Aeikens: Umweltzonen nicht zu
vermeiden
02.09.2010, Magdeburg – 160
- Ministerium für Umwelt, Landwirtschaft und Energie
Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt - Pressemitteilung Nr.:
160/10
Ministerium für Landwirtschaft und
Umwelt - Pressemitteilung Nr.: 160/10
Magdeburg, den 1. September 2010
Aeikens: Umweltzonen nicht zu
vermeiden
Magdeburg. Im Magdeburger
Umweltministerium haben sich am Mittwoch die Oberbürgermeister von Halle und
Magdeburg, Dagmar Szabados und Dr. Lutz Trümper, und Umweltminister Dr. Hermann
Onko Aeikens über das weitere Vorgehen zum Aufstellen der Luftreinhaltepläne
für die beiden Großstädte ausgetauscht. Anwesend waren auch Vertreter der Industrie-
und Handelskammern, der Handwerkskammern, des Landesamtes für Umweltschutz und
des Ministeriums für Landesentwicklung und Verkehr.
Im Anschluss erklärte Dr Aeikens:
¿Die Europäische Union hat seit 1996 mehrere Richtlinien zur Verbesserung der
Luftqualität auf den Weg gebracht, die ins deutsche Recht übertragen wurden.
Oberstes Ziel ist, gesundheitsgefährdende Luftbelastungen für die Bevölkerung
zu vermeiden. Die von der EU geforderten Messungen des Landesamtes für
Umweltschutz ergeben in Halle und Magdeburg in diesem Jahr Überschreitungen der
von der EU vorgegebenen Grenzwerte.
Das Ministerium will auf der
Grundlage ausgewogener Luftreinhaltepläne, die gemeinsam mit den Städten
erarbeitet werden, bei der EU-Kommission einen Aufschub bis 2015 für die
Einhaltung der Grenzwerte erreichen. Nur mit einem Bündel von Maßnahmen können
wir bis 2015 die Grenzwerte für saubere Luft einhalten. Die Einrichtung von
Umweltzonen wurde von uns immer als letztes Mittel angesehen.
Untersuchungen externer Gutachter
zeigen nun aber, dass ohne Umweltzonen keine ausreichenden Verbesserungen der
Luftqualität erzielt werden können. Maßnahmen wie
Geschwindigkeitsbeschränkungen und selbst der Bau von Umgehungsstraßen reichen
nicht aus. Beide Städte werden, wie über 40 andere Städte in Deutschland,
nicht um die Einrichtung einer Umweltzone umhin kommen.¿
Zum erst jetzt bekannt gewordenen
Vorschlag der Stadt Halle, die Innenstadt für den durchfahrenden LKW-Verkehr zu
sperren, sagte Aeikens, bei erster Prüfung werfe dieser Vorschlag
verkehrsrechtliche Probleme auf. Auch sei mit diesem Vorgehen keine
ausreichende Schadstoffminderung zu erreichen. Trotzdem werde man den Vorschlag
prüfen.
Aeikens sagte weiter, nach den
vorliegenden Zahlen halte sich die Belastung für private Autofahrer bei
Einrichtung von Umweltzonen in sehr engen Grenzen. Viele hätten die
Abwrackprämie genutzt, um ältere Fahrzeuge durch schadstoffärmere Neuwagen zu
ersetzen. Zusammen mit den Kammern werde man nach Regelungen suchen, um Härten
für die Unternehmen mildern. Der Minister erinnerte in dem Zusammenhang an die
noch bis Jahresende laufende Förderung der Umrüstung von kleinen Lastkraftwagen
bis 3,5 Tonnen.
Das Landesamt für Umweltschutz wird
in den nächsten Wochen die Luftreinhaltepläne erstellen, die noch vor
Jahresende ausgelegt werden, damit jeder Interessierte sich mit den Plänen
befassen sowie Vorschläge zur Änderung und Ergänzung machen kann. Im Anschluss
an die Diskussion müssen alle Argumente bewertet und die Luftreinhaltepläne
entsprechend ergänzt werden, ehe sie voraussichtlich am 1. Juli 2011 in Kraft
treten können.
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