Steuermehreinnahmen bringen neue
Möglichkeiten für den Doppelhaushalt Sachsen-Anhalts 2012/13
30.08.2011, Magdeburg – 452
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 452/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 452/11
Magdeburg, den 30. August 2011
Steuermehreinnahmen bringen neue
Möglichkeiten für den Doppelhaushalt Sachsen-Anhalts 2012/13
Seit einem Vierteljahr wird auf allen Ebenen der
Landesregierung über den Doppelhaushalt 2012/13 beraten, auch mit den
Fraktionen wird bereits diskutiert. Was anfänglich nur die Optimisten zu hoffen
wagten, tritt ein: Die Steuereinnahmen unseres Landes steigen gegenwärtig
stärker als von den Steuerschätzern noch im Mai vorhergesehen. Die
Mai-Schätzung war die Grundlage für die Haushaltsplanungen des Finanzministeriums.
Von 2012 bis 2015 nimmt Sachsen-Anhalt auf Grund neuer Hochrechnungen
des Landesfinanzministeriums etwa 900 Mio. ¿ mehr an Steuern gegenüber
der Mai-Steuerschätzung ein.
Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für den
Landeshaushalt, die in Ministergesprächen, die erst vor wenigen Tagen endeten,
erörtert wurden. Von den Mehreinnahmen sind bereits 300 Mio. ¿ im
Eckwerte-Beschluss der Landesregierung Anfang Juli vorweg genommen worden. Im
Ergebnis sollen die weiteren Mehreinnahmen bei den Steuern im Wesentlichen an
drei Brennpunkten helfen:
1. Die Vorsorgeelemente werden gestärkt.
·
Die nächste Wirtschaftskrise
kommt bestimmt, die Frage ist nur wann. Deswegen bleibt es dabei;
Sachsen-Anhalt wird keine neuen Schulden mehr aufnehmen, ab 2014 wird
getilgt!
·
Genauso wird es ¿ übrigens
erstmals seit der Wiedervereinigung ¿ keine Globale Minderausgabe 2012
und 2013 geben (also keine ¿zu erwirtschaftenden Summen¿, die dann Beschlüsse
des Parlaments nachträglich in Frage stellen).
·
Bereits 2012, ein Jahr eher als
ursprünglich geplant, wird die Steuerschwankungsreserve mit 50 Mio. ¿
aufgefüllt (diese in den nächsten Jahren weiter zu stärkende Reserve soll
Sachsen-Anhalt vor den Folgen kommender Krisen schützen).
·
Genauso werden in den Pensionsfonds
(zur späteren Begleichung der Pensionen von Landesbeamten) bereits ab 2012
wieder 20 Mio. ¿ jährlich zusätzlich eingezahlt.
2. Die Eckwerte für die einzelnen Ressorts
wurden vor allem immer dort nachgebessert, wo investiert wird. Es galt,
möglichst viele Drittmittel von Bund und EU zu binden. Es ist nach vielen Gesprächen
sowie Beratungen und Eigenanstrengungen der Ressorts nun gelungen, sämtliche
Drittmittel in der bis 2013 laufenden EU-Förderperiode und der
Gemeinschaftsaufgabe zu binden ¿ das heißt, Sachsen-Anhalt geht kein
Förder-Euro von Bund oder EU verloren! Um dies zu erreichen, waren
insgesamt etwa 200 Mio. ¿ mehr als ursprünglich veranschlagt nötig.
3. Die Diskussion über ein neues, für alle Mitglieder
der kommunalen Familie gerechteres Finanzausgleichsgesetz geht weiter.
Klar war und ist aber: Es muss alles versucht werden, damit auch die Kommunen
in die Lage versetzt werden, möglichst viele Investitionen kofinanzieren zu
können. Mit der Verschiebung der für 2012 geplanten Kürzung der
Investitions-Pauschale für die Kommunen (die auf dem Rückgang der Sonderbundesergänzungs-Zuweisungen
SoBEZ um jährlich 120 Mio. Euro basieren) um ein Jahr nach hinten ergeben sich
nun sofort bessere Spielräume für die Kommunen, Investitionen
kofinanzieren zu können . Verabredet ist:
·
2012 stehen damit wie bisher
128 Mio. ¿ Investitionspauschale für die Kommunen zur Verfügung. Die
ursprünglich geplante Kürzung um 26 Mio. ¿ wird um ein Jahr nach hinten verschoben,
greift erst 2013.
