Bullerjahn informierte über den
Fortschrittsbericht ?Aufbau Ost? für das Jahr 2009
14.09.2010, Magdeburg – 498
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 498/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 498/10
Magdeburg, den 14. September 2010
Bullerjahn informierte über den
Fortschrittsbericht ¿Aufbau Ost¿ für das Jahr 2009
Finanzminister Bullerjahn
informierte heute das Kabinett über den Fortschrittsbericht ¿Aufbau Ost¿ des
Landes Sachsen-Anhalt für das Jahr 2009. Der jährlich vorzulegende Bericht
dokumentiert die Fortschritte des Landes beim wirtschaftlichen Aufholprozess
sowie den Einsatz der Solidarpaktmittel. Die Fortschrittsberichte der
ostdeutschen Länder werden in der Herbst-Sitzung des Stabilitätsrates mit dem
Bund erörtert.
Mit den Solidarpaktmitteln sollen
bis zum Jahr 2019 der infrastrukturelle Nachholbedarf beseitigt und die
unterproportionale kommunale Finanzkraft in Ostdeutschland ausgeglichen werden.
Von 2005 bis 2019 erhält Sachsen-Anhalt aus dem Solidarpakt II rund 16,6
Milliarden Euro (Korb I). Die jährliche Zuweisung ist degressiv ausgestaltet,
so dass letztmalig im Jahr 2019 eine Zahlung erfolgt.
Weitere Schließung der Infrastrukturlücke
Das Land Sachsen-Anhalt hat in den
vergangenen Jahren erhebliche Anstrengungen unternommen, um die noch bestehenden
Defizite im Bereich der Infrastruktur abzubauen und so die Voraussetzungen für
eine Verstetigung des wirtschaftlichen Aufholprozesses zu schaffen. Die
Ergebnisse des aktuell vorgelegten Fortschrittsberichts weisen darauf hin, dass
die bestehende Infrastrukturlücke im Berichtsjahr weiter geschlossen werden
konnte. Eine Analyse der Struktur der getätigten Investitionen zeigt, dass ein
großer Teil der durchgeführten Infrastrukturinvestitionen des Landes und der
Kommunen in die Schwerpunktbereiche geflossen ist, in denen noch immer
struktureller Nachholbedarf besteht.
So konnte auch im Jahr 2009 das
Landesstraßennetz Sachsen-Anhalts durch Um- und Ausbauarbeiten weiter
verbessert werden. Inzwischen entsprechen 59 Prozent des Landesstraßennetzes
dem derzeitigen Standard (Vorjahr: 58 Prozent).
Auch im Rahmen der
Städtebauförderung konnten weitere Infrastrukturdefizite abgebaut werden. Die
eingesetzten Mittel kamen insbesondere der städtebaulichen Erneuerung sowie der
Aufwertung von Stadtteilen bzw. Stadtquartieren mit überdurchschnittlichen
Defiziten zugute. Dabei ist in erster Linie in weitere Maßnahmen zum Ausbau
der Verkehrsinfrastruktur sowie den Ausbau der kulturellen und sozialen
Infrastruktur investiert worden. Im Mittelpunkt standen hier der kommunale
Straßenbau in Sanierungsgebieten sowie die Erneuerung als auch Anpassung von
sozialer und technischer Infrastruktur an die demografische Entwicklung.
Eine wesentliche Rolle für den
weiteren Aufbau Ost kommt auch der Förderung der wirtschaftsnahen
Forschung und Entwicklung zu. Für die Schaffung neuer und sicherer
Arbeitsplätze ist es erforderlich, die Umgestaltung der Wirtschaft weiter
voranzutreiben. Die Schlüsselrolle bei der Bewältigung des notwendigen
Strukturwandels nehmen die kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) ein. Das
Land Sachsen-Anhalt fördert daher aktiv marktorientierte Innovationsprozesse,
die mit einem hohen wirtschaftlichen und technischen Risiko verbunden sind. Im
Mittelpunkt stehen vor allem Projekte des produzierenden Gewerbes und der produktionsnahen
Forschungsdienstleistungen aus den Bereichen Chemie/ Kunststoffe, Maschinen-
und Anlagenbau, Automotive-Zulieferindustrie, Biotechnologie, Pharmazeutische
Industrie, Erneuerbare Energien und Medizintechnik/ Gesundheitswirtschaft sowie
den Querschnittsbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien, insbesondere
Virtual-Reality-/ Virtual-Engineering-Technologien, Mikrosystemtechnik, Nanotechnologie/
Neue Werkstoffe. Investitionen in Wissenschaft und Forschung sind ein wichtiger
Beitrag zur Entwicklung des Wissenschaftsstandortes Sachsen-Anhalt. Das Land
verfügt über sieben staatliche Hochschulen, davon zwei Universitäten und eine
Kunsthochschule, sowie mehrere außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, alle
mit sehr guten Bedingungen hinsichtlich der Ausstattung, der Betreuungsrelation
und der Möglichkeit eines schnellen und qualifizierten Abschlusses.
