Auswärtige Kabinettssitzung in Halle/ Ministerpräsident Haseloff sieht positive Entwicklung der Stadt
14.02.2012, Magdeburg – 68
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Die
Landesregierung von Sachsen-Anhalt ist heute unter der Leitung von
Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in
Halle zusammengekommen. Neben allgemeinen Themen standen auch Regionalthemen wie
die wirtschaftliche, infrastrukturelle, kulturelle und soziale Entwicklung in
Halle auf der Tagesordnung. Haseloff betonte: ?Das Land hat die Entwicklung
Halles in den letzten Jahren nach besten Kräften gefördert und wird dies auch
weiter tun. Neben der Schaffung optimaler Voraussetzungen für eine erfolgreiche
wirtschaftliche Entwicklung liegt unser Augenmerk dabei vor allem im weiteren
Aufbau einer leistungsfähigen Infrastruktur und bei Investitionen in die
Bildung. Die Stadt hat sich zu einem modernen Wirtschaftsstandort entwickelt.
Sie unternimmt enorme Anstrengungen, um auch in schwieriger gewordenen Zeiten
ihre Rolle als Kulturhauptstadt unseres Landes zu erhalten. Der große kulturelle
Reichtum Halles spiegelt sich auch im stetig wachsenden Zuspruch wider, den die
Stadt bei Touristen findet.? Haseloff zeigte sich zuversichtlich, dass das
Planfeststellungsverfahren für den letzten Abschnitt der A 143 in diesem Jahr
abgeschlossen werden kann.
Moderner Dienstleistungs- und
Logistikstandort mit traditionsreicher Universität
Durch seine
sehr günstige Verkehrsanbindung und exponierte Lage im mitteldeutschen Raum hat
sich Halle zu einem modernen Dienstleistungs- und Logistikstandort entwickelt.
Neben traditionsreichen Unternehmen haben sich auch neue Branchen wie etwa die
Medienwirtschaft angesiedelt. Mit dem Multimediazentrum findet sie hier ideale
Bedingungen.
Seit 2000 wurden in Halle im Rahmen
der Gemeinschaftsaufgabe ?Verbesserung
der regionalen Wirtschaftsstruktur? (GRW) 183 Projekte mit einem
Gesamtinvestitionsumfang von rund 687 Mio. Euro mit 296 Mio. Euro bezuschusst
(Stand vom 31. Dezember 2011). Damit konnten 3.193 Arbeitsplätze neu geschaffen
und 3.804 gesichert werden. Im Rahmen der Innovationsförderung wurden seit Anfang
2007 für 84 Vorhaben in 39 Unternehmen rund 22 Mio. Euro bewilligt.
Auch im Bereich der Wissenschaft ist Halle gut aufgestellt.
Die Stadt beherbergt mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg nicht
nur die größte und älteste Universität des Landes, auch weitere Hochschulen und
wissenschaftliche Einrichtungen wie Deutschlands Nationale Akademie der
Wissenschaften, die Leopoldina, haben hier ihren Sitz. Im Rahmen der
Landesexzellenzoffensive haben sich vier Forschungsschwerpunkte in der Stadt
dauerhaft etabliert: Biowissenschaften, Materialwissenschaften, Kultur- und
Gesellschaftswissenschaften sowie die Religions- und Geistesgeschichte der
frühen Neuzeit.
Investitionen in den Stadtumbau und
eine moderne Infrastruktur
Der
Stadtumbau in Halle ist in den
vergangenen 20 Jahren mit rund 72 Mio. Euro gefördert worden. Für den Rückbau
von rund 12.800 dauerhaft leer stehenden Wohnungen sind seit dem Jahr 1991 fast
42,5 Mio. Euro und für Aufwertungsmaßnahmen rund 29,7 Mio. Euro zur Verfügung
gestellt worden. Beispielhafte Maßnahmen der vergangenen Jahre waren die
Gestaltung des Riebeckplatzes sowie die Sicherung von das Stadtbild prägenden
Gebäuden in Glaucha. Bis zum Jahr 2010 wurde ein Teil der vorhandenen Mittel
vorzugsweise in Projekte der Internationalen Bauausstellung (IBA) Stadtumbau
Sachsen-Anhalt 2010 investiert.
Im
Rahmen der verschiedenen Städtebauförderprogramme wurden für die
Saalestadt in den Jahren 1991-2011 insgesamt rund 114,7 Mio. Euro
bereitgestellt. Rund 88,6 Mio. Euro davon sind in die Sanierung des Altstadtkerns von Halle
investiert worden.
