Minister Bischoff zu
Lebensmittelkontrollen: Ich sehe viele lachende Gesichter / Vorbehalte aus der
Wirtschaft haltlos
21.09.2010, Magdeburg – 519
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 519/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 519/10
Magdeburg, den 21. September 2010
Minister Bischoff zu
Lebensmittelkontrollen: Ich sehe viele lachende Gesichter / Vorbehalte aus der
Wirtschaft haltlos
Gesundheitsminister Norbert Bischoff sieht in der
Verabredung der Länder, die Ergebnisse von amtlichen Lebensmittelkontrollen
künftig öffentlich sichtbar zu machen, keinen Angriff auf sondern vielmehr eine
Unterstützung für die Wirtschaft. Bischoff, der am Dienstag im Kabinett zu den
Ergebnissen der Verbraucherschutzministerkonferenz von Potsdam Bericht
erstattete, sagte vor der Presse: ¿Niemand muss Angst haben, dass wir hier
etwas gegen die Wirtschaft durchpeitschen oder aber ein neues bürokratisches
Monster aufbauen. Vielmehr ist doch Transparenz die beste Werbung für die
Wirtschaft.¿
Ebenso deutlich betonte der Minister: ¿Das Sichtbarmachen
von Ergebnissen der Lebensmittelkontrollen ist im Interesse der
Verbraucherinnen und Verbraucher. Hier werden der mündige Bürger und die
mündige Bürgerin gestärkt.¿. Bischoff widersprach Befürchtungen, ein solches
Transparenzsystem könnte in einer Art Nacht-und-Nebel-Aktion eingeführt werden.
Er sagte: ¿Hier geht Sorgfalt vor Schnelligkeit.¿ Bis Jahresende würden
Fachleute ein erstes Konzept erarbeiten, das dann mit den Beteiligten erörtert
werde. Nicht zuletzt habe sich die Fachkonferenz unmissverständlich für eine
eindeutige rechtliche Grundlage ausgesprochen. Nach Ansicht von Bischoff ist
damit Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner gefordert, ein Bundesgesetz
vorzulegen.
Bischoff betonte zugleich: ¿Wir erfinden das System der
Lebensmittelkontrolle nicht neu. Wir haben in Deutschland und gerade auch in
Sachsen-Anhalt ein gut funktionierendes System. Die neue Dimension besteht allein
darin, dass die Ergebnisse der amtlichen Kontrolle für den Bürger und die
Bürgerin nachvollziehbar, verständlich und auf einen Blick sichtbar gemacht
werden.¿ Der Minister verdeutlichte: ¿Mein Ansatz ist es, die gute Qualität
unserer Lebensmittelbetriebe, also auch unserer Restaurants und Gaststätten,
für jedermann sichtbar zu dokumentieren. Sollte es dann wirklich ein
Smiley-System geben, so sehe ich für Sachsen-Anhalt viele lachende Gesichter.
Aber dort, wo es Mängel gibt, gehören diese im Interesse der Verbraucherinnen
und Verbraucher ebenso deutlich kommuniziert.¿
Derzeit sind landesweit 100 Lebensmittelkontrolleure im
Einsatz. Sie sind Beschäftigte der Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsämter
in den Kreisen und kreisfreien Städten. Die Prüfungen erfolgen risikoorientiert.
Das heißt, dass Betriebe, die beispielsweise mit leicht verderblichen Waren
hantieren, öfter kontrolliert werden als jene, in denen das mögliche
gesundheitliche Risiko weniger hoch ist. Auch werden Betriebe, bei denen Mängel
festgestellt werden, öfter begutachtet als jene, die durchgängig vorbildlich
arbeiten.
Von den landesweit etwa 30.500 Lebensmittelunternehmen
wurden im Vorjahr 20.500 kontrolliert. Das ist im Bundesvergleich ein
Spitzenwert. Insgesamt fanden 38.100 Kontrollen statt. Dabei wurden in 5.600
Unternehmen Mängel festgestellt. Diese reichten von unkorrekter Kennzeichnung
über unvollständige Dokumentation bis zu Hygieneverstößen. Festgestellte Mängel
sind von den Unternehmen abzustellen. Dies wird im Rahmen von Nachkontrollen dokumentiert.
Zur Umsetzung der Potsdamer Beschlüsse will Bischoff im
Land die Gespräche mit den Beteiligten führen, dazu zählen insbesondere der Deutsche
Hotel- und Gaststättenverband, die Kammern von Industrie und Handel sowie von
Handwerk und die Verbraucherzentrale. Auch werde er mit dem Landkreistag und
dem Städte- und Gemeindebund reden. Der Minister sagte: ¿Fairness und
Glaubwürdigkeit stehen für mich an oberster Stelle. Das heißt für mich auch,
dass wir uns als Staat nur soviel vornehmen dürfen, wie wir auch letztlich
umsetzen können. Ich möchte nicht die falsche Erwartung wecken, wir könnten
alle und alles gleichzeitig kontrollieren. Auch möchte ich sichergestellt
wissen, dass bei weniger guten Bewertungen zeitnah eine Nachkontrolle erfolgen
kann.¿
Impressum:
Staatskanzlei des Landes
Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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