Innenminister Hövelmann: ?Reibungsloser
Ablauf, friedliche Proteste?
17.12.2010, Magdeburg – 203
- Ministerium für Inneres und Sport
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 203/10
Ministerium des Innern - Pressemitteilung Nr.: 203/10
Magdeburg, den 16. Dezember 2010
Innenminister Hövelmann: ¿Reibungsloser
Ablauf, friedliche Proteste¿
Einsatz der Landespolizei beim
Castortransport verlief erfolgreich
Innenminister Holger Hövelmann (SPD) hat ein positives Fazit des Einsatzes der
Landespolizei beim Castortransport durch Sachsen-Anhalt in der vergangenen
Nacht und am heutigen Morgen gezogen. ¿Entgegen vielen vorab geäußerten
Befürchtungen kam es in unserem Land weder zu gewalttätigen
Auseinandersetzungen noch zu relevanten Verzögerungen durch Protestaktionen¿,
sagte Hövelmann in Magdeburg. ¿Das Verhältnis zwischen unseren Polizisten und
den Demonstranten blieb entspannt.¿
Der Transport mit atomaren Abfällen erreichte Bad Kösen aus Richtung Thüringen
in der Nacht um 0.37 Uhr und verließ Sachsen-Anhalt um 9.03 Uhr in Richtung
Wittenberge (Brandenburg). Damit brauchte er für die Strecke aus
betriebstechnischen Gründen etwa zweieinhalb Stunden länger als vorgesehen.
In Sachsen-Anhalt waren 733 Beamtinnen und Beamte der Landespolizei im Einsatz,
damit wurden deutlich weniger benötigt als die maximal vorgesehenen. Die
Einsatzleitung lag in den Händen der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd. Die
Bundespolizei hatte in Sachsen-Anhalt 400 Beamtinnen und Beamte zum Schutz der
Bahnanlagen im Einsatz.
Protestaktionen fanden in Halle (Saale), Sangerhausen, Magdeburg, Düsedau,
Stendal sowie mit fünf Traktoren in Seehausen (Altmark) statt. Die
Landespolizei sprach 24 Platzverweise aus. In Magdeburg wurden insgesamt 29
Personen, die sich auf die Gleise gesetzt hatten, von der Bundespolizei für
einige Stunden in Gewahrsam genommen. Die Bundespolizei ermittelt zudem wegen
Brandanschlägen auf Signalanlagen im Eisenbahnknoten Magdeburg.
Innenminister Hövelmann resümierte: ¿Die Landespolizei hat für eine
achteinhalbstündige Durchfahrt des Castors 6.180 Mannstunden aufgebracht. Wir
müssen befürchten, dass die mit diesem Transport begonnene Einlagerung
zusätzlichen atomaren Mülls aus westdeutschen Forschungsreaktoren zahlreiche
weitere Transport nach sich ziehen wird, ebenso wie die beschlossene
Verlängerung der AKW-Laufzeiten. Es lässt sich leicht feststellen, dass das die
Länderpolizeien auf Dauer völlig überfordert. Dass der gesellschaftliche
Konsens in Sachen Atomkraft aufgekündigt wurde, geht auch zu Lasten unserer
Polizei.¿
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