Die
Landesregierung geht davon aus, dass möglicherweise noch in diesem Jahr das
Planfeststellungsverfahren für den letzten Abschnitt der A143 abgeschlossen
werden kann und damit Baurecht besteht. Der Bau der knapp 13 Kilometer langen
Strecke, die über die Saale führt, wird etwa drei Jahre dauern. Die
Komplettierung der so genannten Westumfahrung Halle gehört zu den
wichtigsten Vorhaben in der Saalestadt. Von der insgesamt rund 22 Kilometer
langen Trasse sind bereits neun Kilometer zwischen dem Autobahndreieck Halle Süd
(A38) und der Anschlussstelle Halle-Neustadt (B80) unter Verkehr.
Nach
einer Klage gegen den Bau war im Ergebnis einer Entscheidung des
Bundesverwaltungsgerichts vom 17. Januar 2007 ein ergänzendes
Planfeststellungsverfahren für den verbleibenden Abschnitt zwischen der
Anschlussstelle Halle-Neustadt und dem Autobahndreieck Halle-Nord (A14)
erforderlich geworden. Dazu hat die Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und
-bau GmbH (DEGES) umfangreiche neue bzw. ergänzende Untersuchungen durchgeführt
und die Trasse an einigen Stellen hinsichtlich ihrer ökologischen
Durchlässigkeit optimiert.
Der
kommunale Straßenbau in Halle wird
in diesem Jahr mit rund drei Mio. Euro gefördert. Mit dem Geld können wichtige
Vorhaben, wie z. B. die Haupterschließungsstraße Ost sowie die technische
Sicherung an Bahnübergängen im Stadtgebiet fortgesetzt werden. Den Ausbau der
wichtigen Magistrale ?Delitzscher Straße? unterstützt das Land mit insgesamt
mehr als 23 Mio. Euro. Hier sollen sich durch umfangreiche Maßnahmen die
Bedingungen für alle Verkehrsteilnehmer, besonders aber für Fahrgäste des
öffentlichen Personennahverkehrs deutlich verbessern.
Schulbau
und Kultur in Halle werden gefördert
Zehn Schulen in Halle profitieren
von der Schulbauförderung aus Mitteln der EU bzw. aus dem Konjunkturpaket II.
Die Stadt hat für die Integrierte Gesamtschule Halle und die Sekundarschule
?Johann Christian Reil? Förderzusagen über je 4 Mio. Euro erhalten, für die
Grundschule ?Am Heiderand? über 2,4 Mio. Euro. Alle drei Schulbauvorhaben sollen
als Public
Private Partnership-Projekte laufen.
Zuschüsse aus dem KII-Paket erhält
die Stadt für die Gymnasien ?Georg Cantor? und ?Christian Wolff?, die
Grundschulen Büschdorf, Diesterweg und ?An der Petruskirche?, die Förderschule
?Vor dem Hamstertor? und das Kommunale Bildungszentrum mit BbS. Die Zuschüsse
betragen zwischen 0,5 und 3 Mio. Euro.
Die überaus reiche Kunst- und Kulturszene in Halle wird
vom Land umfangreich gefördert. So wurden der Stadt für
diesen Bereich im vergangenen Jahr rund 14,5 Mio. Euro bewilligt. Deutlicher
Schwerpunkt war dabei die Theater- und Orchesterförderung. Unterstützung fanden
aber auch freie Theater- und Kunstprojekte, Ausstellungen sowie die
Händel-Festspiele. Auch zahlreiche Projekte im Bereich Kinder- und Jugendkultur
wurden gefördert. Weitere 8,5 Mio. Euro an Landesmitteln bekamen die drei
Stiftungen in Halle (Franckesche Stiftungen, Stiftung Moritzburg und
Kunststiftung) für laufende Zwecke sowie Investitionen.
Soziale
Projekte in Halle unterstützt
Für die Stadt Halle belief sich das
Fördervolumen im Bereich Arbeit und Soziales in den vergangenen drei Jahren auf
ca. 112 Mio. Euro.
