freue mich über die breite Zustimmung für das Konzept
des Justizministeriums.?
In den nächsten sechs Jahren soll Sachsen-Anhalts
Justizvollzugslandschaft neu geordnet werden. Gefängnisse soll es danach nur
noch in Burg (Jerichower Land), Raßnitz (Saalekreis) und Halle geben. Geplant
ist, den halleschen Standort
Wilhelm-Busch-Straße für bis zu 146 Millionen Euro auszubauen und dort bis zum
Jahr 2017 einen Neubau zu errichten. Kolb: ?Das Ministerium der Finanzen wird jetzt unter
Mitwirkung des Justizministeriums eine Machbarkeitsstudie erstellen.?
Derzeit gibt es in Halle 599 Haftplätze an zwei Standorten,
künftig sollen es bis zu 900 im Stadtteil Frohe Zukunft sein. Die
Vollzugsstandorte Halle-Kirchtor, Volkstedt, Naumburg, Magdeburg und
Dessau-Roßlau will die Landesregierung im Gegenzug aufgeben ? Naumburg bereits
in diesem Jahr, Magdeburg möglichst 2013, die anderen Standorte dann voraussichtlich
2018. Kolb: ?Burg bleibt zuständig für den Vollzug längerer Haftstrafen,
Raßnitz für den Jugendvollzug. In Halle sollen Haftstrafen bis zu zweieinhalb
Jahren vollzogen werden.? Alternativen zu der Reform gebe es nicht, betonte die
Ministerin. Ein moderner Strafvollzug sei in zu kleinen Anstalten nur
eingeschränkt möglich, und der Personalbedarf sei extrem hoch. ?In einer
zentralen Einrichtung kann das Personal effizienter eingesetzt werden. Das
kommt unmittelbar der Betreuung der Gefangenen zugute und verbessert damit die
Resozialisierung.?
Das Kabinett sprach sich zudem dafür aus, den Vollzug der
Sicherungsverwahrung, der aufgrund des Urteils des Bundesverfassungsgerichts
vom 4. Mai 2011
neu ausgerichtet werden muss, weiterhin in der JVA Burg zu konzentrieren. Kolb:
?Gemeinsam mit unserem privaten Partner in Burg gehen wir jetzt daran, nicht
nur die baulichen Fragen zu klären. Wir brauchen auch ein Konzept, um weiteres
Fachpersonal zu gewinnen.?
Kolb rechnet für Burg nach ersten Schätzungen mit
Umbaukosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro, um zunächst 18 Einheiten von 20
Quadratmetern plus Nasszelle und Küchenzeile für die Sicherungsverwahrten zu
schaffen. Kolb: ?Eine Erweiterung auf 24 Plätze wäre möglich.?
Das Kabinett hat zudem den Verhandlungen mit dem Land
Brandenburg über einen gemeinsamen Frauenvollzug in der JVA Luckau-Duben ab
2013 zugestimmt. Zum Jahresende läuft der gemeinsame Frauenvollzug mit Sachsen
und Thüringen in Chemnitz aus. ?Eine Kooperation mit Brandenburg wäre vor
diesem Hintergrund eine gute Lösung. In Luckau gibt es die räumlichen und die
personellen Voraussetzungen für einen modernen, sicherheitsorientierten Behandlungsvollzug?,
so Kolb.
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