Auswärtige Kabinettssitzung in Tangermünde/
Ministerpräsident Haseloff: Landkreis wird von Bau der A 14 profitieren
29.11.2011, Magdeburg – 653
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Die
Landesregierung von Sachsen-Anhalt ist heute unter der Leitung von
Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zu einer auswärtigen Kabinettssitzung in
Tangermünde zusammengekommen. Neben allgemeinen Themen standen auch
Regionalthemen wie die wirtschaftliche, infrastrukturelle, kulturelle, soziale
und landwirtschaftliche Entwicklung in Tangermünde und im Landkreis Stendal auf
der Tagesordnung. Haseloff betonte: ?Auf die Förderung der wirtschaftlichen
Entwicklung und der Infrastruktur im Landkreis Stendal hat das Land besonderes
Augenmerk gelegt. Sehr erfreulich ist deshalb, dass sich unser Einsatz für den
Lückenschluss der A 14 zwischen Magdeburg und Schwerin gelohnt hat. Morgen wird
der erste Spatenstich vollzogen. Der Bau der A 14 wird für den Landkreis Stendal
positive Impulse geben.?
Umfangreiche Wirtschaftsförderung ?
Landkreis stark in Nahrungsgüterwirtschaft und
Tourismus
Seit 1991 wurden im Rahmen der Gemeinschaftsaufgabe ?Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsstruktur? im Landkreis Stendal mit Stand vom 31. Juli
2011 insgesamt 445 Investitionsvorhaben mit rund 361 Millionen Euro bezuschusst.
Dadurch wurden Investitionen in Höhe von rund 1,71 Milliarden Euro angeschoben
und knapp 10.500 Arbeitsplätze neu geschaffen bzw. gesichert. In der Stadt
Tangermünde wurden im gleichen Zeitraum 76 Projekte mit ca. 60,1 Millionen Euro
bezuschusst. Dahinter stehen ein Gesamtinvestitionsumfang von rund 215 Millionen
Euro sowie 1.850 neu geschaffene bzw. gesicherte Arbeitsplätze. Zu den
wichtigsten Branchen im Kreis gehören neben der Landwirtschaft die
Nahrungsmittelindustrie sowie die papierverarbeitende Industrie.
Zur Förderung von Forschung und Entwicklung
in kleineren und mittleren Unternehmen wurden in der aktuellen
EU-Strukturfondsperiode (2007-2013) im Landkreis Stendal bislang rund 1,4
Millionen Euro für acht Vorhaben in acht Unternehmen bewilligt. Zudem hat das
?ego.-PilotenNetzwerk? seit September 2004 rund 530 Unternehmensgründungen auf
den Weg gebracht.
Eine gute
Entwicklung hat der Tourismus
genommen. Die Übernachtungszahlen im Landkreis steigen stetig an: 2010 stand ein
Plus von 2% zum Vorjahr auf rund 235.500 Übernachtungen zu Buche. Im ersten
Halbjahr 2011 nahm die Zahl der Übernachtungen um 2,3% zu. Für die
Tourismusförderung im Landkreis wurden im Zeitraum 1991 bis 30. Juni 2011 für 64
Investitionsvorhaben der gewerblichen Wirtschaft rund 14,2 Millionen Euro
Zuschüsse bewilligt. In die touristische Infrastruktur flossen im gleichen
Zeitraum für 53 Vorhaben ca. 25,1 Millionen Euro.
Lückenschluss der A 14 wichtigstes
Infrastrukturvorhaben im Landkreis
Der
A14-Lückenschluss
Magdeburg-Wittenberge-Schwerin ist das herausragende Verkehrsprojekt der
kommenden Jahre in der Region. Mehr als 60 der insgesamt 155 Kilometer langen
Trasse werden durch den Landkreis Stendal führen. Morgen ist Baustart für den
ersten Abschnitt bei Colbitz im Landkreis Börde.
