Auswärtige Kabinettssitzung in
Lutherstadt Eisleben/ Landkreis punktet mit Kulturlandschaft und guten
Ansiedlungsbedingungen
22.06.2010, Magdeburg – 351
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 351/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 351/10
Magdeburg, den 22. Juni 2010
Auswärtige Kabinettssitzung in
Lutherstadt Eisleben/ Landkreis punktet mit Kulturlandschaft und guten
Ansiedlungsbedingungen
Die
Landesregierung von Sachsen-Anhalt ist heute unter der Leitung von
Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer zu einer auswärtigen
Kabinettssitzung in Lutherstadt Eisleben zusammengekommen. Neben allgemeinen
Themen standen auch Regionalthemen wie die wirtschaftliche, infrastrukturelle,
kulturelle, soziale, landwirtschaftliche und umweltpolitische Entwicklung in
der Stadt und im Landkreis Mansfeld-Südharz auf der Tagesordnung. Böhmer
betonte: ¿Der Landkreis Mansfeld-Südharz besticht als einzigartige
Kulturlandschaft, wovon unter anderem die Lutherstätten zeugen. Die verkehrsgünstige
Lage und zahlreich vorhandene Ansiedlungsflächen müssen künftig der
wirtschaftlichen Entwicklung noch stärkere Impulse geben, um die im
Landesmaßstab immer noch zu hohe Arbeitslosigkeit im Kreis weiter zu senken.
Das Land hat die wirtschaftliche und infrastrukturelle Entwicklung im Landkreis
in den letzten Jahren bestmöglich gefördert und wird dies auch weiter tun.¿
Umfassende
Investitionen in Kinderbetreuung und Schulen -
Landkreis profitiert vom Konjunkturprogramm II
Mit
verschiedenen Investitionsprogrammen unterstützt das Land den qualitativen Ausbau
der Kita-Landschaft im Landkreis Mansfeld-Südharz. Derzeit werden Projekte
in einem Umfang von etwa 2,95 Mio. Euro realisiert. Dazu zählen unter anderem
Investitionen für Kindertageseinrichtungen über das Konjunkturprogramm II des
Bundes. In Oberröblingen, Eisleben und Hergisdorf werden diese Mittel für den
Neubau und die Sanierung von Kindertageseinrichtungen eingesetzt. Hier
entstehen Gesamtkosten von rund 1,95 Mio. Euro. Land und Bund übernehmen davon
etwa 1,71 Mio. Euro.
Darüber
hinaus wird ein Projekt aus EU-Mitteln kombiniert mit Bundesmitteln in Höhe von
rund 39.000 Euro finanziert. Die Kindertagesstätte ¿Schwalbenest¿ in Sylda wird
umfassend saniert. Über das Bundesprogramm zum Ausbau von Krippenplätzen fließen
etwa 960.000 Euro in die Sanierung und den Umbau von Kindertagesstätten. Dazu
gehört unter anderem die Kita ¿Schneewittchen¿ in Röblingen am See.
Zur
Sicherung der Kinderbetreuung im Landkreis wird das Land in diesem Jahr
einen Pauschalbetrag von knapp 9,4 Mio. Euro überweisen. Im Landkreis werden
7.029 Kinder von der Geburt bis zum Hortalter betreut.
Im
Schuljahr 2009/10 gibt es im Landkreis Mansfeld-Südharz insgesamt 61 Schulen
in kommunaler Trägerschaft . Davon befinden sich 9 in der Lutherstadt
Eisleben, die bis zum Ende des Schulentwicklungsplanes bis 2013/14 in ihrem
Bestand gesichert sind.
