Ministerpräsidentenkonferenz in
Berlin:
Regierungschefs für eine stärkere Einbeziehung der Länder bei Entscheidungen
des Bundes
10.06.2011, Magdeburg – 313
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 313/11
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 313/11
Magdeburg, den 9. Juni 2011
Ministerpräsidentenkonferenz in
Berlin:
Regierungschefs für eine stärkere Einbeziehung der Länder bei Entscheidungen
des Bundes
Zur letzten turnusmäßigen Ministerpräsidentenkonferenz
unter dem Vorsitz Sachsen-Anhalts haben sich heute die Regierungschefinnen und
¿chefs der deutschen Bundesländer in der sachsen-anhaltischen Landesvertretung
in Berlin getroffen. Vor den anschließenden Gesprächen mit Bundeskanzlerin Dr.
Angela Merkel haben sich die Ministerpräsidenten in wichtigen Politikfeldern
auf eine gemeinsame Position verständigt.
Ein Themenschwerpunkt waren die Auswirkungen des Umbaus
der Bundeswehr . So wird durch die Aussetzung des Wehr- und Zivildienstes
mit einem verstärkten Ansturm auf die Hochschulen gerechnet. Der Bund hatte
bereits Unterstützung bei der Finanzierung der hier entstehenden Kosten
zugesagt. Für den Fall, dass die Studienanfängerzahlen stärker als
prognostiziert steigen, wünschen die Länder, dass rechtzeitig Gespräche
aufgenommen werden, um sich über ein stärkeres finanzielles Engagement des
Bundes zu verständigen.
Auch die geplante Bundeswehrstrukturreform hat
Auswirkungen auf die Länder. Die Länder erwarten daher vom Bund, dass sie rechtzeitig
in die konkrete Standortplanung eingebunden werden. ¿Die Bundeswehr ist gerade
in strukturschwachen Regionen ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Zudem sind ihre
Hilfsleistungen bei schweren Unglücksfällen und Katastrophen in den Ländern
unverzichtbar. Die zivil-militärische Zusammenarbeit muss daher in der
bewährten Form fortgeführt werden¿, betonte der sachsen-anhaltische Ministerpräsident
Dr. Reiner Haseloff .
Ministerpräsident Kurt Beck dazu: ¿Die Länder erwarten vom
Bund bei der Standortplanung nicht nur verteidigungspolitische, sondern auch
strukturpolitische Aspekte zu berücksichtigen und eine gerechte Lastenverteilung
vorzunehmen.¿ Dort, wo Bundeswehrstandorte aufgegeben werden, soll es gerade in
strukturschwachen Regionen Konversionsmaßnahmen geben. Die Länder bitten den
Bund darüber hinaus, nicht mehr benötigte Liegenschaften der Bundeswehr
verbilligt an die Kommunen abzugeben und sich an der Sanierung etwaiger
Altlasten zu beteiligen.
Ein anderer Punkt, in dem die Länder eine stärkere Einbeziehung
erwarten, ist die Neuorganisation der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung
des Bundes. Ministerpräsident Beck : ¿Wegen der Bedeutung der Schifffahrt
als besonders leistungsfähiger und umweltfreundlicher Verkehrsträger und
unverzichtbarer Teil der Logistikwirtschaft halten die Länder eine starke
regionale Präsens der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes für
erforderlich. Zudem ist vor Ort eine genaue Sach- und Fachkenntnis sowie eine
Entscheidungskompetenz notwendig.¿ Die Länder sind der Überzeugung, dass die
vorgeschlagene Kategorisierung der Bundeswasserstraßen den Erhalt und den
weiteren Ausbau eines leistungsfähigen Wasserstraßennetzes in Frage stellt. Die
Konzentration infrastruktureller Investitionen in diesem Bereich auf bestimmte
wirtschaftlich starke Regionen würde zur Aufgabe ganzer Verkehrsräume führen.
Wenn dort selbst gesamtwirtschaftlich sinnvolle Investitionen nicht mehr
erfolgen können, wäre dies ein Rückschlag für die strukturelle Entwicklung
ganzer Regionen.
Darüber hinaus haben sich die
Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder mit Fragen der künftigen
EU-Kohäsionspolitik befasst und ein ¿Positionspapier der deutschen Länder
zu den Konditionalitäten in der EU-Kohäsionspolitik nach 2013¿ beschlossen. Es
ist vorgesehen, das Papier der Europäischen Kommission und der Bundesregierung
zu übermitteln.
Mit den Konditionalitäten, einer
Art Erfolgsfaktoren für die Strukturfondsförderung, möchte die EU-Kommission
die internen Abläufe in der Strukturpolitik verbessern, zum Beispiel durch die
Vereinfachung von Verfahren und den Abbau von Bürokratie. Dieses Anliegen ist
wichtig und wird von den Ländern unterstützt. Andererseits möchte sie mit den
Konditionalitäten aber auch Ziele erreichen, die außerhalb der Strukturpolitik
liegen. So möchte sie ihre Vorstellungen in Bereichen wie dem Arbeitsmarkt, der
Bildung und der Unternehmensregulierung durchsetzen. Für den Fall, dass dies
nicht gelingt, sollen unter Umständen Mittel aus den EU-Fonds einbehalten
werden. Dieses Verfahren ist neu und wird von den Ländern abgelehnt, da es die
Förderung komplizierter gestaltet, statt sie zu vereinfachen.
Auch das Thema Glücksspiel stand noch einmal auf
der Tagesordnung der Ministerpräsidentenkonferenz. Die Regierungschefs haben
hier u. a. die Errichtung einer Gemeinsamen Klassenlotterie der Länder (GKL) beschlossen.
Es ist vorgesehen, den Staatsvertrag über die Gründung der GKL nach erfolgter
Vorunterrichtung der Landesparlamente gemeinsam mit dem
Glücksspieländerungsstaatsvertrag zu unterzeichnen.
Hinsichtlich des bereits im Dezember 2010 von den
Ministerpräsidenten unterzeichneten 15. Rundfunkänderungsstaatsvertrages
nahmen die Regierungschefs den Stand der Ratifizierung in den jeweiligen Landesparlamenten
zur Kenntnis. Sie kamen überein, Eckpunkte für die vorgesehene Evaluierung des
Vertrages zu erarbeiten.
Impressum:
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Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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