Ministerpräsident Haseloff:
Atomausstieg erfordert Mitwirken aller/ Energieversorgung auf breite Basis
stellen
10.06.2011, Magdeburg – 315
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 315/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 315/11
Magdeburg, den 10. Juni 2011
Ministerpräsident Haseloff:
Atomausstieg erfordert Mitwirken aller/ Energieversorgung auf breite Basis
stellen
Im Landtag hat heute Ministerpräsident Dr. Reiner
Haseloff noch einmal die Grundzüge der Energiepolitik der Landesregierung
erläutert. Der Ministerpräsident begrüßte den Einstieg in die verstärkte
Nutzung erneuerbarer Energien. Dies werde für Sachsen-Anhalt wichtige Impulse
für die wirtschaftliche Entwicklung geben. Als Land, das im Bereich der
erneuerbaren Energien bereits zu den führenden in Deutschland zähle, sei man
für diese Wende gut gerüstet. So betrage der Anteil erneuerbarer Energien an
der Nettostromerzeugung in Sachsen-Anhalt fast 35%. Das sei das Doppelte des
Bundesdurchschnitts. Rund 2.200 Windkraftanlagen seien im Land in Betrieb. Auch
damit läge man in Deutschland in der Spitzengruppe. ¿Wer vor diesem Hintergrund
von uns einen verstärkten Ausbau der erneuerbaren Energien fordert, scheint
wenig über das Land zu wissen, in dem er lebt¿, so der Ministerpräsident.
¿Der schrittweise Ausstieg aus der Nutzung der
Atomkraft bis 2022 ist ein ehrgeiziges Vorhaben. Er kann nur gelingen, wenn wir
unsere Energieversorgung auf eine breite Basis stellen. Die Photovoltaik gehört
dazu wie auch die Nutzung der Windkraft oder der Biomasse, aber eben auch Erdöl
und Erdgas oder Kohle. Der Netzausbau ist ebenso unverzichtbar wie verstärkte
Anstrengungen zur Energieeinsparung¿, erklärte Haseloff.
Der Ministerpräsident warnte vor dem Glauben, neben
dem Atomausstieg auch aus der Braunkohleverstromung aussteigen zu können. Wer
dies fordere, begeben sich auf sehr dünnes Eis: ¿Solange wie regenerative
Energien allein noch keine Versorgungssicherheit garantieren können, sind wir
auf die Nutzung fossiler Energieträger wie Erdgas, aber auch Braunkohle
angewiesen. Sie sind die Brücke, auf die insbesondere die energieintensive
Industrie zur Absicherung der Grundlast noch eine bestimmte Zeit angewiesen
ist.¿ Ein wesentlicher Teil zukunftsorientierter Energiepolitik seien
Versorgungssicherheit und akzeptable Energiepreise.
Der Regierungschef betonte, dass die Energiewende
nur gelingen könne, wenn alle daran mitwirkten. ¿Der tiefgreifende Umbau der
Energieversorgung Deutschlands ist eine Aufgabe für die nächsten Jahrzehnte. Er
kann nur gelingen, wenn es eine möglichst breite gesellschaftliche
Unterstützung für diesen Umbau und die damit verbundenen Anforderungen gibt.
Bund, Länder und Kommunen, Wirtschaft, Industrie und Gewerkschaften, Verbände,
Bürgerinnen und Bürger sind gemeinsam gefordert¿, erklärte Haseloff.
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Tel: (0391) 567-6666
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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