Ein
weiteres herausragendes Vorhaben ist die B190n. Nach Abschluss des Verfahrens
zur Linienbestimmung durch das Bundesverkehrsministerium wird nun
abschnittsweise mit der Erstellung der straßenbautechnischen Entwurfsunterlagen
begonnen. Als erster Abschnitt wird der Anschlussbereich der B190n an die A14
westlich von Leppin bis zur Anschlussstelle Seehausen
geplant.
Der
kommunale Straßenbau im Landkreis
Stendal wird in diesem Jahr mit rund 2,35 Millionen Euro gefördert. Mit dem Geld
wurden insgesamt 14 Vorhaben fortgeführt (2) oder begonnen (12). Eines der
wichtigsten Vorhaben ist dabei in Stendal der Neubau der Eisenbahnüberführung im
Zuge der Osterburger Straße. Die insgesamt rund 4,15 Millionen Euro teure
Maßnahme wird mit knapp anderthalb Millionen Euro gefördert. Für den weiteren
Ausbau der Osterburger Straße stellt das Land im Jahr 2013 voraussichtlich noch
einmal rund 570.000 Euro zur Verfügung.
Im
Landkreis haben die Kommunen Havelberg, Osterburg, Stendal, Seehausen,
Tangerhütte und Iden in den zurückliegenden zehn Jahren insgesamt rund
27,3 Millionen Euro aus dem Förderprogramm ?Stadtumbau-Ost?
erhalten. Für den Rückbau von mehr als 5.500 dauerhaft leer stehenden
Wohnungen sind seit dem Jahr 2002 rund 16,8 Millionen und für
Aufwertungsmaßnahmen rund 10,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt
worden.
Im
Rahmen der verschiedenen Städtebauförderprogramme wurden für den Landkreis
Stendal in den Jahren 1991-2011 insgesamt rund 136,1 Millionen Euro
bereitgestellt. Rund 21 Millionen Euro davon sind in die Sanierung des
Altstadtkerns von Tangermünde investiert worden.
Investitionen in Bildung und
Schulerneuerung
Aus Mitteln
der EU-Schulbauförderung in der
Förderperiode 2007 bis 2013 werden im Landkreis sechs Projekte gefördert.
Förderzusagen gingen an die Grundschulen in Bismark (1,7 Millionen Euro),
Seehausen (1,7 Millionen Euro), Stendal Nord (2,7 Millionen Euro) und
Tangerhütte (2,4 Millionen Euro) sowie an die Sekundarschulen ?Am Weinberg?
Havelberg (5 Millionen Euro) und ?Karl Marx? in Osterburg (3,1 Millionen Euro).
Das Vorhaben in Bismark ist fertig gestellt, an den anderen Schulen laufen die
Baumaßnahmen.
Aus den Mittel
der Kommunalen
Schulinfrastrukturpauschale wurden im Landkreis Stendal insgesamt 34
Vorhaben gefördert. Der Zuschuss von Bund und Land betrug 5,3 Millionen Euro. In
der Stadt Tangermünde wurde in diesem Rahmen die Grundschule Comenius mit
137.000 Euro gefördert. Der Schwerpunkt der Projekte lag in der energetischen
Sanierung.
Von besonderer
Bedeutung für den Landkreis ist auch der Standort Stendal der Hochschule
Magdeburg-Stendal. Dort sind zwei Fachbereiche angesiedelt: Wirtschaft und
Angewandte Humanwissenschaften. Geplant ist zudem der Aufbau eines Kompetenzzentrums
?Frühkindliche Bildung?, um die Erzieherbildung auf akademischem Niveau
voranzubringen.
Förderung
von Kunst und Kultur und Bismarck-Jubiläum 2015
Für Kunst und Kultur sind für die Stadt
Tangermünde und im Landkreis Stendal im Haushaltsjahr 2011 bisher insgesamt rund
1.891.000 Euro Landesmittel bewilligt worden sowie ca. 378.00 Euro Mittel aus
dem Konjunkturpaket II für Musikschulen. 1,48 Millionen Euro erhielt das Theater
der Altmark in Stendal.