Auf die Verbesserung der frühkindlichen Bildung
legte das Land ein besonderes Augenmerk. So erhielt die Stadt Halle für den
Ausbau von Krippenplätzen, die Sanierung von Kindertageseinrichtungen und die
Verbesserung der vorschulischen Bildung aus EU-, Bundes- und Landesmitteln knapp
6 Mio. Euro. Für die Betreuung von Kindern in Tageseinrichtungen erhielt die
Stadt im vergangenen Jahr einen Pauschalbetrag von knapp 19 Mio. Euro. Knapp
350.000 Euro stellte das Land für die Verbesserung der Angebote der
vorschulischen Bildung und zur Finanzierung von Vor- und Nachbereitungsstunden
zur Verfügung. Für die Sprachstandsfeststellung und ?förderung wurden mehr als
270.000 Euro überwiesen. Für die Qualifizierung des Betreuungspersonals wurden
in Halle bislang 28.000 Euro ausgereicht. Insgesamt sind für das Landesprogramm
bis 2013 landesweit ca. 6,5 Mio. Euro vorgesehen. Darüber hinaus beteiligten
sich fünf Kindertageseinrichtungen in Halle am Landesmodellprojekt
?Weiterentwicklung von Kindertageseinrichtungen zu Kinder-Eltern-Zentren ? KEZ?.
Dafür erhielt Halle knapp 27.000 Euro.
Im Rahmen der Arbeitsmarktförderung erhielt die Stadt
Halle Mittel in Höhe von ca. 20,7 Mio. Euro. Diese wurden beispielsweise für die
Verbesserung der Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose, die Förderung
der betrieblichen Erstausbildung oder die Verbesserung der Arbeitsmarktchancen
benachteiligter Personengruppen eingesetzt.
Positive Entwicklung im
Tourismus
Halle besitzt
attraktive Angebote für den Tourismus, von den Händel-Festspielen über die
Stiftung Moritzburg und den Dom bis hin zum Landesmuseum für Vorgeschichte mit
der Himmelsscheibe von Nebra. Dies spiegelt sich auch in der Entwicklung des
Tourismus in der Stadt wider. So sind von Januar bis November 2011 die Übernachtungszahlen in der Stadt im
Vergleich zum Vorjahr um 4% gestiegen. Für die Tourismusförderung in Halle wurden im
Zeitraum 1991 bis 2011 in der gewerblichen Wirtschaft für zehn Vorhaben
Zuschüsse in Höhe von rund 700.000 Euro bewilligt. Die touristische
Infrastruktur wurde im gleichen Zeitraum mit 32 Mio. Euro für 21 Vorhaben
gefördert.
Altlastensanierung und Maßnahmen
gegen Vernässungen
Im Bereich der Altlastenfreistellung werden in der
Stadt Halle verschiedene Projekte durchgeführt. Dazu gehören unter anderem die
Liegenschaft Tanklager Ottostraße, das ehemalige Plastwerk im Industriegebiet
Halle-Ammendorf, das ehemalige Gaswerk Halle-Dölau sowie die Tankstellen der
ehemaligen MINOL in der Merseburger und Trothaer Straße. Insgesamt wurden für
die Projekte der Altlastenfreistellung in den letzten Jahren in Halle rund 7,8
Mio. Euro investiert.
Für das Gebiet der Stadt Halle
liegen 20 Vorschläge für Verbesserungsmaßnahmen gegen
Vernässungen vor. Die Maßnahmevorschläge beziehen sich unter anderem auf die
Stadtteile Dautzsch, Frohe Zukunft, Büschdorf, Halle-Neustadt und Reideburg. Sie
betreffen vor allem Verbesserungen der Abflussbedingungen und der Straßen- und
Stadtentwässerung. Für 2011/2012 hat das Land über den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung 400.000 Euro für pilothafte Untersuchungen in den Städten
Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau erhalten. Es sollen Maßnahmen erarbeitet
werden, um Infrastruktureinrichtungen vor dauerhaft hohen Grundwasserständen zu
schützen.
Im Bereich des Hochwasserschutzes wurde auch die
Standsicherheit des Gimritzer Dammes in Halle-Neustadt 2011 nochmals einer
Überprüfung unterzogen. Die Auswertung der Ergebnisse dieser Prüfung liegt dem
Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW) mittlerweile vor. Aus der Studie des
beauftragten Ingenieurbüros geht hervor, dass der Damm einer Ertüchtigung
unterzogen werden soll. Derzeit finden zwischen der Stadt Halle und dem LHW
Beratungen statt, die das weitere Vorgehen klären sollen. Seit 2002 konnten
landesweit 508 Kilometer Deiche sowie andere technische dem Hochwasserschutz
dienende Anlagen saniert oder neu gebaut werden.
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