Im
Rahmen der EU-Schulbauförderung erhielten in der ersten Runde zwei Projekte
(Grundschule Helbra, Thomas-Müntzer-Grundschule Eisleben) eine Zusage. In der
zweiten Antragsrunde wurde eine Förderung für die Sekundarschule in Roßla in Aussicht
gestellt. Die Sekundarschule ist die einzig weiterführende Pflichtschule im
relativ dünn besiedelten westlichen Teil des Landkreises und als Schulstandort
für die Basisversorgung enorm wichtig. Wenn der Landkreis einen entsprechenden
Beschluss zur Veränderung des Schuleinzugsbereiches fasst, kann die endgültige
Zusage erteilt werden. Entscheidende Kriterien für die Zusage zur
Schulbauförderung waren die Prioritätenliste des Kreises und das pädagogische
Konzept der Schulen.
Reiche
Kulturlandschaft erfährt Förderung
Im
vergangenen Haushaltsjahr 2009 wurden dem Landkreis Mansfeld-Südharz zur kulturellen
Förderung rund 2,03 Mio. Euro bereit gestellt. Zudem wurden aus dem
Konjunkturprogramm II weitere Fördermittel des Bundes und des Landes vergeben.
So können die Sanierung der Remise am Schloss Mansfeld (483.900 Euro), die Sanierung
der Musikschule in Sangerhausen (519.500 Euro) sowie das Vorhaben ¿Dauerinstallation
zum Thema Taufe in der Taufkirche Martin Luther¿ (1,13 Mio. Euro) unterstützt
werden.
Ein
Vertrag zwischen dem Land und dem Theaterzweckverband sieht eine finanzielle
Förderung der Landesbühne Sachsen-Anhalt-Lutherstadt-Eisleben in Höhe von jährlich
1,27 Mio. Euro von 2009 bis 2012 vor. Damit deckt das Land mit seiner Förderung
49,4 Prozent des Gesamtetats.
Der
Schwerpunkt der kulturellen Förderung liegt in der Vorbereitung des
500-jährigen Reformationsjubiläums 2017 . Um das Gelingen dieses
Jubiläums zu gewährleisten, arbeiten bereits Politiker und Kirchenvertreter im
¿Kuratorium für das Reformationsjubiläum 2017¿ intensiv zusammen. Im Zuge der
Vorbereitungen auf das Reformationsjubiläum sind die Sanierung von Luthers
Sterbehaus in Eisleben und die Sanierung seines Elternhauses in Mansfeld
geplant.
Der
Landkreis zählt zum Touristischen Regionalverband Harz. Mit den
UNESCO-Welterbestätten Lutherstadt Eisleben und Mansfeld-Lutherstadt, der
Königspfalz Tilleda, dem Kloster St. Marien zu Helfta in der Lutherstadt Eisleben
sowie dem Europa-Rosarium in Sangerhausen verfügt der Kreis über ein reiches
kulturelles Erbe und eine hohe touristische Attraktivität. Für die Tourismusförderung
im Landkreis wurden im Zeitraum 1991 bis 31. März 2010 für 83 Vorhaben der gewerblichen Wirtschaft 28,5 Mio. Euro Zuschüsse bewilligt. In die
touristische Infrastruktur flossen für 69 Vorhaben 29,5 Mio. Euro.
Förderung
des ländlichen Raumes und die Sanierung von Altlasten
Die
Schwerpunktgebiete für die Aktivitäten der Landesregierung im Bereich des Naturschutzes
bilden die Erweiterung des Naturparks Harz um Teile des Landkreises
Mansfeld Südharz sowie die weitere Entwicklung des Biosphärenreservates
Karstlandschaft Südharz. Im Jahr 2010 soll das Verfahren zur Erweiterung des
Naturparks Harz/Sachsen-Anhalt im Gebiet des Altkreises Mansfelder Land
begonnen werden. In den vergangenen Jahren hat die Entwicklung erfolgreich
gezeigt, dass Naturparke gerade in strukturschwachen Gebieten einen wichtigen
Beitrag zur Stärkung der Region leisten können.
