Strategische Haushaltspolitik war
erfolgreich
21.12.2010, Magdeburg – 19
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 19/10
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 19/10
Magdeburg, den 21. Dezember 2010
Strategische Haushaltspolitik war
erfolgreich
Die heute im Kabinett von
Finanzminister Jens Bullerjahn vorgelegte Mittelfristige Finanzplanung und das
Finanzpolitische Leitbild sind zum einen der Abschluss eines Prozesses für eine
nachhaltige Haushaltsstrategie und zum anderen die Grundlage für die
Entscheidungen der nächsten Landesregierung und des neu zu wählenden
Landesparlaments.
Dabei werden Perspektiven
für die zukünftige Entwicklung des Landes aufgezeigt vor den Hintergrund, dass
Sachsen-Anhalt ab dem Jahr 2020 bei Auslaufen der Bundeszuweisungen sowie der
reduzierten europäischen Mitteln auch weiterhin finanzpolitisch auf eigenen
Füssen stehen kann.
Mit dem finanzpolitischen
Konzept des Konsolidierens, des Investierens und der Vorsorge wurden die
Grundlagen für die heutige positive Beurteilung der Haushaltssituation des
Landes geschaffen.
Nicht nur der
Stabilitätsrat hat erklärt, dass es keinerlei Hinweise auf eine drohende
Haushaltsnotlage für Sachsen-Anhalt gibt, wie für die Länder Bremen, Berlin,
das Saarland und Schleswig-Holstein festgestellt.
Auch die international
anerkannte Ratingagentur Standard & Poor´s hat gerade in der vergangenen
Woche die Bonität des Landes mit einer Erhöhung um zwei Stufen nach oben
bewertet und diese Entscheidung mit der positiven Entwicklung des
Landeshaushaltes begründet. Sachsen-Anhalt hat damit ein finanzpolitisches
Gütesiegel erhalten. Für ein deutsches Bundesland ist diese Entscheidung der
Agentur einzigartig.
Seit Beginn der
Legislaturperiode wurden Schritt für Schritt die Instrumente für eine
nachhaltige Haushaltspolitik entwickelt. Dazu gehören die Schaffung von
Vorsorgeelementen wie die Steuerschwankungsreserve, der Pensionsfonds, die
Zukunftsstiftung und nicht zuletzt das Personalentwicklungskonzept. Die
demografische Entwicklung in Sachsen-Anhalt war dabei Grundlage für die
konzeptionellen Entscheidungen. Trotz der durchgesetzten Personalreduzierungen
in der Landesverwaltung zeichnen sich für die Zukunft gesteigerte
Einstellungsmöglichkeiten ab. So sollen beispielsweise die
Einstellungskorridore im Bereich der Lehrerinnen und Lehrer sowie der Polizei
erweitert werden.
Zum finanzpolitischen
Konzept der vergangenen Jahre gehörten aber auch Investitionen, insbesondere im
Bereich Bildung. Zwei Drittel aller Mittel aus dem Konjunkturpaket II konnten
für die Sanierung von Schulen und Kindertagesstätten bzw. für bildungsnahe
Infrastruktur eingesetzt werden.
¿Trotz des Einsatzes der
KII-Mittel gibt es noch weiteren Modernisierungs- und Sanierungsbedarf. Ich
will deshalb mit einem landeseigenen Investitionsprogramm dafür Sorge tragen,
dass bis 2016 alle Schulen und Kitas des Landes fertig saniert werden. Erste
Gespräche dazu mit der Europäischen Investitionsbank in Brüssel waren
erfolgreich¿, so Minister Bullerjahn.
Durch die
Polizeistrukturreform, die Justizreform und die Reform der Finanzverwaltung
konnten die Strukturen der Landesverwaltung gestrafft werden. Die
Gemeindegebietsreform ergänzt die bereits in der letzten Legislaturperiode
umgesetzte Kreisgebietsreform. Damit sind auch auf der kommunalen Ebene
zukunftsfähige Strukturen entstanden.
Die strategische
Haushaltspolitik hat sich ausgezahlt. In den Jahren 2007, 2008 und 2009 mussten
keine neuen Schulden aufgenommen werden. Spätestens ab dem Jahr 2014 wird das
Land mit der Tilgung der Kredite beginnen.
Der Landtag hat im
November die Änderung der Landeshaushaltsordnung beschlossen und damit von der
grundgesetzlich eingeräumten Möglichkeit einer langfristigen Übergangsregelung
zur Umsetzung der Schuldenbremse bis zum Haushaltsjahr 2019 keinen Gebrauch
gemacht. Bereits ab dem Jahr 2012 sollen keine neuen Schulden mehr aufgenommen
werden.
Das vorliegende Gutachten
von Prof. Ingolf Deubel zeigt, dass Sachsen-Anhalt die Anforderungen der
Schuldenbremse erfüllen kann, auch wenn der Weg dahin nicht einfach sein wird.
Die erheblichen Konsolidierungsfortschritte seit dem Jahr 2006 sind dafür
Grundvoraussetzung.
Maßgeblich ist die
Entwicklung der nächsten Jahre.
Damit Sachsen-Anhalt dabei
auch in Zukunft an die bereits erreichten Erfolge beim wirtschaftlichen
Aufholprozess anknüpfen und sich als dynamischer Wirtschaftsraum weiter
profilieren kann, müssen vor dem Hintergrund enger werdender finanzieller
Schwerpunkte in gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Bereichen
definiert werden.
Der systematische
Strategiewechsel bei der Verwendung von EU-Geldern von der Subventionsförderung
zur revolvierenden Darlehensförderung wurde bereits in der laufenden
Legislaturperiode umgesetzt.
Die weitere Konzentration
der Fördermittel im Wirtschaftsbereich auf Forschung und Entwicklung wird eine
der wichtigen Zukunftsaufgaben im Zusammenhang mit der Fortführung der EU-Strukturfonds
nach der Halbzeitevaluierung sein.
Ein besonderer Schwerpunkt
muss in Zukunft die Bildung bleiben. Bildung ist die entscheidende
Voraussetzung für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung. Bildung ist der
Schlüssel zur Lösung der Probleme aus der demografischen Entwicklung.
Im März des nächsten
Jahres wird Finanzminister Bullerjahn die Verwaltungsvereinbarung zur Umsetzung
der Konsolidierungshilfen unterzeichnen.
Das Land Sachsen-Anhalt erhält dann zur Unterstützung eigener
Konsolidierungsanstrengungen in den nächsten Jahren bis 2020 rund 720 Millionen
Euro Konsolidierungshilfen, die mittelbar für die Finanzierung des Kommunalen
Teilentschuldungsprogramms STARK II eingesetzt werden sollen.
Damit wird eine
Legislaturperiode abgeschlossen, die finanzpolitisch die Weichen für eine
zukunftsfähige Entwicklung des Landes gestellt hat.
¿Wir sind auf dem halben
Weg und haben gute Voraussetzungen geschaffen, um unser Land erfolgreich weiter
zu entwickeln¿, erklärte Bullerjahn abschließend.
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