In diesem Zusammenhang betonte
Finanzminister Bullerjahn, dass die neuen Länder ¿ und somit auch
Sachsen-Anhalt ¿ ohne die Sonderbedarfs-Bundesergänzungszuwei-sungen (SoBEZ)
nicht in der Lage wären, überhaupt überproportionale Investitionen zu tätigen.
Mit der degressiven Ausgestaltung der SoBEZ bis 2020 wird demzufolge auch eine
Rückführung des überproportionalen Investitionsniveaus verbunden sein.
Verwendungsnachweis der
empfangenen SoBEZ
Neben der Dokumentation der
weiteren Schließung der Infrastrukturlücke stellt die Verwendungsrechnung der
erhaltenen SoBEZ den Kern der Berichtspflicht des Fortschrittsberichtes dar.
Beim Nachweis der zweckgerechten
Verwendung der SoBEZ ist gegenüber dem Vorjahr ein leichter Rückgang zu
verzeichnen. Die Nachweisquote betrug 2009 rund 79 Prozent gegenüber 87 Prozent
im Vorjahr. Bei der Beurteilung dieses Rückganges muss aber folgendes beachtet
werden: ¿Die Einnahmesituation des Landes hatte sich im Jahr 2009 infolge der
Auswirkungen der negativen Entwicklung der Gesamtwirtschaft sowie der zum
damaligen Zeitpunkt bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Stabilisierung der
Konjunktur erheblich verschlechtert. Allein für das Jahr 2009 lagen die Einnahmerückgänge
des Landes im Vergleich zur Mai-Schätzung 2008 bei rund 450 Millionen Euro.
Dennoch ist das Land ohne Neuverschuldung ausgekommen. Hinzu kommt, dass der
gegenüber 2008 niedrigere Verwendungsnachweis sich auch aus zusätzlichen
EU-Einnahmen erklärt, die 2009 realisiert werden konnten, deren Ausgaben aber
zumindest teilweise bereits im Vorjahr geleistet wurden. Diese nicht periodengerechte
Zuordnung der Einnahmen erklärt für sich genommen einen wesentlichen Teil des
Rückgangs des Verwendungsnachweises¿, so Finanzminister Bullerjahn.
Wirtschaftliche Entwicklung in
Sachsen-Anhalt im Berichtsjahr
Die Konjunkturkrise hat auch
Sachsen-Anhalt getroffen und die stetige wirtschaftliche Erneuerung abrupt
gestoppt; negative Rückwirkungen auf den Konvergenzprozess sind gleichwohl
bislang ausgeblieben, weil der wirtschaftliche Einbruch in den wirtschaftsstarken,
westdeutschen Ländern stärker ausgefallen ist als in Ostdeutschland und
Sachsen-Anhalt. Viel spricht dafür, dass mit einer Überwindung der Rezession im
Jahr 2010 auch die wirtschaftliche Modernisierung Sachsen-Anhalts wieder Fahrt
aufnehmen kann. Darauf deuten positive Konjunktursignale im Frühjahr 2010 hin.
Finanzminister Bullerjahn: ¿Die
Wirtschaftskrise hat sich nur geringfügig auf den sachsen-anhaltischen
Arbeitsmarkt ausgewirkt. Dies dürfte nicht unwesentlich darauf zurückzuführen
sein, dass die Unternehmen bestrebt gewesen sind, qualifizierte und erfahrene
Fachkräfte im Betrieb zu halten. Darüber hinaus hat die Kurzarbeiterregelung
sich bewährt.¿
Impressum:
Staatskanzlei des Landes
Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail:
staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
Impressum:
Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt
Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de






