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Minister Aeikens und Minister
Bischoff: Sachsen-Anhalt arbeitet Dioxin-Skandal sorgfältig auf

11.01.2011, Magdeburg – 24

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 024/11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 024/11

 

 

 

Magdeburg, den 11. Januar 2011

 

 

 

Minister Aeikens und Minister

Bischoff: Sachsen-Anhalt arbeitet Dioxin-Skandal sorgfältig auf

 

Landwirtschaftsminister Dr. Hermann Onko Aeikens und

Gesundheitsminister Norbert Bischoff haben am Dienstag im Kabinett einen

Zwischenbericht zum aktuellen Dioxin-Geschehen gegeben. Vor der Presse hoben

beide Politiker das abgestimmte Agieren auf allen Ebenen hervor. Sie dankten

den Futtermittel- und Lebensmittelkontrolleuren in den Landkreisen, den

Beschäftigten in den Landeslaboren sowie dem Landesverwaltungsamt für ihre

engagierte Arbeit. Gesundheitsminister Bischoff sagte: ¿Hier wurde sorgfältig

und mit kühlem Kopf gearbeitet. Anlass zur Hysterie besteht nicht.¿ Aeikens

betonte: ¿Die Abstimmungen auf Bund-Länderebene und zwischen den beteiligten Behörden des Landes haben gut funktioniert.¿

 

Aktuell sind in Sachsen-Anhalt noch 22 landwirtschaftliche

Betriebsstätten vorsorglich gesperrt. Im Landesamt für Umweltschutz wurden 14

Futtermittelproben und zehn Rückstellproben des aus Schleswig-Holstein gelieferten

dioxinhaltigen Fettes auf Dioxin untersucht. Bisher liegen vier Befunde für Futtermittel vor. Der ermittelte Dioxin-Wert befindet sich unter dem gesetzlich erlaubten

Höchstwert. Darüber hinaus liegen die Ergebnisse für sieben Rückstellproben

vor. Drei davon haben die Grenzwerte überschritten, in einem Fall um das

Doppelte, in zwei Proben um das Drei- bis Vierfache. Weitere Probenergebnisse

werden in den nächsten Tagen erwartet. Die vier bislang veranlassten

Schweinefleischproben ergaben keine Überschreitung der Dioxin-Höchstwerte.

 

Landwirtschaftsminister Aeikens betonte: ¿Für die

betroffenen Landwirte ist die Sperrung ihrer Betriebe eine harte Maßnahme. Aber

wir reden über Dioxin und den Schutz der Verbraucher davor. Die Behörden mussten nach Bekanntwerden der Dioxinbelastung schnell und vorsorglich handeln.¿ Der

Minister plädierte für Änderungen im Kontrollsystem. Er sagte: ¿Wir brauchen

eine klare, gesetzlich festgeschriebene Trennung der Produktion von technischen

Fetten und Futterfetten. Wir müssen darüber reden, ob und wie die Kontrollen

verbessert werden können. Ich denke etwa an die Untersuchung bereits der Rohstoffe auf Dioxin. Es ist gut, dass  die Dioxinkontamination des Futters durch

Eigenkontrollen - in diesem Fall eines ökologischen Verbandes - aufgedeckt wurden. Trotzdem sehe ich einen großen Bedarf an staatlichen Kontrollen, die

Unabhängigkeit von wirtschaftlichen Interessen garantieren.¿

 

Gesundheitsminister Norbert Bischoff betonte:

¿Einwandfreie Futtermittel sind eine Grundvoraussetzung für die Erzeugung

sicherer Lebensmittel. Daher ist der ganzheitliche Ansatz zur Gewährleistung

der Lebensmittelsicherheit ¿vom Acker bis zum Teller¿ unbedingt umzusetzen. Der

aktuelle Fall zeigt, dass Eigenkontrollen der Unternehmen allein nicht

ausreichen.  Um den Verbraucher zu schützen, muss eine wirksame staatliche Kontrolle

sichergestellt werden.¿

 

Bischoff sprach sich für eine starke Futter- und

Lebensmittelkontrolle aus. Bei allen Bemühungen um einen schlanken Staat dürfe

es keine Abstriche an der erzeugerunabhängigen und leistungsfähigen Kontrolle

geben. Die Bürgerinnen und Bürger hätten ein Anrecht auf gesunde Lebensmittel.

 

Beide Minister verwiesen darauf, dass es unabhängig vom

aktuellen Dioxin-Skandal in Sachsen-Anhalt im Rahmen der Futtermittelkontrolle

sowie der amtlichen Lebensmittelüberwachung regelmäßig Untersuchungen auf

mögliche Dioxinbelastungen gebe. Sie verwiesen auf ein landesweit abgestimmtes

Untersuchungsprogramm, in dem jährlich 135 Untersuchungen von

Futtermittelproben sowie etwa 70 Tests von Lebensmittelproben durchgeführt

werden. Zu den beprobten Lebensmitteln gehören Rindfleisch, Schweinefleisch,

Milch, Eier, Obst und Gemüse aber auch Nahrungsergänzungsmittel. Aeikens und

Bischoff sagten: ¿Damit können wir uns auch im Vergleich mit anderen Bundesländern sehen lassen.¿

 

 

 

Hintergrund:

 

Nach bisherigen Erkenntnissen sind 55 Tonnen

dioxinhaltiges Fett vom schleswig-holsteinischen Mischfutterwerk F. Harles

& Jentzsch Mitte und Ende November 2010 nach Sachsen-Anhalt geliefert worden. Lieferungen gingen an ein Futtermittelwerk in Zörbig und ein Werk im Landkreis Harz. Die

sachsen-anhaltischen Behörden sind am 27. Dezember vom staatlichen

Untersuchungsamt in Schleswig-Holstein über Mischfett-Lieferungen nach

Sachsen-Anhalt informiert worden.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes

Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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