Sachsen-Anhalt erhält
finanzpolitisches Gütesiegel
20.12.2010, Magdeburg – 18
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 18/10
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 18/10
Magdeburg, den 20. Dezember 2010
Positiv gegen den Trend:
Internationale Ratingagentur Standard
& Poor`s
erhöht das Rating des Landes
Sachsen-Anhalt
um zwei Stufen von AA- auf AA+ !
Sachsen-Anhalt erhält
finanzpolitisches Gütesiegel
Heute hat die
internationale Ratingagentur Standard & Poor´s die Bonität des Landes
Sachsen-Anhalt um zwei Stufen von AA- auf AA+ nach oben geratet. Dies ist die
zweithöchste Note von 26 möglichen Bewertungen.
Die
Höherstufung um zwei Stufen für Sachsen-Anhalt ist einzigartig unter den
deutschen Bundesländern. ¿Sachsen-Anhalt wird damit der finanzpolitische
Anschluss an die Länder mit solider Haushaltsführung bescheinigt¿ so
Finanzminister Jens Bullerjahn.
Die
Ratingerhöhung hat zwei Hintergründe. Zum einen wurde auf Initiative des
Finanzministeriums Sachsen-Anhalt die globale Ratingmethode für
Regionalregierungen durch Standard & Poor´s angepasst. Hiervon profitieren
alle deutschen Länder.
Jens Bullerjahn:
¿Auf eine Anpassung der Ratingmethode hat das Finanzministerium über zwei
Jahren hingearbeitet. Dazu wurden zahlreiche intensive Gespräche geführt. Umso
mehr freut es mich, dass hiervon auch andere Bundesländer profitieren können.¿
Zum anderen würdigt
die internationale Ratingagentur mit der Höherstufung ausdrücklich die
positiven finanzpolitischen Konsolidierungsergebnisse der vergangenen Jahre.
Für Sachsen-Anhalt ist das ein absolutes Alleinstellungsmerkmal unter den
deutschen Ländern.
Die solide
Haushaltspolitik der vergangenen Jahre wird von der Ratingagentur im nationalen
sowie internationalen Vergleich sehr positiv bewertet. Hervorgehoben werden
nicht nur die ausgeglichenen Haushalte 2007 bis 2009, sondern auch die
Einführung von Vorsorgeelementen wie Pensionsfonds, Zukunftsstiftung,
Steuerschwankungsreserve und Personalentwicklungskonzept.
Gleiches gilt
für den systematischen Strategiewechsel bei der Verwendung von EU-Geldern von
Subventionsförderungen zu revolvierenden Darlehensförderungen.
Und nicht
zuletzt die vorgezogene Einführung der Schuldenbremse, die eine Tilgung der
Nettokreditaufnahme für den
Doppelhaushalt
2010 / 2011 verbindlich ab spätestens dem Jahr 2014 regelt.
Darüber hinaus
wird die transparente Finanzprojektion bis 2025 hervorgehoben. Damit können
sehr frühzeitig finanzpolitische Fehlentwicklungen, Risiken und
Steuerungsnotwendigkeiten aufgezeigt werden. Ziel der Finanzprojektion ist es,
zukünftige politische Gestaltungsfreiheiten des Landes und zukünftiger
Landesregierungen und Parlamente insbesondere nach Auslaufen des Solidarpaktes
II nicht bereits heute zu verspielen.
¿Unser
anspruchsvoller finanzpolitischen Dreiklang ¿Konsolidieren -Investieren -
Vorsorgen¿ wird damit zum Ende der Legislaturperiode durch Externe ausdrücklich
bestätigt¿, so Bullerjahn weiterhin.
Die positive
Ratingentwicklung wird den Haushalt des Landes deutlich entlasten, weil jetzt
die Möglichkeit besteht, noch günstigere Konditionen für notwendige Kredite zu
erhalten und dadurch weiterhin Kosten einzusparen.
Hintergrund:
(Quelle
Standard & Poor´s)
Land
Sachsen-Anhalt
Langfrist-Rating
angehoben auf ¿AA+¿;
Nicht
unter weiterer Beobachtung; Ausblick stabil
Überblick
·
Wir erwarten, dass das
Bundesland seine Schuldenlast ab 2014 mindern kann.
·
Wir heben unser
Langfrist-Rating auf ¿AA+¿ und nehmen es aus der permanenten Beobachtung, in
der es vorher in positiver Erwartung platziert wurde.
·
Der stabile Ausblick
reflektiert unsere Erwartung, dass das Land in wenigen Jahren zu einem
ausgeglichenen Haushalt zurückkehren wird.
Ratingveränderung
Am 16. Dezember 2010 hob
Standard & Poor`s Ratings Services sein Langfrist-Emittenten-Kredit-Rating
für das Land Sachsen-Anhalt auf ¿AA+¿ von ¿AA-¿. Gleichzeitig nahmen wir das
Rating aus der permanenten Beobachtung, in der es am 20. September 2010 mit
positivem Ausblick platziert wurde, als Konsequenz aus der Einführung einer
neuen Rating-Methodik für kommunale und regionale Regierungen. Das ¿A-1+¿
Kurzfrist-Rating wird bestätigt. Der Ausblick ist stabil.
