Finanzminister Bullerjahn: ?Der
EURO braucht auch eine konsequente Schuldenbremse!?
27.10.2010, Magdeburg – 15
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 15/10
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 15/10
Magdeburg, den 27. Oktober 2010
Finanzminister Bullerjahn: ¿Der
EURO braucht auch eine konsequente Schuldenbremse!¿
Während seiner Gespräche
am Montag mit führenden Vertretern der Europäischen Kommission und im
Europäischen Parlament hat Finanzminister Jens Bullerjahn in Brüssel gefordert,
dass auch auf europäischer Ebene verbindliche Regelungen für eine
Schuldenbremse verankert werden müssen.
Gleichzeitig kritisierte
er die Vereinbarung von Bundeskanzlerin Merkel mit dem französischen
Präsidenten Sarkozy aus der vergangenen Woche, in der die von der Kommission
vorgeschlagenen Maßnahmen zur Korrektur übermäßiger Defizite wesentlich
abgeschwächt wurden[1].
¿Es ist völlig unverständlich
wenn wir auf nationaler Ebene eine Schuldenbremse einführen, die bei einem
Verstoß automatische Strafen auslöst, wenn wir dieses nicht auch zur Sicherung
des EURO auf europäischer Ebene installieren. Die von Bundeskanzlerin Merkel
und Präsident Sarkozy verabredeten Aufweichungen der ursprünglichen
Kommissionsvorschläge für automatische Sanktionen sind daher ein Signal in die
völlig falsche Richtung,¿ sagte Bullerjahn in Brüssel. ¿Ich kann daher gut die
Kritik von Seiten der Kommission und aus dem Europäischen Parlament in dieser
Frage verstehen.¿
Mit Haushaltskommissar
Lewandowski und Währungskommissar Rehn sowie der Vorsitzenden des
Sonderausschusses für die Finanzreform, MdEP Jutta Haug, hatte Bullerjahn
Fragen der künftigen Ausgestaltung der europäischen Haushaltspolitik diskutiert
und viel Unterstützung für den von Sachsen-Anhalt eingeschlagenen Weg der
haushaltspolitischen Konsolidierung verbunden mit einer zielgerichteten
Förderung von Bildung und Beschäftigung in Sachsen-Anhalt erhalten.
In der vergangenen Woche
waren auch vom Stabilitätsrat in Deutschland der Haushaltspolitik des Landes
Sachsen-Anhalt gute Noten ausgestellt worden.
Bullerjahn wörtlich: ¿Das
ist der externe Beweis dafür das Sachsen-Anhalt seine Hausaufgaben bei der
Sanierung des Haushalts gemacht hat.¿
Bullerjahn informierte in
seinen Gesprächen weiterhin über den vom Land Sachsen-Anhalt durchgeführte
Stresstest, bei dem alle Ausgaben und Einnahmen des Landes (einschließlich der
Kommunen) bis zum Jahre 2020 unter Berücksichtigung des demographischen Wandels
hochgerechnet wurden und kündigte an, noch im Dezember dazu weitere
Einzelheiten vorzulegen.
Darüber hinaus begrüßte
Bullerjahn die Absicht der Europäischen Kommission, im Rahmen der
Strukturpolitik für die aus der Höchstförderung fallenden ostdeutschen Länder
auch nach 2013 Übergangsförderungen vorzusehen, um den Erfolg der
Strukturfondsförderung in Ostdeutschland nicht durch ein zu abruptes Abrechen
der Förderung zu gefährden.
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[1]
In Deauville in Frankreich hatten Kanzlerin Merkel und Präsident Sarkozy
verabredet, dass der Rat mit qualifizierter Mehrheit stufenweise Sanktionen in
der Form von verzinslichen Einlagen gegen Mitgliedstaaten verhängen kann, die
gravierend vom Konsolidierungspfad abweichen. Dagegen hatte die Europäische
Kommission vorgeschlagen, dass entsprechende Maßnahmen nur mit einer
qualifizierten Mehrheit im Rat verhindert werden können.
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