LAGB deckt Verstöße gegen Umwelt-
und Bergrecht in der Dickstoffversatzanlage Teutschenthal auf
16.08.2010, Magdeburg – 146
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 146/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 146/10
Magdeburg, den 13. August 2010
LAGB deckt Verstöße gegen Umwelt-
und Bergrecht in der Dickstoffversatzanlage Teutschenthal auf
Das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) hat
im Rahmen der Überprüfungen der Dickstoffversatzanlage in Teutschenthal
Verstöße gegen immissionsschutzrechtliche, abfallrechtliche und bergrechtliche
Genehmigungen festgestellt. Der zertifizierte Anlagenbetreiber, Grube
Teutschenthal Sicherungs GmbH & Co. KG (GTS), der nach der Privatisierung
durch die Treuhand seit 1992 in Sachsen-Anhalt tätig ist, hat widerrechtlich
Abfallstoffe eingesetzt. Zugelassen für den Betrieb der Dickstoffversatzanlage
in Teutschenthal waren Stoffe aus vier Verbrennungsanlagen, der
Anlagenbetreiber setzte aber Aschen aus zehn Verbrennungsanlagen ein. Zwar ist
ein Einsatz dieser Stoffe im Rahmen des Trockenversatzes möglich und
zugelassen, nicht jedoch als Dickstoffversatz. Nach ersten Erkenntnissen sind
entgegen der Genehmigung des LAGB mindestens 6000 Tonnen ungenehmigter Aschen
in den Dickstoffversatz gegangen. Nach Aussage des LAGB besteht keine
Gesundheitsgefährdung.
Das LAGB hat unverzüglich ein Gespräch mit den
Geschäftsführern der Betreibergesellschaft geführt (Dienstag, 10. August 2010),
die die Vorwürfe bestätigten und die volle Verantwortung für das
widerrechtliche Handeln übernommen haben. Anschließend wurde bei der
zuständigen Staatsanwaltschaft Halle durch das LAGB Strafanzeige gestellt.
Darüber hinaus wurde der Einsatz der Aschen aus den nicht genehmigten
Verbrennungsanlagen unverzüglich gestoppt.
Gestern Abend (Donnerstag, 12. August 2010) wurde
mit den Gesellschaftern der GTS im Ministerium für Wirtschaft und Arbeit der
Sachverhalt ausgewertet. Im Ergebnis wurde durch die Eigentümer ein Verantwortlicher
aus der Geiger/ TERRAG-Unternehmensgruppe (Gesellschafter der GTS) mit
sofortiger Wirkung als neuer Geschäftsführer eingesetzt. Darüber hinaus wird
eine permanente Überwachung der Abfallströme durch Externe eingerichtet.
Minister Dr. Reiner Haseloff: ¿Ich werte die
rechtlichen Verletzungen als umso gravierender, da es sich bei dem Unternehmen
um ein zertifiziertes deutschland- und europaweit tätiges Unternehmen handelt,
das seit Jahrzehnten am Markt ist. Das notwendige Vertrauensverhältnis ist sehr
stark erschüttert. Ich werde umgehend meinen bayerischen Amtskollegen über
diesen Vorfall unterrichten.¿
Aus diesem Grund hat der Minister das sich derzeit
in der öffentlichen Anhörung befindliche Zulassungsverfahren für eine
gleichartige Dickstoffversatzanlage in Angersdorf ausgesetzt, weil diese
ebenfalls die GTS errichten und betreiben will. Die Aussetzung soll so lange
andauern, bis die Vorwürfe vollständig aufgeklärt und die Ermittlungen
abgeschlossen sind.
Über das weitere Verfahren werden wir Sie auf dem
Laufenden halten.
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