Die
Landesanstalt für Altlastenfreistellung steuert und refinanziert derzeit im
Landkreis Mansfeld-Südharz mehrere Einzelprojekte, darunter die Sanierung
der ehemaligen Hüttenstandorte in Eisleben, Hettstedt und Helbra als
Ökologisches Großprojekt. Bisher hat das Land Sachsen-Anhalt für alle Maßnahmen
zur Untersuchung, Sicherung und Sanierung von Altlasten im Landkreis Mansfeld-Südharz
knapp 36 Mio. Euro ausgegeben.
Auf
der Grundlage der Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung
der regionalen ländlichen Entwicklung wurden 29 Vorhaben mit einem Investitionsvolumen
von rund 1,4 Mio. Euro mit Fördermitteln (ca. 700.000 Euro) unterstützt, z.B.
Projekte der Reformationsdekade.
Zur
Verbesserung der Agrarstruktur wurden im Jahr 2009 Wege auf 7,8
Kilometern Länge mit einem Investitionsvolumen von 570.000 Euro ausgebaut. In
diesem Jahr sind sechs Kilometer Wegeausbau mit 900.000 Euro geplant.
In
der Förderperiode ab dem Jahr 2007 wurden über die Programme Dorferneuerung ,
Dorfentwicklung und Umnutzung 147 Vorhaben mit einem Fördermittelvolumen von
4,4 Mio. Euro bewilligt, den größten Anteil daran haben kommunale Vorhaben mit
83 Projekten und 3,6 Mio. ¿. Für die Jahre 2010 und 2011 liegen 102 Anträge mit
einem Fördervolumen von 5 Mio. ¿ vor.
Wirtschaft
findet günstige Ansiedlungsbedingungen, aber Arbeitslosenquote noch zu hoch
Der
Landkreis Mansfeld-Südharz verfügt über günstige Verkehrsanbindungen. Damit
weist dieser Landkreis ideale Bedingungen für die Ansiedlung von Unternehmen
auf. Ausreichend freie Flächen für Ansiedlungen bieten sowohl vorhandene Gewerbegebiete,
das in Vorbereitung befindliche neue große Industriegebiet Sangerhausen als
auch sanierte industrielle Altstandorte. Bedeutende Unternehmen im Landkreis
sind u. a. die MKM Mansfelder Kupfer- und Messing GmbH in Hettstedt mit 1.050
Beschäftigten sowie die Klemme AG in der Lutherstadt Eisleben mit 900 Beschäftigten.
Die Exportquote liegt über dem Landesdurchschnitt.
Die
Arbeitslosenquote von 16,3 Prozent im Mai 2010 liegt über dem Landesdurchschnitt
von 12,8 Prozent. Positiv ist jedoch, dass sie gegenüber dem Mai 2009 (17,8%)
mit 1,5 Prozentpunkten stärker gesunken ist, als im Landesdurchschnitt.
Seit
Beginn der Gemeinschaftsaufgabe
¿Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur¿, wurden im Rahmen der
Investitionsförderung mit Stand vom 30. April 2010 im Landkreis Mansfeld-Südharz insgesamt 581 Projekte mit einem Gesamtinvestitionsumfang von rund 1,475
Mrd. Euro mit knapp 429 Mio. Euro bezuschusst. Damit konnten 20.868 Arbeitsplätze
neu geschaffen bzw. gesichert werden.
Stadtumbau
im Landkreis ¿ Internationale Bauausstellung gibt wichtige Impulse
Der
Stadtumbau im Landkreis Mansfeld-Südharz ist in den vergangenen acht
Jahren mit rund 23,3 Millionen Euro gefördert worden. Für den Rückbau von fast
3.300 dauerhaft leer stehenden Wohnungen wurden seit dem Jahr 2002 gut zehn
Millionen und für Aufwertungsmaßnahmen 13 Millionen Euro zur Verfügung
gestellt. Allein in der Lutherstadt Eisleben ist im gleichen Zeitraum der Abriss
von knapp 430 Wohnungen mit rund anderthalb Millionen Euro gefördert worden.