·
2013 stehen dann noch 102 Mio.
¿ Investitionspauschale für die Kommunen zur Verfügung (statt wie früher
geplant nur 78 Mio. ¿).
Bis 2019 sinken die SoBEZ jährlich weiter ab, 2020 dann
laufen sie völlig aus. Damit die Investitionspauschale nicht gleichermaßen auf
Null absinkt, will die Landesregierung ab 2020 jährlich einen Sockelbetrag von
50 Mio. ¿ allein aus dem Landeshaushalt bereitstellen, um die dann noch
vorhandene Infrastrukturlücke schließen zu können.
Darüber hinaus wird der Haushaltsvollzug vereinfacht
und modernisiert . Die Ministerien können Gelder im jeweiligen
Wirkungsbereich von 2012 auf 2013 übertragen ¿ das gab es bisher so nicht. Es
wird auch keinerlei Bewirtschaftungsbeschränkungen mehr geben, genauso keine
Haushaltsperren. Wenn der Landtag nach eingehender Beratung den Doppelhaushalt verabschiedet,
kann insbesondere sofort investiert werden, weil dann die Mittel zu 100 Prozent
bereitgestellt werden können.
Mit den Haushaltsberatungen wurde auch das PEK ¿ das
Personal-Entwicklungs-Konzept ¿ fortgeschrieben und weiterentwickelt. Nach
Gesprächen mit allen Ressorts wurde der Einstellungskorridor für den
Nachwuchs von 350 Neueinstellungen jährlich (Ansatz Mai 2011) auf
etwa 550 pro Jahr erhöht . Das gibt nun Ministerien und Behörden viel
mehr Planungssicherheit und Nachwuchskräften neue Perspektiven im Lande. Die
Landesregierung verfolgt mit dem nun aktualisierten PEK weiterhin das Ziel, bis
Ende 2019 die Zahl der Landesbeschäftigten auf etwa 40.000 abzusenken. Dann
liegt Sachsen-Anhalt mit etwa 19 Landesbediensteten (Vollzeit-Äquivalente) auf
1000 Einwohner im deutschen Durchschnitt.
Sämtliche Bemühungen im Landeshaushalt 2012/13 stehen
unter der Überschrift Konsolidieren ¿ Investieren ¿ Vorsorgen und unter
der Maßgabe, dass das Land wegen der zurückgehenden Finanzhilfen von Bund und
EU am Ende dieses Jahrzehnts auf eigenen finanziellen Füssen stehen muss und
somit finanziell eigenständig bleibt.
Dieses Ziel unbedingt zu erreichen gilt es auch wegen des
jährlich an den Bund zu leistenden Fortschrittberichtes des Landes
Sachsen-Anhalt. Darin wird Rechenschaft abgelegt über die ordnungsgemäße
Verwendung der SoBEZ und über die Fortschritte beim Aufholprozess gegenüber den
alten Bundesländern. Im aktuellen Fortschrittsbericht , den heute die
Landesregierung zur Kenntnis nahm, ist die Quote der ordnungsgemäß verwendeten
Solidarmittel von 79 Prozent im Jahr 2009 auf nur noch 50 Prozent im Jahr 2010
gefallen. Dieser Rückgang hängt zusammen mit der Aufnahme neuer Schulden durch
das Land 2010, er ist kein Beleg für eine Fehlverwendung der Solidarmittel. Hätte
Sachsen-Anhalt 2010 keine neuen krisenbedingten Schulden aufnehmen müssen, wäre
die Quote auf über 80 Prozent gestiegen. Mit dem vorliegenden Finanzkonzept
stellt die Landesregierung sicher, dass der Stabilitätsrat bei seiner nächsten
Beratung im November für unser Land keinen Haushalts-Notstand konstatieren
wird.
Finanzminister
Jens Bullerjahn:
¿Ich
bin sehr froh, dass unser jetziges Finanzkonzept die finanzielle Unabhängigkeit
Sachsen-Anhalts auch nach Auslaufen des Solidarpaktes Ende 2019 sicherstellt!¿
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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