Politik und Wirtschaft für
?ausgewogenen Energiemix?
12.10.2011, Magdeburg – 549
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 549/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 549/11
Magdeburg, den 12. Oktober 2011
Politik und Wirtschaft für
¿ausgewogenen Energiemix¿
Gemeinsame
Pressemitteilung des Landes Sachsen-Anhalt, des Burgenlandkreises und der MIBRAG
8. Wirtschaftskonferenz des
Burgenlandkreises sieht auch nach Energiewende wichtige Rolle für
Braunkohle
Neue Wachstumsimpulse durch
Erforschung der Kohlechemie
Ministerpräsident Dr. Haseloff
und Landrat Reiche begrüßen Ankündigung der MIBRAG zum Start des Genehmigungsverfahrens
für Kraftwerksprojekt Profen
Land und Burgenlandkreis stolz
auf Spitzenstellung bei erneuerbaren Energien
Mit einem klaren Bekenntnis für
einen ¿ausgewogenen Energiemix¿ schloss heute die 8. Wirtschaftskonferenz des
Burgenlandkreises in Alt-Tröglitz. Hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft
und Verwaltung diskutierten die Perspektiven der künftigen Energieversorgung
nach der im Bund beschlossenen Energiewende. Dabei wurde deutlich: Der Burgenlandkreis
und das Land Sachsen-Anhalt nehmen schon heute eine Vorreiterstellung bei der
Stromproduktion aus erneuerbaren Energien ein. Konventionelle Energien, insbesondere
die heimische Braunkohle, sind aber weiterhin unerlässlich für eine stabile und
preisgünstige Versorgung vor allem der mitteldeutschen Industrie.
Darüber hinaus erschließen die
Pläne zur Schaffung eines Mitteldeutschen Braunkohlechemie-Parks besondere
Zukunftsperspektiven durch die stoffliche Verwertung der Braunkohle. Im Rahmen
der Wirtschaftskonferenz begrüßten Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner
Haseloff und der Landrat des Burgenlandkreises, Harri Reiche, ausdrücklich die
Ankündigung der MIBRAG, noch im Dezember dieses Jahres den behördlichen
Genehmigungsprozess für das geplante Braunkohlekraftwerk am Tagebau Profen
einzuleiten.
Wettbewerbsfähigkeit gestärkt
¿Das ist eine gute Nachricht für
den Burgenlandkreis, das Land Sachsen-Anhalt und den gesamten mitteldeutschen
Raum. Das Kraftwerksprojekt Profen mit einem geplanten Investitionsvolumen von
1,3 Milliarden Euro wird Wachstumsimpulse setzen sowie Arbeits- und
Ausbildungsplätze sichern. Es stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie,
die auf eine zuverlässige und preisgünstige Versorgung angewiesen ist. So
halten wir unser Land attraktiv für junge Menschen, die in ihrer Heimat eine
berufliche Perspektive suchen¿, betonte der Ministerpräsident.
Haseloff unterstrich, dass die
Landesregierung von den ambitionierten Klimaschutzzielen in Deutschland nicht
abweichen werde und daher vom Bau eines neuen Braunkohlekraftwerks am Standort
Profen ¿die Anwendung höchster technischer und umweltrelevanter Standards¿
erwarte.
Braunkohleindustrie als
bedeutender Arbeitgeber
Landrat Harri Reiche stellte
heraus, dass es für den Burgenlandkreis ¿kein besseres Energiekonzept als den ausgewogenen
Energiemix¿ gebe. Regenerative Energien sollten ¿schrittweise einen größeren
Anteil der Stromproduktion übernehmen¿. Nach dem Ausstieg aus der Kernenergie
spiele allerdings die ¿Kohle als Energieträger eine wichtige Rolle als Brückentechnologie
zur energetischen Verwertung¿. Die zahlreichen energieintensiven Unternehmen im
Burgenlandkreis benötigten ¿noch für lange Zeit eine ergänzende
Lastflexibilität durch die Braunkohle¿. Bereits jetzt würden Investitionsentscheidungen
von einer sicheren und finanzierbaren Energieversorgung abhängig gemacht.
Die Braunkohleindustrien seien
zudem selber einer der bedeutendsten Arbeitgeber. Allein von der in Zeitz
ansässigen MIBRAG hingen nach jüngsten Studien direkt und indirekt rund 7.500
Arbeitsplätze im gesamten mitteldeutschen Raum ab. ¿Die Kohle sorgt für
Wachstum und Wertschöpfung weit über den Burgenlandkreis hinaus ¿ diesen Motor
dürfen wir nicht leichtfertig abstellen¿, appellierte Reiche.
Erste Schritte im
Genehmigungsprozess
Im Rahmen der 8. Wirtschaftskonferenz
hatte Dr. Joachim Geisler, Vorsitzender der Geschäftsführung der MIBRAG,
bekannt gegeben, dass erste Schritte für das Genehmigungsverfahren für das
Kraftwerksprojekt Profen gemacht werden. Im Dezember dieses Jahres soll bei
einem ScopingTermin der Untersuchungsrahmen festgelegt werden. Das projektierte
Kraftwerk mit einer geplanten Bruttoleistung von 660 Megawatt sieht modernste
verfügbare Technik vor. Neben der Rechtssicherheit sei die Wirtschaftlichkeit
des Kraftwerks, die Grundlage für einen möglichen Investitions- und
Baubeschluss. Durch eine hochflexible Anlagentechnik garantiert es bei
schwankender Stromproduktion der regenerativen Energien Versorgungssicherheit
und Stabilität im Netz. ¿Das Kraftwerk ist Partner der Erneuerbaren¿, betonte
Dr. Geisler.
Perspektive stoffliche Verwertung
Wie auf der Wirtschaftskonferenz
außerdem deutlich wurde, ist die Braunkohle nicht nur eine ¿Brückentechnologie¿
in das neue Energiezeitalter. Vielmehr birgt der fossile Energieträger auch
interessante Potenziale für die stoffliche Verwertung. So könnten in Zukunft
zum Beispiel Düngemittel und Kunststoffe auf Basis von Braunkohle entstehen.
Diese und weitere Möglichkeiten würden unter anderem durch das Innovationsforum
ibi (Innovative Braunkohlen Integration in Mitteldeutschland) intensiv erforscht
werden.
Die praktische Erforschung der
Kohlechemie sei bereits zentraler Bestandteil der ¿Hohenmölsener Erklärung¿ aus
dem Jahr 2008 gewesen, sagte der Landrat. Dieser Industriezweig eröffne
vollkommen neue Wertschöpfungsmöglichkeiten für die Region und mache die
Braunkohle im Verbund mit ihrer Rolle als Partner der Erneuerbaren zu einer
echten Zukunftstechnologie, so Landrat Reiche. Mit der Kohlechemie könne
künftig eine sechsfach höhere Wertschöpfung gegenüber der Verbrennung erzielt
werden; außerdem würden so zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze neu geschaffen.
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