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Landgesellschaft als Motor für
den ländlichen Raum

14.09.2010, Magdeburg – 499

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 499/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 499/10

 

 

 

Magdeburg, den 14. September 2010

 

 

 

Landgesellschaft als Motor für

den ländlichen Raum

 

Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Hermann Onko Aeikens

hat heute in Magdeburg die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt mbH  (LGSA) als

starken Motor für die Entwicklung des ländlichen Raums gewürdigt. Die vor 20

Jahren gegründete gemeinnützige Gesellschaft arbeitet in der Planung, Finanzierung

und Durchführung strukturverbessernder Maßnahmen im ländlichen Raum.

 

Aeikens verwies auf den schwierigen Neustart

Sachsen-Anhalts in den 90er Jahren: ¿Um den hohen Arbeitsanfall bei der Wiedereinrichtung

und Umstrukturierung landwirtschaftlicher Unternehmen zu bewältigen, das

Eigentum an Grund und Boden zu regeln und möglichst schnell Flächen für die

Verkehrsprojekte ¿Deutsche Einheit¿ zu beschaffen, bedurfte es geeigneter

Helfer für schlagkräftige Verwaltungen. Aber auch der ländliche Raum brauchte

Unterstützung. Vielerorts wurden Entwicklungs- und Umsetzungskonzepte benötigt,

mussten bundesdeutsche und landesrechtliche Planungsstandards umgesetzt werden,

um die Umgestaltung bzw. Entwicklung der Städte und Gemeinden zügig angehen zu

können. Die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt hat sich dabei als verlässlicher

Partner der öffentlichen Hand, aber auch der Landwirte und Kommunen erwiesen.¿

 

Geschäftsführer Dr. Willy Boß sagte, die Landgesellschaft 

stehe vor ständig neuen Aufgaben: ¿Ob zunächst im Agrarsektor oder bei der

Flächenbeschaffung für die Verkehrsprojekte ¿Deutsche Einheit¿, dann verstärkt

in der Dorferneuerung und der Flurneuordnung und heute vor allem im

Flächenmanagement, der Regionalentwicklung und auf dem Gebiet des

wirtschaftlichen Naturschutzes ¿ die Landgesellschaft hat stets im Sinne des

ländlichen Raumes und seiner Akteure gehandelt und wird dies weiterhin tun.¿

 

Im Agrarbereich hat die Landgesellschaft in den vergangenen

20 Jahren rund 930 einzelbetriebliche Investitionsvorhaben mit einem

Gesamtvolumen von etwa 327 Mio. Euro betreut. Die Bauingenieure haben mehr als

527 landwirtschaftliche Bauvorhaben geplant und den Bau überwacht.

 

Unmittelbar nach Gründung 1990 wurde die Gesellschaft im

Grunderwerb für die Verkehrsprojekte ¿Deutsche Einheit¿ tätig, erstmalig beim

Ankauf der Flächen für die Schnellbahnstrecke Hannover-Wolfsburg-Berlin. Bis

heute hat das Unternehmen im Auftrag der verschiedenen Vorhabenträger circa

12.000 Hektar angekauft, dafür etwa 14.000 Kaufverträge geschlossen und 19.000

Dienstbarkeiten verhandelt.

 

Als Planungsbüro hat die Landgesellschaft etwa 170 Dörfer

im Prozess der Dorferneuerung begleitet und damit erheblich dazu beigetragen,

die Lebensverhältnisse auf dem Land und das Antlitz der Dörfer in Sachsen-Anhalt

zu verbessern. Den wichtigsten Beitrag für Sachsen-Anhalt leistet die Landgesellschaft

heute im Flächenmanagement. So wurden seit Beginn der 90er Jahren rund 200

Bodenordnungsverfahren durchgeführt und damit der Boden für Investitionen

bereitet. Daneben hat sie in rund 600 Fällen den Verkauf von Grundstücken der

BVVG an die Gebäudeeigentümer vorbereitet und damit die Neuordnung beschleunigt.

 

Ab 1999 übernahm die Landgesellschaft zunächst die

Verwaltung und ab 2002 überwiegend auch das Eigentum landwirtschaftlicher

Flächen des Landes. Aus diesem Flächenfonds sind bislang circa 7500 Hektar

weiter verkauft worden. Etwa zwei Drittel wurden in Losen bis 10 Hektar ausgeschrieben

und ganz überwiegend an ortsansässige Landwirte, mehrheitlich die Pächter,

veräußert. Mehr als 100 Hektar wurden für Industrieansiedlungen bereit

gestellt. Für den Bau von Verkehrwegen war die Landgesellschaft nicht nur als

Flächenbeschaffer tätig, sondern hat auch rund 500 Hektar eigene Flächen bereit

gestellt, insbesondere für die Abfindung weichender Grundstückseigentümer oder

für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen.

 

Die Landgesellschaft stellt aus ihrem Flächenfonds

Ersatzflächen für die von der Ansiedlung stark betroffenen Landwirtschaftsbetriebe

bereit und mindert so die Last durch breitere Verteilung auf mehrere Schultern.

In den vergangenen Jahren wurden so rund 600 Hektar Fläche auf dem Weg der

Verpachtung umverteilt.

 

Die Landgesellschaft hat sich schon frühzeitig auf die

Entwicklung größerer, in die Ökoverbundsystemplanungen der Landkreise eingepasster

Ausgleichsvorhaben konzentriert und leistet damit einen wichtigen Betrag zu

einem besseren Miteinander von gewerblicher Wirtschaft, Landwirtschaft und

Naturschutz. Mit den initiierten Ökopoolprojekten kommt man dem Ziel, den

Entzug landwirtschaftlicher Flächen zu reduzieren, näher.

 

Was heißt Ökopool-Projekt? Wenn Ausgleich- und Ersatz

geleistet werden muss, sucht die Landgesellschaft Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit

mit Landwirten und Naturschutzverwaltungen nach Wegen, um die Belastung für die

Betriebe möglichst gering zu halten und sie bei der zukünftigen Pflege der

Maßnahmen einzubeziehen. Dabei werden sinnvolle und komplexe Projekte und Maßnahmen

konzipiert, die für alle Beteiligten Vorteile bieten: für die Eingreifer ebenso

wie den Naturschutz und die Landwirte selbst.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes

Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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