Fachveranstaltung des Justiz und Innenministeriums
Mehr Akzeptanz für Resozialisierung schaffen-
Unterbringung ehemals Sicherungsverwahrter gesondert regeln
17.02.2012, Magdeburg – 12
- Ministerium für Inneres und Sport
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Sachsen-Anhalts Innen- und Justizministerium haben heute für
mehr Akzeptanz und weitere gemeinsame Anstrengungen bei der Resozialisierung
von Haftentlassenen geworben. Hintergrund der Fachveranstaltung mit Vertretern
von Städten, Landkreisen, Kirchen und Vereinen der freien Straffälligenhilfe
ist die Situation in Insel bei Stendal, wo zwei ehemalige Sicherungsverwahrte
leben.
Innenminister Holger Stahlknecht betonte: ?In Insel haben
wir alle miteinander verloren. Wir sollten uns fragen warum dies so ist und was
jeder einzelne Verantwortliche tun kann, um besser zu werden.? Die
Veranstaltung sei Auftakt zu einem Dialog, dessen Fortsetzung er sich
ausdrücklich wünsche.
Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb erklärte:
?Resozialisierung ist eine alltäglich Aufgabe, die im Einzelfall immer eine
Herausforderung ist. Ein großes Netzwerk aus Justiz, Sicherheitsbehörden und
Freien Trägern unterstützt tagtäglich Resozialisierungsprojekte in unserem
Land.?
Ob Resozialisierung gelinge, liege maßgeblich mit daran, wie
der Übergang von der Haft in die Freiheit gestaltet wird. Neben dem
Haftentlassenen, seiner Familie und ehrenamtlich Engagierten gestalteten auch
die Landkreisverwaltungen und Kommunalbehörden, Bildungsträger und die
Arbeitsvermittlung diesen Prozess. ?Ob Entlassungsvorbereitung im Justizvollzug
oder die Arbeit der Führungsaufsicht: Sie alle brauchen die kommunale Seite als
engagierten Partner?, betonte Kolb. So zahle es sich aus, wenn es feste
Ansprechpartner in Jobcentern oder Kommunalverwaltungen gebe.
Die Justizministerin warb eindringlich für eine
Versachlichung der Debatte. Sie betonte, dass es in Resozialisierungsfällen
?keinen generellen Informationsanspruch der Öffentlichkeit? gebe, vielmehr im
Einzelfall zwischen den Verantwortlichen entschieden werde, wer informiert
würde. Bei der Suche nach Wohnraum und Arbeit käme auch Kommunen eine Rolle zu.
Deutlich wurde aber: Die Frage der Unterbringung ehemaliger
Sicherungsverwahrter ist kein alltäglicher Resozialisierungsfall. Hier sind die
Ängste der Bevölkerung und deren Informationsbedürfnis besonders hoch. Kolb
sagte es sei wichtig, im konkreten Fall mit allen Akteuren im Dialog zu sein.
Daneben müsse in der Gesellschaft für das Thema Resozialisierung geworben
werden.
?Wir wollen weiter im Gespräch bleiben. Dies ist auch
deshalb notwendig, weil die Unterbringung ehemals sicherungsverwahrter
Straftäter einen Sonderfall darstellt, für den weitere Regelungen notwendig
sind?, sagten Kolb und Stahlknecht. Bereits in Arbeit befinde sich ein
entsprechender Erlass.
Impressum:Ministerium für Inneres und Sport des Landes Sachsen-AnhaltVerantwortlich:Danilo WeiserPressesprecherHalberstädter Straße 2 / am "Platz des 17. Juni"39112 MagdeburgTel: (0391) 567-5504/-5514/-5516/-5517/-5377Fax: (0391) 567-5520Mail: Pressestelle@mi.sachsen-anhalt.de






