Innenminister stellt
Kommunalfinanzbericht vor:
2009 noch positiver Finanzierungssaldo, sinkende Verschuldung/ Hövelmann:
?Kommunen müssen vom Aufschwung profitieren?
31.08.2010, Magdeburg – 454
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 454/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 454/10
Magdeburg, den 31. August 2010
Innenminister stellt
Kommunalfinanzbericht vor:
2009 noch positiver Finanzierungssaldo, sinkende Verschuldung/ Hövelmann:
¿Kommunen müssen vom Aufschwung profitieren¿
In der heutigen Kabinettssitzung stellte Innenminister
Holger Hövelmann den jüngsten Kommunalfinanzbericht mit den Zahlen für das Jahr
2009 vor. ¿Insgesamt gab es 2009 noch einen positiven Finanzierungssaldo in den
kommunalen Haushalten¿, berichtete der Minister. ¿Einen Finanzierungsüberschuss
verzeichneten jedoch nur die Landkreise und kreisfreien Städte, die
kreisangehörigen Städte und Gemeinden konnten den positiven Trend der drei
Vorjahre nicht fortsetzen.¿ Insgesamt betrug der kommunale Finanzierungsüberschuss
rund 121,5 Millionen Euro und lag damit deutlich niedriger als 2008 mit 349,8
Millionen Euro.
Die Gesamtverschuldung der Kommunen einschließlich
Kassenkredite reduzierte sich seit 2006 von damals 4,162 Milliarden Euro
kontinuierlich auf 3,786 Milliarden zum Jahresende 2009. Den größten Teil davon
machen die Kreditmarktschulden aus, die auf 2,803 Milliarden Euro zurückgingen
(gegenüber 2,919 Milliarden Euro 2008). Das bedeutet eine Pro-Kopf-Verschuldung
von 1.184 Euro gegenüber 1.218 Euro im Vorjahr. Die Kassenkredite stiegen von
968,6 Millionen Euro auf 982,3 Millionen Euro. Hövelmann: ¿Mit STARK II trägt
die Landesregierung dazu bei, den kommunalen Schuldenabbau erheblich zu
beschleunigen. Die Hauptaufgabe der Konsolidierung liegt aber weiter bei den
Kommunen.¿
Der Innenminister äußerte sich besorgt über die aktuelle
Einnahmeentwicklung der Städte und Gemeinden. ¿Mit der Reform des Finanzausgleichgesetzes
haben wir die Entwicklung der kommunalen Finanzen durch verlässliche
Zuweisungen zwar stabilisiert, weil bei Fortschreibung der bisherigen
Verbundquote ein erheblicher Einbruch unvermeidbar gewesen wäre. Doch die
Kommunen bekommen jetzt die steuerlichen Auswirkungen des konjunkturellen
Einbruchs der letzten beiden Jahre zu spüren.¿ Umso wichtiger sei es, dass die
Kommunen jetzt auch vom Aufschwung profitieren können, unterstrich der
Minister: ¿Wir sind uns in der Landesregierung einig, dass die Städte und
Gemeinden auf die Gewerbesteuer nicht verzichten können. Gerade in
Ostdeutschland ist sie die wichtigste kommunale Einnahmequelle.¿
Kurzfassung des Kommunalfinanzberichts:
Finanzierungssaldo
1. Ländervergleich:
Die Kommunen in Sachsen-Anhalt erzielten in 2009 einen Finanzierungsüberschuss
in Höhe von 121,5 Mio. ¿. Damit wird an die positive Entwicklung der Vorjahre,
wenn auch in geringerer Höhe (2008 rd. 349,8 Mio. ¿), angeknüpft. Auch in den
Ländern Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Thüringen sind die
Finanzierungsüberschüsse mit 112,1 Mio. ¿, 82,2 Mio. ¿, 276,1 Mio. ¿ und 17,0
Mio. ¿ deutlich zurückgegangen.
2. Das positive
Ergebnis des Gesamthaushaltes der Kommunen wurde im Jahr 2009 allein durch die
kreisfreien Städte (KSt) i. H. v. 78,42 Mio. ¿ und die Landkreise (LK) i. H. v.
130,173 Mio. ¿ erzielt. Während die KSt bereits seit dem Jahr 2007 im
Verwaltungshaushalt (2009 = 45,711 Mio. ¿) wie im Vermögenshaushalt (2009 =
32,709 Mio. ¿) Überschüsse erwirtschaften, konnten dies im Jahr 2009 auch die
Landkreise erreichen. Erstmals schrieb nicht nur der Verwaltungshaushalt
(+72,720 Mio. ¿) sondern auch der Vermögenshaushalt (57,453 Mio. ¿) ¿schwarze
Zahlen¿. Das Ergebnis der Landkreise ist jedoch von einem Einmaleffekt, der Veräußerung
der Krankenhausanteile des Landkreises Mansfeld-Südharz, beeinflusst. Die positive
Entwicklung der Jahre 2006, 2007 und 2008 bei den kreisangehörigen Gemeinden
(kaG) konnte nicht fortgesetzt werden (-92,693 Mio. ¿).