Im Hinblick auf das 2015
stattfindende Jubiläum zum 200.
Geburtstag von Otto von Bismarck wird in der Evangelischen Kirche
Schönhausen, die auch zur ?Straße der Romanik" gehört, die Sanierung der
Familiengruft und des Altars begonnen. Diese Maßnahmen sollen 2015 abgeschlossen
sein. 2011 wurde die Kirche mit 32.500 Euro gefördert.
Schloss und Park Briest als
Stammsitz der Familie von Bismarck wurden 2010 in das kulturtouristische
Netzwerk der ?Gartenträume" aufgenommen. Um den Gutspark nach historischem
Vorbild wieder herstellen zu können, bedarf es einer denkmalpflegerischen
Rahmenzielstellung, die in diesem Jahr mit 60.000 Euro gefördert worden
ist.
Unterstützung für den ländlichen
Raum
Für den ländlichen Raum wichtig ist
das Programm für Dorferneuerung und
?entwicklung. Innerhalb dieses Programms wurden im Landkreis Fördermittel in
Höhe von rund 39,4 Millionen Euro im Zeitraum 2000 bis 2006 ausgezahlt. Von 2007
bis heute wurden 546 Vorhaben begleitet mit einem Zuschuss von 10,6 Millionen
Euro und einem initiierten Investitionsvolumen von 28,8 Millionen Euro.
Der Ausbau des schnellen Internets
ist eine der wichtigsten Infrastruktur-Maßnahmen. Seit 2007 wurden im Landkreis
19 Vorhaben der Breitbandversorgung
über das Landwirtschaftsministerium gefördert, die Zuwendungen hatten ein
Volumen von 2,9 Millionen Euro. Im Vorfeld meldeten über 2.700 private Haushalte
und über 550 Gewerbetreibende und Freiberufler sowie 72 öffentliche Stellen
ihren Bedarf zur Versorgung mit Breitband an.
Verbesserung der frühkindlichen
Bildung und der Kinderbetreuung
Für die Stadt Tangermünde und den
Landkreis Stendal beläuft sich das Fördervolumen im Bereich Soziales für die
Jahre 2008 bis 2011 auf ca. 62,5 Millionen Euro. Zusätzlich werden aus
Investitionsmitteln des Bundes zum Ausbau von Krippenplätzen sowie aus
EU-Mitteln und Mitteln aus dem Konjunkturprogramm II insgesamt knapp 9,5
Millionen Euro bereitgestellt. Derzeit werden Vorhaben in einem Umfang von ca.
1,6 Millionen Euro gefördert.
Auf die Verbesserung der frühkindlichen Bildung
legt das Land ein besonderes Augenmerk. Dafür erhält der Landkreis vom Land in
diesem Jahr einen Pauschalbetrag von knapp 8,7 Millionen Euro. Für die
Verbesserung der Angebote der vorschulischen Bildung und zur Finanzierung von
Vor- und Nachbereitungsstunden stellte das Land gut 466.000 Euro zur Verfügung,
für die Sprachstandsfeststellung und ?förderung knapp 300.000 Euro. Darüber
hinaus entwickeln sich derzeit drei Kindertageseinrichtungen im Landkreis zu
Kinder-Eltern-Zentren. Insgesamt erhielt der Landkreis im Berichtszeitraum dafür
knapp 23.000 Euro.
Im Rahmen der Arbeitsmarktförderung erhielt der
Landkreis Stendal im Berichtszeitraum EU-, Bundes- und Landesmittel in Höhe von
ca. 7,2 Millionen Euro. Diese wurden beispielsweise für die Verbesserung der
Beschäftigungschancen für Langzeitarbeitslose, der Förderung der betrieblichen
Erstausbildung oder der Verbesserung der Arbeitsmarktchancen benachteiligter
Personengruppen eingesetzt.
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