Haseloff verbittet sich
Unterstellung / Generalsekretär des Zentralrats der Juden: Debatte
abgeschlossen
26.07.2011, Magdeburg – 399
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 399/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 399/11
Magdeburg, den 26. Juli 2011
Haseloff verbittet sich
Unterstellung / Generalsekretär des Zentralrats der Juden: Debatte
abgeschlossen
Zur Diskussion um einen angeblichen Vergleich einer
Kennzeichnungspflicht für Polizisten mit der Stigmatisierung der Juden im
Dritten Reich sowie die Kritik daran stellt die Staatskanzlei fest:
In dem Interview (Dokumentation siehe unten) des
Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff mit dem Radiosender Sputnik am
vergangenen Freitag ist nicht von der NS-Zeit die Rede gewesen und schon gar
nicht das Wort ¿Judenstern¿ gefallen. Dies hinein zu interpretieren ist eine
Unterstellung und erreicht die Grenze der persönlichen Diffamierung. ¿Dagegen
verwahre ich mich ganz entschieden¿, sagte Haseloff. Der Ministerpräsident
hatte bereits zuvor klargestellt, dass es sich um ein Missverständnis handle
und er sich vor dem Hintergrund persönlicher Erlebnisse als bekennender Christ
in der DDR geäußert habe.
Haseloff erläuterte heute in einem Telefonat mit dem
Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, Stephan Kramer,
ausführlich den Bezug auf seine Biographie. Haseloff befindet sich seit dem
Wochenende im Urlaub, Kramer hält sich derzeit in Israel auf. Kramer habe ihm
gegenüber versichert, so Haseloff, dass er nicht die geringsten Zweifel an seinen
politischen Intentionen und seiner Integrität habe. Durch eine verkürzte Wiedergabe
der Interview-Passage sei auch bei ihm die Äußerung zunächst missverständlich angekommen.
Für ihn sei das Thema erledigt und er sehe keinen weiteren Erklärungsbedarf.
Haseloff und Kramer, die sich seit Jahren gut kennen, wollen sich in Kürze
treffen, um weitere gemeinsame Vorhaben in Sachsen-Anhalt zu besprechen. Auch
ein Besuch der Polizei soll vorbereitet werden.
Haseloff ergänzte, bei spontanen Formulierungen in einem
Radio-Interview sei niemand vor Missverständnissen geschützt. Er sei aber nicht
bereit, sich für Aussagen zu rechtfertigen, die er nie gemacht und beabsichtigt
habe. Der Ministerpräsident erklärte sich bereit, im Anschluss an die für Donnerstag
anberaumte Presse-Konferenz zur 100-Tage-Bilanz auch auf dieses Thema nochmals
näher einzugehen.
Hier die Dokumentation der vollständigen Passage des
Radio-Interviews:
Moderator Camillo Schumann: ¿Die Opposition fordert gerade
eine Kennzeichnungspflicht von Polizisten in Sachsen-Anhalt. Ihre Argumentation:
Im demokratischen Rechtsstaat müsse es selbstverständlich sein, dass
diejenigen, die im staatlichen Auftrag tätig sind, auch identifiziert werden
können. Was sagen Sie: Bekommen die Polizisten Namensschildchen?¿
Ministerpräsident Reiner Haseloff: ¿Diesbezüglich stelle ich mich
ganz eindeutig hinter unsere Polizisten. Sie erfüllen einen sehr, sehr schwierigen
Dienst, stehen oft für die Demokratie und die Gesellschaft in der ersten Reihe
und sorgen dafür, dass sich diese Demokratie fortentwickeln kann und überlebt.
Das ist, denke ich, eine klare Aussage gegenüber dem, was hier gefordert wird.
Auch aus der deutschen Geschichte heraus halte ich eine Kennzeichnungspflicht
für Menschen für schlicht und einfach unerträglich und inakzeptabel. Wir
sollten überlegen, welche politischen Forderungen wir in unserer Gesellschaft
formulieren. Dies halte ich für einfach nicht hinnehmbar.¿
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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