3. Der Überschuss der Einnahmen über die Ausgaben der
Verwaltungshaushalte der kreisfreien Städte ist mit 45.711 Tsd. ¿ rd. 30,5 Mio.
¿ geringer ausgefallen als im Vorjahr (76.308 Tsd. ¿); im Wesentlichen
beeinflusst durch Steuermindereinnahmen in Höhe von rd. 23 Mio. ¿. Die
Verwaltungshaushalte der Landkreise weisen einen Überschuss der Einnahmen über
die Ausgaben i.H.v. 72.720 Tsd. ¿ aus (+7.678 Tsd. ¿). Der Überschuss im
Verwaltungshaushalt der kreisangehörigen Städte und Gemeinden (kaG) ging von
250,241 Mio. ¿ im Haushaltsjahr 2008 auf 31,623 Mio. ¿ im Jahr 2009 zurück. Das
Defizit im Vermögenshaushalt stieg von 79,425 Mio. ¿ im Jahr 2008 auf 124,316
Mio. Euro im Haushaltsjahr 2009. Damit erwirtschafteten die kaG erstmals seit
dem Jahr 2005 wieder ein Minus in ihrem Gesamthaushalt i.H.v. 92,693 Mio. ¿.
Die derzeit ausgewiesenen Überschüsse der bereinigten Einnahmen über die
bereinigten Ausgaben sind zwar erfreulich, lassen jedoch die Tatsache unberücksichtigt,
dass die Kommunen Fehlbeträge aus Vorjahren über die Aufnahme von
Kassenkrediten finanziert haben. Der Rückgang der Steuereinnahmen im
kreisangehörigen Raum (der im Wesentlichen für die Entwicklung des
Finanzierungssaldos der kaG verantwortlich ist) wird sich auf die Situation der
Kreisfinanzen zudem erst mit einer zeitlichen Verzögerung bemerkbar machen.
Entwicklung der Einnahmen
4. Ursache für die Verschlechterung des Finanzierungssaldos
2009 ist ein Rückgang der bereinigten Einnahmen etwa auf das Niveau des Jahres
2007 (-1,2%). Zudem sind die bereinigten Ausgaben von 4.925.248 Tsd. ¿ auf
5.048.064 Tsd. ¿ gestiegen (+2,49%).
5. Bereits die Jahre 2003 bis 2006 waren durch deutliche
Mehreinnahmen insbesondere bei der Gewerbesteuer gekennzeichnet. Auch im
erweiterten Berichtszeitraum hält dieser (abgeschwächt) Trend an, denn die
Einnahmen aus der Gewerbesteuer (netto) sind 2007 nur um 4,5 Mio. ¿
angestiegen. Im Jahr 2008 sind die Einnahmen aus der Gewerbesteuer wieder
deutlich (mit einer zweistelligen Zuwachsrate) von 514,4 Mio. ¿ auf 583,3 Mio.
¿ (= rd. 68,9 Mio. ¿) angestiegen. Das Haushaltsjahr 2009 schließt mit
Einnahmen i.H.v. 462,2 Mio. ¿ ab; d.h. die Städte und Gemeinden müssen
Mindereinnahmen von rd. 121 Mio. ¿ (-21%) verkraften.
6. Die Einnahmen bei den Gemeindeanteilen an der
Einkommen- und Umsatzsteuer sind nach rückläufigen Einnahmen des Jahres 2007 in
2008 wieder deutlich angestiegen (+84.759 Tsd. ¿). Jedoch schließt das
Haushaltsjahr 2009 auch hier mit Mindereinnahmen i.H.v. 33,44 Mio. ¿ ab (-7%).
7. Die verfügbare
Finanzausgleichsmasse (einschließlich der Spitzabrechnung der
Rechnungsergebnisse der Vorjahre und sonstigen Verrechnungen) im Vergleich der
Jahre (2003) 2004 zu 2005 war leicht rückläufig. Im Jahr 2005 war mit 1.482,3
Mio. ¿ der niedrigste Wert der Finanzausgleichsmasse zu verzeichnen. Besser stellt
sich die Finanzausgleichsmasse für das Jahr 2006 dar. Bei einem Plus von rd.
