Wirtschaftsminister Haseloff legt
Mittelstandsbericht vor / Unternehmensinsolvenzen zwischen 2006 und 2009 um
mehr als 14 Prozent zurückgegangen
05.10.2010, Magdeburg – 555
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 555/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 555/10
Magdeburg, den 5. Oktober 2010
Wirtschaftsminister Haseloff legt
Mittelstandsbericht vor / Unternehmensinsolvenzen zwischen 2006 und 2009 um
mehr als 14 Prozent zurückgegangen
¿Die mittelständische Wirtschaft in Sachsen-Anhalt
hat sich zwischen 2006 und 2009 trotz des massiven wirtschaftlichen Einbruchs
durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise sehr positiv entwickelt. Auf die
neuen Herausforderungen, die in den kommenden Jahren auf den Mittelstand
zukommen werden, hat sich die Landesregierung bereits eingestellt. Dies werden
neben der Fachkräftebedarfsdeckung vor allem die deutliche Reduktion der
Transfermittel sowie das weitere Fortschreiten der Globalisierung sein. Mit
Zuversicht gehe ich jedoch davon aus, dass der nächste Mittelstandsbericht noch
bessere Botschaften verkünden kann.¿
Das sagte heute Wirtschaftminister Dr. Reiner
Haseloff bei der Vorstellung des ¿Mittelstandsberichtes 2010 für das Land
Sachsen-Anhalt¿. Die wichtigsten Ergebnisse des Berichtes sind:
Die Unternehmensinsolvenzen in Sachsen-Anhalt sind
trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise zwischen 2006 und 2009 um 14,4 %
zurückgegangen. Nur 1,1 % der Insolvenzen stammen aus dem Bereich des
Verarbeitenden Gewerbes.
Die Zahl der Erwerbstätigen stieg vom Ende des
vorhergehenden Berichtszeitraums bis Ende 2009 von 990.200 auf 1.010.100. Somit
wurde innerhalb des vorliegenden Berichtszeitraums die Trendwende am
Arbeitsmarkt erreicht, und dies trotz weiterhin zurückgehender Einwohnerzahlen
und einer älter werdenden Bevölkerung.
Die Arbeitslosenquote, die Ende 2005 noch bei 20,2
% lag, sank bis Ende 2009 auf 13,6 % ¿ und dies bei deutlich weniger
arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Der Trend ist weiter sinkend.
Die Exportquote konnte im Berichtszeitraum deutlich
gesteigert werden. Betrugen die Exportvolumina 2006 noch 9,9 Mrd. Euro
(Exportquote: 26,8 %), stiegen sie bis 2008 auf 12,8 Mrd. Euro (29,8 %) an. Im
Krisenjahr 2009 fiel das Exportvolumen auf 10,3 Mrd. Euro zurück (27,3 %).
Exportvolumen und Exportquote lagen somit in dem schwierigen Jahr 2009 noch
über dem Niveau des Jahres 2006.
Das Handwerk, das einen wichtigen Anteil am
Mittelstand ausmacht, beschäftigte zum Ende des Berichtszeitraums mit 140.000
Arbeitnehmern rund 0,7% mehr Menschen als im Jahr 2006. Insgesamt kam das
Handwerk nahezu unbeschadet durch das Krisenjahr 2009.
Relativ gut durch das Krisenjahr sind auch die
Freien Berufe gekommen, die einen häufig unterschätzten Stellenwert für die
Wirtschaft Sachsen-Anhalts haben. Mit 81.600 sozialversicherungspflichtig
Beschäftigten stellen die freien Berufe rund 11 % aller Beschäftigten im Land.
Zählt man die Selbständigen hinzu, so finden dort 92.800 Menschen Arbeit.
Um die Lage des Mittelstandes auch hinsichtlich der
neuen Herausforderungen nachhaltig zu stabilisieren bzw. weiter zu verbessern,
hat das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit seine Schwerpunkte auf die
folgenden Handlungsfelder gelegt:
Neben der Erschließung neuer Vorrangflächen für
Industrieansiedlungen hat es mit dem revolvierenden Darlehensfonds für kleine
und mittlere Unternehmen die Grundlage für eine mehr darlehensbasierte
Förderpolitik gelegt.
Dieser Weg wird begleitet durch eine deutlich
stärker auf Infrastruktur ausgerichtete Innovationspolitik. Mit der
Finanzierung der drei Forschungszentren in den Bereichen Automobilität,
Chemisch-biotechnologischer Prozesstechnik und Photovoltaik mit rund 100 Mio.
Euro und diversen weiteren Maßnahmen hat das Wirtschaftsministerium die
Bindungskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Sachsen-Anhalt erhöht.
Gleichzeitig werden damit die Voraussetzungen für hochwertige Arbeitsplätze
geschaffen.
Mit dem Berufsorientierungsprogramm BRAFO und dem
Fachkräfteportal PFIFF, aber auch durch die Verbesserung des Landesimages geht
das Wirtschaftsministerium den richtigen Schritt in Richtung einer nachhaltigen
Fachkräftesicherung.
Insbesondere die Bündelung von Imageaktivitäten und
Investorenakquise in der Investitions- und Marketinggesellschaft (IMG) haben
die Bekanntheit Sachsen-Anhalts steigern können. Investoren sind stärker auf
Sachsen-Anhalt aufmerksam geworden. Ein Beleg für den Erfolg ist der
gesteigerte Anteil der ausländischen Investoren an allen Standortentscheidungen
für unseren Wirtschaftsstandort. Dieser stieg von 14 % im Jahr 2006 auf 50 % im
Jahr 2009.
Hintergrund
Mehr als 99 % der Unternehmen in Sachsen-Anhalt
sind als mittelständisch anzusehen. Während in Deutschland insgesamt 71 % der
Beschäftigten in mittelständischen Unternehmen beschäftigt sind, sind es in
Sachsen-Anhalt 86 %. In Sachsen-Anhalt erzeugen die Mittelständler 61 % des
gesamten Umsatzes, in Deutschland beträgt deren Anteil nur 37,5 %. Der
Mittelstand hat deshalb für Sachsen-Anhalt eine weitaus größere Bedeutung als
insbesondere in den westdeutschen Bundesländern. Die Landesregierung ist gem. §
10 Mittelstandsförderungsgesetz zur Berichterstattung über die Lage des
Mittelstandes in Sachsen-Anhalt mindestens alle vier Jahre verpflichtet. Der
Mittelstandsbericht 2010, an dessen Erstellung sich alle Ressorts beteiligt
hatten, umfasst den Berichtszeitraum 2006 bis 2009. Er greift die genannten
strukturellen und weiterhin transformationsbedingten Herausforderungen auf und
beschreibt Handlungsfelder, die im Berichtszeitraum von Relevanz waren und auch
zukünftig sein werden. Nachdem das Kabinett den Bericht heute zur Kenntnis
genommen hat, wird er nun dem Landtag zugeleitet.
Impressum:
Staatskanzlei des Landes
Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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