Innovations- und Technikbeirat
des Landes tagt
Erste Anschubfinanzierung über 1 Million Euro für Chemisch-Biotechnologisches
Prozesszentrum
01.07.2010, Magdeburg – 120
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 120/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 120/10
Magdeburg, den 30. Juni 2010
Innovations- und Technikbeirat
des Landes tagt
Erste Anschubfinanzierung über 1 Million Euro für Chemisch-Biotechnologisches
Prozesszentrum
Anlässlich der heutigen Sitzung des Innovations-
und Technikbeirats in Magdeburg ist ein Fördermittelbescheid in Höhe von
945.000 Euro an den Vertreter des Projektkonsortiums des
Chemisch-Biotechnolgischen Prozesszentrums in Leuna (CBP), Prof. Thomas Hirth, übergeben
worden.
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff: ¿Dieses
Zentrum soll einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung alternativer
Nutzungskonzepte für Biomasse in Bioraffinerien leisten und damit neue
Möglichkeiten eröffnen, um in Zukunft biologische Rohstoffe verarbeiten zu
können und nach Bedarf Öle, Fette, Cellulose, stärke- oder zuckerhaltige
Rohstoffe als Ausgangsstoffe für Produkte zu gewinnen. Die industrielle
Biotechnologie ist eine der Schlüsseltechnologien für das 21. Jahrhundert. Mit
der Umsetzung des CBP wird ein Kristallisationspunkt für die Nutzung
nachwachsender Rohstoffe an einem international relevanten Chemiestandort
entstehen, der eine starke überregionale Magnetwirkung besitzen wird. Dadurch
wird neben dem Standort Sachsen-Anhalt der Standort Deutschland insgesamt in
seiner internationalen Wettbewerbsfähigkeit signifikant gestärkt.¿
Das CBP soll von den Fraunhofer-Instituten für
Grenzflächen und Bioverfahrenstechnik sowie für Chemische Technologie errichtet
und betrieben werden. Der Aufbau beruht auf einer gemeinsamen Vereinbarung und
Finanzierungszusagen der Bundesregierung, des Landes Sachsen-Anhalt, der beiden
Fraunhofer-Institute und der InfraLeuna GmbH, der Standortbetreibergesellschaft
des Chemiestandorts Leuna. Das Investitionsvolumen für das Kernprojekt CBP
beträgt insgesamt rund 50 Mio. Euro. Das Land fördert dieses Vorhaben mit 20,1
Mio. Euro. Die jetzt übergebenen Fördermittel sind eine erste
Anschubfinanzierung für den Betrieb des CBP. Neben der Begleitung der Aufbauphase
sollen bereits im Rahmen dieser Aufbauphase Forschungsvorhaben mit industriellen
Partnern initiiert und schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist es, zeitnah
Verbundvorhaben mit industrieller Beteiligung zu realisieren.
Auf der Tagesordnung der Sitzung standen weiterhin
die Vorstellung des Entwurfs eines auf die nächsten zwei Jahre ausgerichteten
Innovationsprogramms, über das auf einer der nächsten Kabinettssitzungen
entschieden werden soll, und eine Debatte über die Perspektiven des Biopharma-Standortes
Sachsen-Anhalt.
Sachsen-Anhalt hat auf der Unternehmensseite und
mit seinen Forschungseinrichtungen ein sehr gutes Entwicklungspotenzial im Biopharma-Bereich.
Die Unternehmen sind insbesondere auch im Innovationsbereich gut aufgestellt.
Forschungseinrichtungen wie das Max-Planck-Institut für Dynamik komplexer
technischer Systeme in Magdeburg und das Institut für Pharmazie an der
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sind eine exzellente Forschungsbasis
mit Ausstrahlung weit über das Land hinaus.
Die beteiligten Akteure im Innovations- und Technikbeirat
zeigten ein erklärtes Interesse, im Bereich der biopharmazeutischen Entwicklung
und Produktion enger zusammen zu arbeiten. Ziel ist es, die Wertschöpfung von
technologischen Neuerungen im Land Sachsen-Anhalt zu stärken und auszubauen.
Hintergrund
Im Innovations- und Technikbeirat Sachsen-Anhalt,
der unter der Leitung des Innovationsbeauftragten des Landes,
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff steht, arbeiten Vertreter der
Unternehmen, Kammern, Verbände, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und
Ministerien zusammen. Ziel ist die Stärkung der Innovationskraft des Landes.
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