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Aeikens: Weitere Anstrengungen
zur Luftreinhaltung und Lärmminderung erforderlich / Stickstoffdioxidwerte noch
zu hoch

29.09.2010, Magdeburg – 173

  • Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:

173/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ministerium für Landwirtschaft und

Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 173/10

 

 

 

Magdeburg, den 29. September 2010

 

 

 

Aeikens: Weitere Anstrengungen

zur Luftreinhaltung und Lärmminderung erforderlich / Stickstoffdioxidwerte noch

zu hoch

 

 

 

Magdeburg. Im vergangenen Jahr gab es keine

Grenzwertüberschreitungen beim Feinstaub, dafür aber beim Stickstoffdioxid.

Auch in diesem Jahr müsse man mit Grenzwertüberschreitungen rechnen, sagte

Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens  am Mittwoch in Magdeburg bei der Vorstellung des Immissionsschutzberichtes 2009. Aeikens: ¿Klassische Schadstoffe

wie Schwefeldioxid und Kohlenmonoxid beeinträchtigen die Luftqualität kaum

noch. Neben Feinstaub belastet vor allem Stickstoffdioxid (NO2) die

Luft¿. Das hauptsächlich vom Kraftfahrzeugverkehr verursachte Stickstoffdioxid

ist ein Lungenreizgas. Die weitere Reduzierung der Feinstaub- und der

Stickstoffdioxidbelastungen bleibe daher in den kommenden Jahren eine

Schwerpunktaufgabe, so der Minister.Die höchste Stickstoffdioxidbelastung wurde

2009 in der Paracelsusstraße in Halle mit 58 Mikrogramm pro Kubikmeter

(repräsentativer Halbjahres-Mittelwert) sowie am Damaschkeplatz und in der

Ernst-Reuter-Allee in Magdeburg mit  48 bzw. 44 Mikrogramm pro Kubikmeter (µg/m3)

gemessen. Diese Werte überschreiten den 2009 geltenden Grenzwert (42 µg/m3).

Aeikens wies darauf hin, dass mit der Verschärfung des EU-Grenzwertes ab 2010

(40 µg/m3) weiterhin mit Grenzwertüberschreitungen in Sachsen-Anhalt

zu rechnen sei, auf die es mit Maßnahmen zu reagieren gelte.  Der Grenzwert für

Feinstaub wurde  2009 landesweit eingehalten. Ursächlich dafür sind vor allem

günstige meteorologische Verhältnisse. Das Land arbeite mit den Kommunen daran,

vor allem an Verkehrsschwerpunkten in Magdeburg, Halle, Aschersleben und

Wittenberg auch künftig die EU-Grenzwerte einzuhalten. Dazu würden neue Luftreinhaltepläne aufgestellt. Aeikens: ¿In Magdeburg und Halle wird ohne es ohne

Umweltzone nicht gelingen, unter den Grenzwerten zu bleiben.¿ Die Pläne

enthalten weitere Maßnahmen wie z.B. den Bau von Umgehungsstraßen, um die

Feinstaub-, Stickstoffdioxid- und Lärmbelastungen in den Ortskernen zu mindern. Die Messdaten im Luftüberwachungssystem Sachsen-Anhalt (LÜSA) werden nach dem modernsten

Stand der Messtechnik erhoben. Dafür investierte das Land im vergangenen Jahr

mehr als eine Million Euro zur Erneuerung des Messgeräteparkes des Landesmessnetzes. LÜSA erfüllt sowohl bei den Messstationen als auch bei den Standorten die strengen EU-Kriterien in jeder Hinsicht.

 

Aktionspläne gegen Lärm

 

Aeikens hob hervor, dass Lärm für

einen Großteil der Bevölkerung nach wie vor eine erhebliche Beeinträchtigung

ihres Wohlbefindens darstelle. Mit der Umsetzung der EU-Umgebungslärmrichtlinie

sei aber ein entscheidender Impuls für eine nachhaltige Lärmminderung gegeben worden. Die Gemeinden seien nunmehr verpflichtet, Lärmaktionspläne zur Entlastung

besonders lauter Bereiche aufzustellen. Dieser Prozess ist in vollem Gange, so der Minister. Im Rahmen der 2. Stufe der EU-Lärmkartierung ab 2012 stehen vor rund 90 Gemeinden des Landes dabei erhebliche Herausforderungen bei der Erfassung der aktuellen Lärmsituation.

Betroffen sind Hauptstraßen mit einem Verkehrsaufkommen von mehr als drei

Millionen Fahrzeugen pro Jahr, Haupteisenbahnstrecken mit einem

Verkehrsaufkommen von mehr als 30.000 Zügen pro Jahr und der Großflughäfen

Leipzig-Halle, der vor allem im Saalekreis Lärmbelastungen hervorruft. Aeikens:

¿Bis Ende 2011 werden verschiedene Maßnahmen zur Lärmminderung an hoch

belasteten Straßen im Rahmen des Konjunkturpaketes II abgeschlossen. Dazu wurden 2009 den Städten Dessau-Rosslau, Halle und Magdeburg und den Landkreisen ca. 14 Millionen

Euro vom Bund zur Verfügung gestellt.¿Neben den gesetzlichen Regelungen soll

verstärkt auf gegenseitige Rücksichtnahme gesetzt werden. Aeikens: ¿Wenn man

sieht, dass der Nachbar Kaffee auf der Terrasse trinkt, kann der Rasenmäher auch mal eine Stunde warten.¿ Deshalb zielen die Lärmaktionspläne auch auf die

Sensibilisierung der Bevölkerung für das Problem: Weniger Lärm im Wohnumfeld

bringt mehr Lebensqualität.Der Immissionsschutzbericht wird jährlich vom

Landesamt für Umweltschutz (LAU) erstellt und enthält Daten zur

Luftreinhaltung, zu Lärm und Erschütterungen sowie zu elektromagnetischen

Feldern und Licht. Der Immissionsschutzbericht 2009 ist als pdf-Datei im

Internet unter www.mlu.sachsen-anhalt.de bzw. www.lau.sachsen-anhalt.de

abrufbar.

 

 

 

 

 

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