Die Aufwertung des vorhandenen Wohnungsbestandes der Stadt wurde mit mehr als
fünf Millionen Euro unterstützt.
Im
Rahmen der verschiedenen Städtebauförderprogramme erhielt der Landkreis
Mansfeld-Südharz in den Jahren 1991-2009 insgesamt rund 123 Millionen Euro.
Mehr als 35 Millionen Euro davon sind in die Sanierung der Eislebener
Innenstadt (rd. 8 Mio. Euro) und des Altstadtkerns (rd. 27 Mio. Euro) geflossen.
Mit
Sangerhausen und der Lutherstadt Eisleben gehören gleich zwei Kommunen im
Landkreis zu den 19 Städten, die sich mit einem eigenen Thema an der Internationalen
Bauausstellung IBA 2010 in Sachsen-Anhalt beteiligen.
Das
Motto ¿Rating! Für lebenswerte Stadtquartiere¿ steht für einen reichen
Erfahrungsschatz der Stadt Sangerhausen im abgestimmten Handeln beim
Stadtumbau und bei der Kooperation der wesentlichen Akteure innerhalb der
Kommune. Seit 1999 stehen Wohnungseigentümer, Ver- und Entsorgungsunternehmen
sowie die Stadt vor der Herausforderung, den Mietwohnungsbestand an den
sinkenden Bedarf anzupassen. Zunehmend entwickeln Wohnungsunternehmen zusammen
mit Organisationen der Wohlfahrtspflege neue Angebote und Produkte, um das
Leben in den Stadtquartieren für ältere Menschen leichter und für jüngere
Familien mit Kindern interessanter und vielfältiger zu gestalten. Darüber
hinaus fördern sie bürgerschaftliche Projekte, die die Entwicklung lebenswerter
Stadtquartiere unterstützen.
Die
Lutherstadt Eisleben setzt mit dem IBA-Thema ¿Gemeinschaftswerk
Lutherstadtumbau¿ auf ihre Profilierung unter der ¿Visitenkarte Altstadt¿.
Dabei werden die beiden hochkarätigen Denkmale Eislebens (Geburts- und
Sterbehaus von Martin Luther) zu Ankerpunkten des Stadtumbaukonzeptes. Rückgrat
dieses Konzeptes ist der Aufbau einer qualifizierten touristischen
Infrastruktur, die das Leben und Wirken Martin Luthers für ein internationales
Publikum erlebbar macht. Dazu gehören baulich-räumliche Projekte sowie
künstlerische Inszenierungen und die Entwicklung eines touristischen
Managements und einer Gastkultur, die sich insbesondere auch auf internationale
Besucher einstellen. Im Mittelpunkt aller Maßnahmen steht der sorgfältige
Umgang mit den UNESCO-Welterbestätten und der Altstadt.
Maßnahmen
zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
Mit
einem Investitionsvolumen von rund 15 Mio. Euro und einer Streckenlänge von
mehr als acht Kilometern gehört der Neubau der B180-Ortsumfahrung Aschersleben
(Süd)-Quenstedt zu den wichtigsten Vorhaben in der Region. Der Entwurf der
Trasse ist dem Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Mai
dieses Jahres zur Prüfung und Bestätigung übergeben worden.
Der
kommunale Straßenbau im Landkreis Mansfeld-Südharz wird in diesem Jahr mit rund
2,7 Mio. Euro gefördert. Insgesamt sollen 22 Vorhaben fortgeführt (9) und begonnen
(13) werden. Herausragende Vorhaben sind die Zentrumsumgehung von Eisleben
(Gesamtkosten rd. 3,6 Mio. ¿) und in Hettstedt der Zubringer zur Ortsumgehung
im Zuge der B180 (rd. 2,5 Mio. ¿).
Impressum:
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