Neues Biosolarzentrum entsteht in
Köthen
Haseloff: Industrielle Algenproduktion könnte zu Exportschlager made in
Sachsen-Anhalt werden
04.03.2011, Magdeburg – 42
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 042/11
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 042/11
Magdeburg, den 3. März 2011
Neues Biosolarzentrum entsteht in
Köthen
Haseloff: Industrielle Algenproduktion könnte zu Exportschlager made in
Sachsen-Anhalt werden
In Köthen soll bis 2016 ein Biosolarzentrum zur
industriellen Produktion von Mikroalgen entstehen. Eine entsprechende
Vereinbarung haben die Hochschule Anhalt und die Großmann Ingenieur Consult
GmbH (GICON) heute im Beisein von Sachsen-Anhalts Kultusministerin Prof.
Birgitta Wolff und Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff unterzeichnet. Zudem
wurde die mit 430.000 Euro vom Wirtschaftsministerium
geförderte Versuchsanlage für einen neuartigen Algenreaktor zur
Biomasseerzeugung in Betrieb genommen.
¿Als nachwachsender und zugleich grundlastfähiger
Energieträger ist die Biomasse von großer Bedeutung. Durch den Aufbau des
Biosolarzentrums wird die Entwicklung neuer Technologien forciert, um die
Herstellung schnell wachsender Mikroalgen in Photobioreaktoren in industrielle Maßstäbe
zu überführen. So könnte die Biosolartechnologie die Zukunft der Biomassenutzung bestimmen und zum
Exportschlager ¿ made in Sachsen-Anhalt werden¿, betonte Wirtschaftsminister
Haseloff .
Kultusministerin Wolff unterstrich: ¿Mit ihren
Wissenschaftlern und dem Innovationslabor Algenbiotechnologie ist die
Hochschule Anhalt auf dem Sektor der Algenforschung bestens aufgestellt. Die
Entwicklung von Produktionsverfahren im industriellen Maßstab ist eine
großartige Herausforderung für Wissenschaft und Wirtschaft in unserem Land.¿
¿Algen sind die am schnellsten wachsenden Pflanzen
auf unserem Planeten. Sie bauen ihre Biomasse auf, indem sie mit Hilfe des Sonnenlichts
CO2 aus der Luft entnehmen und Sauerstoff abgeben. Dabei ist die
Alge um ein Vielfaches effektiver als zum Beispiel Energiepflanzen¿, erläuterten
Prof. Jochen Großmann, geschäftsführender Gesellschafter der GICON ,
sowie Prof. Carola Griehl, Leiterin des Innovationslabors
Algenbiotechnologie der Hochschule Anhalt . ¿Wir sind sicher, mit dem
neuartigen Photobioreaktor den Durchbruch für die großflächige klimaneutrale
industrielle Nutzung erreichen zu können.¿
Bislang konnte sich eine industrielle Nutzung der
Alge aufgrund mangelnder Produktivität und Effektivität der vorhandenen
Photobioreaktorsysteme noch nicht im großen Stil durchsetzen. Zielstellung der
Kooperation ist die Bündelung der Aktivitäten der Hochschule Anhalt und der
GICON sowie weiterer Partner zur Entwicklung und Vermarktung international
wettbewerbsfähiger Lösungen im der Biosolartechnologie. Gleichzeitig soll für wissenschaftlichen
Nachwuchs mit Spezialwissen im Biosolarbereich gesorgt werden.
Hintergrund :
Biosolartechnologie beschäftigt sich mit der Erzeugung
von Biomasse auf Basis von Photobioreaktoren. Besonders gut eignen sich dafür
Mikroalgen, die mithilfe des Sonnenlichts direkt vor Ort (etwa an Kraftwerken) CO2
aus der Luft aufnehmen und sehr schnell Biomasse aufbauen. Die Biomasseproduktion
erfolgt dabei unter optimaler Nutzung von Nährstoffen und Wasser und steht
nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelherstellung. Die Mikroalgen dienen als
Rohstoff für die Pharma- und Lebensmittelindustrie bzw. können zur Öl- oder
Biogasherstellung genutzt werden.
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