Gründe
Die Ratinganhebung von
Sachsen-Anhalt basiert auf unserer Bewertung, dass sich das individuelle
Kreditprofil des Landes verbessert hat. Hinzu kommt eine zusätzliche
Ratingerhöhung um eine Stufe, weil wir glauben, dass das Land rechtzeitige und
außergewöhnliche Finanzierungsunterstützung des Bundes oder eines anderen
Bundeslandes in einer Notlage erhalten würde. Daher berücksichtigen wir eine
Stufe für diese Unterstützung in unserem Rating für Sachsen-Anhalt.
Die Ratings basieren auf
unserer Erwartung, dass das Land in der Lage sein wird, seine Haushaltslage bis
2012 zu verbessern. Wir sind überzeugt, dass die Selbstverpflichtung der
Regierung zur Konsolidierung der Finanzen sich nicht durch die im Frühjahr 2011
stattfindenden Wahlen verflüchtigt, weil es eine weit verbreitete Akzeptanz
unter allen Parteien für den Bedarf an Konsolidierung gibt. Im Jahr 2010
erwarten wir, dass das Land einen operativen Überschuss von 0,6 % und nach der
Haushaltsrechnung ein Defizit von 8,2% erreicht, was wir als solide betrachten
unter den gegeben Auswirkungen auf den Haushalt durch die wirtschaftliche
Rezession des Jahres 2009. Die vermögende und diversifizierte Wirtschaft des
Landes half, den letzten wirtschaftlichen Abschwung zu überstehen. Die Ratings
werden weiterhin durch die abnehmende Arbeitslosigkeit unterstützt, die im
November 2010 um 13,1% gegenüber dem Vorjahr fiel, und von der wir annehmen,
dass sie über die nächsten Jahre als Folge von Ruhestandseintritten und eines
derzeit starken BIP-Wachstums in Deutschland weiter fallen könnte.
Die Ratings profitieren
aus unserer Sicht auch von dem leichten Zugang Sachsen-Anhalts zu externer
Liquidität und dem berechenbaren und unterstützenden institutionellen Rahmen in
Deutschland. Standard & Poors erachtet den deutschen Finanzausgleich unter
den Bundesländern als eines der prognostizierbarsten und unterstützendsten
Systeme weltweit. Sachsen-Anhalt ist ein Profiteur dieses Systems, woraus das
Land 5,8% der laufenden Einnahmen in 2010 bezog zusätzlich zu verschiedenen
anderen Transferzahlungen und Zuwendungen des Bundes. Die Ratings
berücksichtigen auch die hohe durch Steuern finanzierte Schuldenlast des
Landes, deren Spitze wir bei 252,9% in 2011 erwarten. Wir glauben, dass das
Land mit stagnierenden Einnahmen während der nächsten Dekade als Folge der
anhaltenden Bevölkerungsabnahme und dem Auslaufen des Solidaritätszuschlages klarkommen
muss. Unserer Meinung nach aus diesen Gründen das Land keine Alternative zu
einer Reduzierung der Schuldenlast Sachsen-Anhalts im Laufe der Zeit.
Liquidität
Wir sehen Sachsen-Anhalts
Liquiditätssituation als neutral an. Sachsen-Anhalt profitiert von seinem
starken und regelmäßigen Auftritt auf den internationalen Kapitalmärkten und
einem positiv wahrgenommenen CP-Programm zusammen mit dem freiwilligen Liquiditätsaustausch
unter den deutschen Ländern. Sachsen-Anhalts Schuldendienst von ca. 40% - 50%
der laufenden Einnahmen der nächsten Jahre ist sehr hoch im weltweiten
Vergleich anderen lokalen und regionalen Regierungen . Sachsen-Anhalt bleibt
abhängig von funktionierenden Kapitalmärkten, da die eigenen
Liquiditätsreserven sehr gering sind.
Ausblick
Der Ausblick ist stabil.
In unserem Basis-Fall-Szenario erwarten wir, dass Sachsen-Anhalt 2012 in der
Lage sein wird, einen ausgeglichen Haushalt zu erreichen. Wir glauben, dass die
wirtschaftliche Erholung in Deutschland Sachsen-Anhalt helfen wird, dieses Ziel
umzusetzen. Wir glauben nicht, dass die übergeordnete Strategie der Reduzierung
der Schuldenlast durch die kommende Wahl im Frühjahr 2010 in Frage gestellt wird.
Wir denken, dass die
Ratings unter Druck kommen könnten, falls dem Land die Fortsetzung seines
Konsolidierungsprogrammes missglückt, und es keinen Erfolg bei der Reduzierung
der Schuldenlast hat. Die Ratings könnten Aufwärtspotenzial besitzen, wenn sich
die Haushaltssituation des Landes deutlich besser entwickelt, als derzeit
erwartet. Zusätzlich würde das Ende der Bevölkerungsabnahme mehr Flexibilität
bei den Einnahmen des Landes bringen. Wie auch immer, wir betrachten beide
Entwicklungen derzeit als unwahrscheinlich.
Impressum:
Ministerium der Finanzen
Pressestelle
Editharing 40
39108 Magdeburg
Tel: (0391) 567-1105
Fax: (0391) 567-1390
Mail: presse@mf.sachsen-anhalt.de
Impressum:Ministerium der FinanzenPressestelleEditharing 4039108 MagdeburgTel: (0391) 567-1105Fax: (0391) 567-1390Mail: presse.mf@sachsen-anhalt.de






