Ministerpräsident Haseloff:
Immaterielle Lasten der Einheit waren ungleich verteilt
30.09.2011, Magdeburg – 527
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 527/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 527/11
Magdeburg, den 30. September 2011
Ministerpräsident Haseloff:
Immaterielle Lasten der Einheit waren ungleich verteilt
In seiner aktuellen Videobotschaft zum Tag der Deutschen
Einheit hat Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff die Leistungen der Menschen
in Ostdeutschland besonders gewürdigt: ¿Lebensgeschichtlich betrachtet waren
die immateriellen Lasten der Einheit ungleich verteilt. Für die meisten
Menschen in der Bundesrepublik veränderte sich nach 1989 wenig. Brüche gab es
in den Biografien vieler DDR-Bürgerinnen und Bürger. Für sie war die
Wiedervereinigung vor allem ein Reformprozess. Lebensentwürfe mussten nun durch
Gestaltung und Teilhabe ausgehandelt werden. Aber das Wagnis der Freiheit
glückte.¿
Haseloff sprach sich für einen differenzierten Blick auf
den Alltag in der DDR aus: ¿Die DDR war eine Diktatur. Aber sie bildete auch
den Lebensrahmen für Millionen Menschen. Arbeit und Freizeit, persönliche Erfolge
und Misserfolge sowie individuelles und kollektives Sozialverhalten gehörten
auch zum Leben der Menschen in der DDR. Es gab neben Repressionen und
staatlicher Gängelung auch Eigensinn und Eigenwilligkeiten. Der Alltag hatte
seine Höhen und Tiefen. Für viele Menschen war das Leben in der Diktatur eine
Zeit besonderer Prüfung und Bewährung. Sie waren nicht nur für die eigene
Biografie prägend. Ihre Erfahrungen brachten sie auch in die neue Bundesrepublik
ein.¿
Nach 1990 habe es auch Enttäuschungen und nicht erfüllte
Hoffnungen gegeben. Aber daran dürfe der Vereinigungsprozess nicht gemessen
werden. Haseloff: ¿Die Wiedervereinigung war vor allem eine großartige
menschliche und wirtschaftliche Leistung der deutsch-deutschen Solidargemeinschaft.
Sie hat aber nicht nur eine geschichtliche Bedeutung, sondern weist auch in die
Zukunft. Die Jahre nach 1990 haben gezeigt: Große Probleme lassen sich in
gemeinsamer Verantwortung bewältigen. Diese Erfahrung macht Mut, die vor uns
liegenden nationalen und internationalen Herausforderungen selbstbewusst
anzunehmen.¿
Die Videobotschaft ist ab sofort unter www.sachsen-anhalt.de abrufbar.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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