Rahmenbedingungen für
Resozialisierung sollen verbessert werden
25.10.2011, Magdeburg – 580
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 580/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 580/11
Magdeburg, den 25. Oktober 2011
Rahmenbedingungen für
Resozialisierung sollen verbessert werden
Die Landesregierung hat eine Erklärung verabschiedet,
in der sie sich dafür ausspricht, die Rahmenbedingungen für die Resozialisierung
von entlassenen Straftätern und ehemaligen Sicherungsverwahrten in Sachsen-Anhalt
zu verbessern. Dabei setzen die Ministerinnen und Minister auf ein gemeinsames
Engagement von Staat und Gesellschaft. ¿Bei der Suche nach Wohnraum für
entlassene Straftäter setzen wir auf die Zusammenarbeit mit vielen Partnerinnen
und Partnern¿, sagte Justizministerin Prof. Dr. Angela Kolb im Anschluss an die
Kabinettssitzung.
In ihrer Erklärung sagen die Ministerinnen und
Minister zu, dass die Landesregierung aktiv einen Prozess unterstützt, der
darauf abzielt, ein Klima zu schaffen, das Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt
und es Betroffenen aber zugleich erleichtert, einen Neuanfang zu gestalten.
Hierbei soll gemeinsam mit Partnern in Politik, Kommunen, Zivilgesellschaft und
Kirche agiert werden.
Der aktuelle Fall in Insel zeige, wie schwer es
insbesondere sei, geeigneten Wohnraum zur Verfügung zu stellen, heißt es in der
Erklärung weiter. Vor diesem Hintergrund wird die Landesregierung auf einer
Veranstaltung bei kommunalen Verantwortungsträgern um konkrete Unterstützung bitten.
Anlage
- Erklärung der Landesregierung
Gemeinsame Verantwortung von Staat
und Zivilgesellschaft für die Resozialisierung entlassener Strafgefangener und
ehemaliger Sicherungsverwahrter stärken
1. Die Landesregierung setzt sich
dafür ein, dass ehemalige Straftäter und aus der Sicherungsverwahrung
Entlassene ihr Recht auf Resozialisierung verwirklichen können und einen Platz
in unserer Gesellschaft finden. Insbesondere auch vor dem Hintergrund der
anstehenden Reform der Sicherungsverwahrung muss das Miteinander von Staat und
Gesellschaft besser gestaltet werden. Die Landesregierung begrüßt den Beschluss
des Landtages vom 06.10.2011, LT-Drs. 6/471.
2. Die Landesregierung unterstützt
aktiv einen Prozess, der darauf abzielt, im Interesse aller Beteiligten die
Rahmenbedingungen für eine Resozialisierung zu verbessern und gemeinsam mit
Partnern in Politik, Kirche, Kommunal- und Arbeitsverwaltung, aber auch in der Zivilgesellschaft
ein Klima zu schaffen, dass Sorgen der Bevölkerung ernst nimmt und es
Betroffenen aber zugleich erleichtert, einen Neuanfang zu realisieren.
3. Hierbei wird auf bereits vorhandene Strukturen aufgebaut.
Neben dem Sozialen Dienst der Justiz, der im Rahmen der Bewährungshilfe und
Führungsaufsicht als Element staatlicher Straffälligenhilfe wesentliche Hilfestellungen
bei der Resozialisierung gibt, sind alle gesellschaftlichen Kräfte gefordert.
Weiterhin fördert das Ministerium für Justiz und Gleichstellung
kriminalpolitisch bedeutsame Projektangebote der freien Träger der
Straffälligenhilfe zur Resozialisierung und Integration Straffälliger. Ziel ist
es, Straffällige und deren Angehörige bei der Bewältigung ihrer individuellen
Probleme im Rahmen geeigneter Hilfeangebote unter dem Einsatz qualifizierten
Personals und ehrenamtlicher Kräfte zu unterstützen. In eigens durch die freien
Träger unter dem Titel ¿ZEBRA - Zentrum für Entlassungshilfe,
Beratung, Resozialisierung und Anlaufstelle zur Vermittlung gemeinnütziger
Arbeit¿ eingerichteten zentralen Beratungszentren werden die
Hilfebedarfe Straffälliger und deren Angehöriger und die Vermittlung
gemeinnütziger Arbeit zur Abwendung von Ersatzfreiheitsstrafe bearbeitet. Ein
weiterer Schwerpunkt der Arbeit der Beratungszentren besteht in der Gewinnung,
Schulung und Begleitung ehrenamtlicher Mitarbeiter.
Es gilt gleichwohl, das Übergangsmanagement weiter
auszubauen, um den zuständigen Stellen ein zielgerichtetes und bedarfsgerechtes
Handeln zu erleichtern. Dies kann durch Toleranz, Verständnis und flankierende
Mitwirkungsbereitschaft bürgerschaftlich engagierter Mitmenschen in allen
Lebensbereichen die Erfolgsaussichten der Bemühungen um eine gelungene
Integration in die Gesellschaft erhöhen.
4. Die Landesregierung begrüßt, dass
sich viele Partner seit langem engagiert einbringen. Die Landesregierung
appelliert zugleich an Behörden und Institutionen und an die Zivilgesellschaft,
die Landesregierung bei der Resozialisierung im Rahmen ihrer Möglichkeiten
aktiv zu unterstützen.
5. Die Landesregierung bittet
insbesondere, auch bei der Bereitstellung von Wohnraum behilflich zu sein, der
eine wesentliche Grundlage einer Existenzgründung ist. Die Landesregierung ist
sich bewusst, wie schwierig dies im Einzelfall sein kann. Die Situation in
Insel, wo zwei entlassene Sicherungsverwahrte derzeit leben, ist dafür ein
Beispiel. Es ist jedoch das erklärte gemeinsame Ziel, in Sachsen-Anhalt
Lösungen zu finden, die bei allen Beteiligten auf Akzeptanz stoßen.
6. Wege zu diskutieren, ist Ziel
eines Treffens mit kommunalen Vertretern, das auf Einladung der Landesregierung
zeitnah stattfinden wird.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes
Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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