Haseloff: Mit Vorhaben kann
weltweiter Technologieschub gelingen
Staßfurt soll Standort für Projekt zur Speicherung von Strom aus Windenergie
werden
22.11.2010, Magdeburg – 219
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 219/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 219/10
Magdeburg, den 22. November 2010
Haseloff: Mit Vorhaben kann
weltweiter Technologieschub gelingen
Staßfurt soll Standort für Projekt zur Speicherung von Strom aus Windenergie
werden
Mit dem massiven Ausbau der Erneuerbaren Energien
nehmen die Schwankungen im Stromnetz deutlich zu. Dieser Herausforderung sollen
vor allem leistungsfähige und effiziente Stromspeicher begegnen. RWE Power
treibt hierzu gemeinsam mit den Partnern General Electric, Züblin und dem Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt das Projekt Adiabater Druckluftspeicher
für die Elektrizitätsversorgung, kurz: ADELE, voran. Parallel zum Entwicklungsprogramm
wurde nun ein wichtiger Meilenstein erreicht: Ein Salzstock in Staßfurt ist die
vorrangige Standortoption für die erste Demonstrationsanlage. Heute informierten
in Staßfurt Dr. Reiner Haseloff, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes
Sachsen-Anhalt, Dr. Hermann Onko Aeikens, Landwirtschafts- und Umweltminister
in Sachsen-Anhalt, Oberbürgermeister René Zok und Prof. Dr. Gerd Jäger,
Vorstandsmitglied der RWE Power gemeinsam über das Vorhaben.
Wirtschaftsminister Haseloff unterstützt dieses
Vorhaben nachdrücklich: ¿Für die bessere Nutzung der Erneuerbaren Energien
erwarte ich von diesem wegweisenden Projekt einen wichtigen Technologieschub im
internationalen Maßstab. Wenn es im Zuge dieses Pilotvorhabens gelingen sollte,
die fluktuierende Windenergie effizient zu speichern und bedarfsgerecht
abzurufen, wäre ein wichtiger Durchbruch erzielt. Ich sehe auch gute Chancen
für die Forschungseinrichtungen unseres Landes, die sich mit energetischen
Fragen beschäftigen, dass diese eingebunden werden¿.
Umweltminister Aeikens betonte: ¿Die Zukunft
unserer Energieversorgung liegt im Bereich der Erneuerbaren Energien. Doch ist
das kein automatischer Übergang. Er wird angetrieben durch Innovationen, durch
Forschung und durch Förderung. Und es zeigt sich immer wieder: Die Frage der
Speicherung ist eine der Kernfragen bei der Nutzung der Erneuerbaren Energien.
Hier brauchen wir Forschung, um den im Sinne von Umwelt- und Klimaschutz Erneuerbaren
Energien den Weg zu bereiten.¿
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RWE hat umfassende Standortanalysen vorgenommen.
Ergebnis: Staßfurt ist für das geplante Druckluftspeicherkraftwerk besonders
gut geeignet. ¿Wir als Staßfurter freuen uns darüber, dass die Wahl auf
Staßfurt fiel. Seit Jahren gibt es nur positive Erfahrungen in der Nachnutzung
der Kavernen. Die Zusammenarbeit mit RWE ist uns sehr wichtig und wird auf
diese Weise noch ausgebaut. Dass unser Sodawerk ebenfalls davon partizipiert,
macht das Projekt um so wichtiger¿, ist Oberbürgermeister René Zok überzeugt.
Die Struktur des Salzstocks ist durch die Nutzung
als Gasspeicher und zur Solegewinnung sehr gut bekannt. Eine vorhandene Kaverne
könnte nach entsprechender Anpassung für die Aufnahme der Druckluft genutzt
werden. Zudem liegt Staßfurt in einer Region mit einer Vielzahl von Windparks;
in Zeiten niedriger Stromnachfrage kann überschüssige Energie zur Befüllung des
Speichers genutzt werden. Das funktioniert, indem zunächst Luft komprimiert
wird. Die dabei entstehende Wärme wird zwischengespeichert und die Luft dann in
unterirdische Kavernen gepresst. Steigt der Strombedarf wieder, kann die
Druckluft unter gleichzeitiger Rückgewinnung der Wärme zur Stromerzeugung in
einer Turbine genutzt werden.
¿Wir brauchen intelligente Lösungen, um Strom
sicher, effizient und in großen Mengen zu speichern. ADELE soll ein innovativer
Baustein für eine auch in der Zukunft sichere Stromversorgung sein¿, erläutert
Jäger, im Vorstand der RWE Power zuständig für den Bereich Forschung und
Entwicklung. ¿Die Kavernen im Staßfurter Salzstock bieten beste Bedingungen für
dieses hoch interessante Forschungsprojekt. Der Speicher kann für die
Windenergie in der Region ein wichtiger Partner werden und wird in der Bauzeit
wie auch im nachfolgenden Betrieb zu einem Zuwachs an Beschäftigung in unserer
Region führen¿, ergänzt Ulrich Eichhorn, Geschäftsführer des Sodawerk Staßfurt.
Heute wird der Salzstock vom Sodawerk Staßfurt zur Solegewinnung und von der
RWE Gasspeicher GmbH zur Erdgasspeicherung genutzt; diese Nutzungen werden von
ADELE nicht berührt.
Die erste Demonstrationsanlage soll ab 2013
errichtet werden ¿ mit einer Speicherkapazität von bis zu 360 Megawattstunden
und einer elektrischen Leistung von bis zu 90 Megawatt. So kann ADELE in
kürzester Zeit ohne weitere fossile Hilfsenergien und damit emissionsfrei
Ersatzkapazität bereitstellen und über etwa vier Stunden rund 50 Windräder
ersetzen, wie sie in der Region zum Einsatz kommen. Das Forschungs- und
Entwicklungsvorhaben, das das Bundeswirtschaftsministerium fördert und für das
insgesamt zehn Millionen Euro bereitstehen, soll bis Ende 2012 die Technologie
entwickelt haben. Eine Erweiterung der Demonstrationsanlage nach erfolgreichem
Betrieb ist möglich.
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