Aeikens: EU-Vorschläge zur
EU-Agrarpolitik bedürfen der Korrektur
30.11.2010, Magdeburg – 710
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 710/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 710/10
Magdeburg, den 30. November 2010
Aeikens: EU-Vorschläge zur
EU-Agrarpolitik bedürfen der Korrektur
Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann
Onko Aeikens wird sich im Bundesrat für eine kritische Auseinandersetzung mit
den Vorschlägen der EU-Kommission zur Fortführung der Gemeinsamen Agrarpolitik
einsetzen. Im Mittelpunkt stehen vor allem Pläne über eine Neuausrichtung der
ersten Säule (Direktzahlungen) und Befürchtungen über Bürokratieaufwuchs.
Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens, der das Kabinett
über die Reformpläne unterrichtete, sagte am Dienstag in Magdeburg, dass die
Mehrheit der Agrarminister der Bundesländer seine Kritik teile. Die
Sonder-Agrarministerkonferenz am vergangenen Donnerstag und die gestrige
Sitzung des Agrarausschusses des Bundesrats haben großen Konsens in den
Kernfragen gezeigt. Dies sei wichtig, um Bundesagrarministerin Ilse Aigner bei
den kommenden Verhandlungen in Brüssel in eine starke Position zu versetzen.
EU-Agrarkommissar Dacia Ciolos hatte in der
vergangenen Woche Pläne der EU über die Fortsetzung der gemeinsamen
Agrarpolitik nach 2013 vorgestellt, aufgefächert in drei Handlungsoptionen. Die
erste Option enthält nur leichte Veränderungen, Option drei beinhaltet die
völlige Abschaffung der markt- und Einkommensunterstützung. Die EU-Kommission
setzt politisch auf die zweite Option. Danach will Brüssel am bisherigen
Zwei-Säulen-Modell prinzipiell festhalten. Aus der ersten Säule speisen sich
die Direktzahlungen, aus der zweiten die Zahlungen für investive Maßnahmen und
die mehrjährigen Agrarumweltmaßnahmen. Die erste Säule soll künftig auch
einjährige Agrarumweltmaßnahmen enthalten. Für größere landwirtschaftliche
Betriebe wird nun allerdings eine Deckelung der Beihilfezahlungen erwogen. Die
Zahlungen sollen außerdem nur aktiven Landwirten zugute kommen. Ciolos schlägt
eine Kleinerzeugerbeihilfe vor.
Aeikens: ¿Der Brüsseler Vorschlag, die
Direktzahlungen für größere Betriebe zu kürzen, würde viele Unternehmen in
Sachsen-Anhalt treffen. Ich halte nichts von Ungleichbehandlungen, nicht für
kleine, nicht für große Unternehmen. Sie sind alle angehalten, nachhaltig zu
wirtschaften, unterliegen den gleichen Verpflichtungen, was den Schutz von
Umwelt und Natur und den Erhalt der Kulturlandschaft angeht.¿ Aeikens kündigte
an, EU-Kommissar Ciolos nach Sachsen-Anhalt einzuladen, damit sich dieser ein
Bild von der heimischen Landwirtschaft machen könne.
Aeikens sieht die EU-Agrarpolitik seit den
umfassenden Reformen 1992 modernisiert. ¿Die landwirtschaftlichen Unternehmen
müssen sich seit einigen Jahren immer mehr am Markt und an ökologischen
Kriterien orientieren. Das ist mit teilweisen schmerzhaften Anpassungsprozessen
verbunden, hat aber die europäische Landwirtschaft leistungsfähiger gemacht und
war gut für die Umwelt. Wir sollten diesen Weg nicht verlassen.¿
Aeikens weiter: ¿Seit Jahren mahnen wir den
dringend notwendigen Rückschnitt der Bürokratie an. Aber hier bewegt sich der
Zug noch immer die die falsche Richtung. Der Brüsseler Vorschlag, die erste
Säule mit umweltpolitischen Zusatzkomponenten zu ergänzen, führt zu einer
Vermischung beider Säulen und anschließendem Blindflug bei der Förderung. Das
kann keiner wollen.¿
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