Diskussion in der
Landesvertretung zum Umbruch bei der Bundeswehr ? Erben: Bundesregierung darf
sich um Zukunftsfragen nicht herumdrücken
10.02.2011, Magdeburg – 20
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 020/11
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 020/11
Magdeburg, den 10. Februar 2011
Diskussion in der
Landesvertretung zum Umbruch bei der Bundeswehr ¿ Erben: Bundesregierung darf
sich um Zukunftsfragen nicht herumdrücken
¿Die Bundesregierung kann sich nach der Aussetzung der Wehrpflicht nicht
einfach zurücklehnen. Gesellschaftspolitisch, verteidigungspolitisch, aber auch
in der Gesundheitsversorgung, der Pflege und beim Katastrophenschutz sind jetzt
zahlreiche komplizierte Aufgaben zu lösen. Darum kann sich weder der
Verteidigungsminister noch die Bundesregierung als ganzes herumdrücken.¿ Das
erklärte der Staatssekretär im Innenministerium, Rüdiger Erben (SPD), am
heutigen Donnerstagabend bei einer Diskussionsrunde in der sachsen-anhaltischen
Landesvertretung in Berlin. Die Deutsche Atlantische Gesellschaft hatte zum
Thema ¿Bundeswehr im Umbruch¿ zum Gespräch eingeladen.
Der Staatssekretär mahnte insbesondere ein Konzept zur Gewinnung von
Freiwilligen an: ¿Ob für freiwilligen Wehr- oder Zivildienst ¿ an die Stelle
der bisherigen Pflicht müssen schon intelligente Konzepte treten, damit junge
Menschen für sich einen Sinn darin erkennen können, für einige Monate diesen
Dienst an der Gemeinschaft zu leisten.¿ Die Schlüsselfrage sei, wie Nachteile
in der beruflichen oder akademischen Qualifikation oder beim Berufseinstieg
verhindert werden könnten, so Erben. Er bedauerte, dass der Versuch gescheitert
sei, bei der morgigen Bundesratssitzung parteiübergreifend Anforderungen an den
Freiwilligendienst zu formulieren.
Erben weiter: ¿Die Länder warten besonders auf eine Positionierung des
Bundesverteidigungsministers, wie es mit dem Katastrophenschutz weitergehen
soll. Wehrersatzdienstleistende bilden heute an vielen Stellen das personelle
Rückgrat für den Katastrophenschutz. Deren über Jahre aufgebaute Kompetenz kann
man so leicht nicht ersetzen. Dazu muss der Bund Farbe bekennen. Die
Bürgerinnen und Bürger haben ein Recht darauf, dass wir die Einsatzfähigkeit im
Katastrophenschutz nicht aufs Spiel setzen.¿
Zur Frage der Bundeswehrstandorte sprach sich Erben dafür aus, regionale und
strukturpolitische Aspekte nicht außer Acht zu lassen: ¿Aus den ostdeutschen
Ländern kommt ein überproportionaler Teil des Nachwuchses für die Bundeswehr.
Da wäre es schon eine vernünftige Schlussfolgerung, hochmoderne, spezialisierte
Standorte in Ostdeutschland zu erhalten und weiter zu profilieren.¿
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