Gemeinsame Pressemitteilung der
Staatsanwaltschaft Magdeburg, der Bundes- und der Landespolizei
31.01.2011, Magdeburg – 7
- Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord - Pressemitteilung Nr.: 007/11
Polizeidirektion Sachsen-Anhalt
Nord - Pressemitteilung Nr.: 007/11
Magdeburg, den 31. Januar 2011
Gemeinsame Pressemitteilung der
Staatsanwaltschaft Magdeburg, der Bundes- und der Landespolizei
Nach dem schweren Zugunglück am Samstagabend, wurden am
gestrigen Abend die kriminaltechnischen Arbeiten der Polizei vor Ort an der
Unglücksstelle abgeschlossen. Im Anschluss begannen in der vergangenen Nacht
die Aufräumarbeiten am Unfallort.
Der Personenzug wurde unter Einsatz schwerer Technik
teilweise zerlegt und zur weiteren Untersuchung abtransportiert. Mittlerweile
ist die Unfallstelle komplett beräumt. Die umfangreichen Ermittlungen von
Staatsanwaltschaft, Landes- und Bundespolizei haben folgenden Stand ergeben:
Die Staatsanwaltschaft Magdeburg hat gegen den 41-jährigen
Lokführer des Güterzuges ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachtes
der fahrlässigen Tötung, der fahrlässigen Körperverletzung und der Gefährdung
des Bahnverkehrs eingeleitet. Der Anfangsverdacht stützt sich auf
Indizien, die darauf hinweisen, dass der Lokführer möglicherweise ein
Haltesignal überfahren haben könnte. Nähere Angaben zu den Indizien werden aus
ermittlungstaktischen Gründen zunächst nicht gemacht
Die Ermittlungen werden gegenwärtig mit unveränderter
Intensität weitergeführt. Dazu wurde eine gemeinsame Ermittlungsgruppe zwischen
Landes- und Bundespolizei unter dem Namen ¿Hex¿ gebildet. Von den insgesamt 23
verletzten Personen die zwischenzeitlich identifiziert werden konnten, wurden
13 nach medizinischer Behandlung aus dem Krankenhaus entlassen. Weitere zehn
Personen verbleiben in den Krankenhäusern zur Behandlung; zwei Personen davon
sind schwerstverletzt. Bei den verletzten ausländischen Personen handelt es
sich um zwei georgische, eine portugiesischen und eine brasilianischen
Staatsangehörigen.
Die Anzahl der Toten hat sich nicht erhöht ¿ von den zehn
getöteten Personen konnten bislang nur zwei Personen zweifelsfrei identifiziert
werden. Bei diesen beiden Personen handelt es sich um einen 63-Jährigen sowie
um einen 74-Jährigen.
Die Identifizierung der noch acht unbekannten Toten
gestaltet sich schwierig und dauert an. An der Identifizierung der Leichen
arbeiten federführend Ermittler der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord, die
durch Beamte des Landeskriminalamtes sowie des Bundeskriminalamtes unterstützt
werden.
Die Auswertung der sichergestellten Fahrtenschreiber
beider Züge dauert noch an. Weitere Angaben zum Sachstand können gegenwärtig
nicht gemacht werden.
Wann die Bahnstrecke für den Verkehr wieder freigegeben
wird, steht noch nicht fest. Hier müssen durch die Deutsche Bahn zuerst alle
Schäden aufgenommen und anschließend behoben werden. Bis dahin ist ein
Schienenersatzverkehr eingerichtet.
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