109,2 Mio. ¿ wird eine verfügbare Finanzausgleichsmasse von 1.591,5 Mio. ¿
ausgewiesen. Die positive Entwicklung setzte sich auch im Jahr 2007 fort
(+148,8 Mio. ¿); erst im Jahr 2008 mussten Mindereinnahmen i.H.v. rd. 46 Mio. ¿
verkraftet werden. Für das Jahr 2009 ist die verfügbare Finanzausgleichsmasse
auf 1.713,6 Mio. ¿ festgesetzt (+19,6 Mio. ¿). Die endgültige Feststellung der
Finanzausgleichsmasse weist für das Jahr 2009 allerdings eine Überzahlung von
mehr als 157,5 Mio. EUR aus, die in den folgenden drei Jahren auszugleichen
ist.
Entwicklung der Ausgaben
8. Größter Posten
auf der Ausgabenseite der Verwaltungshaushalte (gesamt) sind die Personalkosten
in Höhe von 1.477,5 Mio. ¿, die sich im Vergleich zum Vorjahr um rd. 1,3%
erhöhten (+19.163 Tsd. ¿). Mit -4,44% verzeichneten die kreisfreien Städte im
Vergleich des Jahres 2009 zu 2008 allerdings einen Rückgang in Höhe von 13.732
Tsd. ¿ (wesentlich beeinflusst von der Ausgliederung von 640 Beschäftigten des
Opernhauses, des Thaliatheaters und der Staatskapelle der Stadt Halle (Saale)).
Über den Berichtszeitraum 2006 bis 2009 betragen die Mehrausgaben aller
Kommunen für das Personal 25.541 Tsd. ¿. Die Personalausgaben der Landkreise
sind über den Berichtszeitraum um 3.017 Tsd. ¿ gestiegen. Bei den kreisangehörigen
Städten und Gemeinden sind die Personalkosten über den Berichtszeitraum um
+58.766 Tsd. ¿ gestiegen.
9. Die
Entwicklung der Zinsausgaben hat sich über den Berichtszeitraum in den Jahren
2006 bis 2008 auf gleichem Niveau verstetigt. Im Vergleich der Jahre 2009 zu
2008 (aber auch zu 2006) sind die Zinsausgaben deutlich rückläufig. Dabei
verzeichnen die kreisangehörigen Gemeinden einen Rückgang von 13,20%, die Zinsbelastung
für die kreisfreien Städte hat sich um 35,3% und die der Landkreise um 23,24%
verringert.
10. Die Ausgaben
der Kommunen für Investitionen (Baumaßnahmen in 1.000 ¿) sind im Berichtszeitraum
um 15.696 Tsd. ¿ gestiegen. Dabei ist jedoch ein Rückgang der Investitionen bei
den kreisfreien Städten (und Landkreisen) zu verzeichnen. Nach Jahren relativ
gleich hoher Ausgaben (2003, 2004 und 2005) ist im Jahr 2006 im Vergleich zum
Vorjahr ein Einbruch zu verzeichnen, im Jahre 2007 liegt die Quote bei -10,68%,
im Jahre 2008 bei -5,83%. Noch deutlicher rückläufig sind die Ausgaben für
Investitionen bei den Landkreisen. Mit dem Haushaltsjahr 2009 erholt sich die
Investitionstätigkeit. Gegenüber 2008 wurden 65.726 Tsd. ¿ mehr verausgabt. Der
Ausgabenanstieg geht ausschließlich auf die kreisangehörigen Städte und
Gemeinden zurück.
Kreditmarktschulden und Kassenkredite
11. Die Kreditmarktschulden (einschl. der Schulden bei
öffentlichen Haushalten) konnten 2009 ¿ wie bereits in den Vorjahren ¿ auf
2.802,78 Mio. ¿ verringert werden (-116,288 Mio. ¿). Die Verschuldung pro
Einwohner beträgt nunmehr 1.184 Euro (2008: 1.218 ¿).
12. Zusätzlich zur Kreditmarktverschuldung und der
Schuldenaufnahme bei öffentlichen Haushalten wurden auch in 2009 Kredite zur
Sicherung der Zahlungsfähigkeit aufgenommen: der Stand der Kassenkredite beträgt
nunmehr 982.261 Tsd. ¿ (2008 = 968.550 Tsd. ¿).
13.
Betrachtet man die tatsächliche
Verschuldung unter Einbeziehung der Kassenkredite, so ist festzustellen, dass
sich der Schuldenstand seit 2006 (= 4.162 Mio. ¿) kontinuierlich verringert (um
138 Mio. ¿ im Jahr 2007, Stand 4.024 Mio. ¿, um 135,3 Mio. ¿ im Jahr 2008 und
um weitere 102,5 Mio. ¿ im Jahr 2009). Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen
sich zum Jahresende 2009 auf den Stand von 3.786,0 Mio. ¿.
Die Langfassung finden Sie im Internet unter www.mi.sachsen-anhalt.de.
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