Saatguternte in den Wäldern
Sachsen-Anhalts mit Rekordergebnis
11.06.2010, Halle (Saale) – 68
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 068/10
Landesverwaltungsamt -
Pressemitteilung Nr.: 068/10
Halle (Saale), den 11. Juni 2010
Saatguternte in den Wäldern
Sachsen-Anhalts mit Rekordergebnis
Mit fast 90 000 kg Saatgut hat die Saatguternte in den
Wäldern Sachsen-Anhalts in der vergangenen Erntesaison (Juli 2009 ¿ April 2010)
ein Rekordergebnis erzielt. Da dem Saatgut seine Abstammung äußerlich nicht
anzusehen ist, ist es für die Sicherung einer hohen Qualität beim
¿Waldnachwuchs¿ wichtig, dass das forstliche Saat- und Pflanzgut ausschließlich
in zugelassenen Saatgutbeständen geerntet und wird und die Aufbereitung und
Lagerung sachgerecht erfolgt. Als obere Forstbehörde ist das
Landesverwaltungsamt Kontrollstelle für forstliches Vermehrungsgut.
Bei der kürzlich abgeschlossenen Erntesaison nahmen die
Laubbaumarten mit 59 % den größten Anteil an der Erntemenge ein. Die Eiche ist
mit fast 40 000 kg Erntegut absoluter Spitzenreiter, gefolgt von der Buche mit
13 314 kg.
Hervorzuheben bei den Nadelbäumen ist der wachsende Anteil
von Arten wie Douglasie, Küstentanne, Europäische Lärche u. a., die im Zuge der
Klimadiskussion eine ¿waldbauliche Renaissance¿ erleben und einen Beitrag zum
Aufbau gemischter und strukturierter Wälder leisten können.
Die Baumarten Douglasie (16 375 kg) und die Küstentanne (2
042 kg) haben einen erheblichen Anteil am Ernteaufkommen in der Baumartengruppe
der sonstigen Nadelbaumarten. Besonders erfreulich ist bei der Baumart
Douglasie ein ausgewogenes Ernteaufkommen in den für Sachsen-Anhalt vier
relevanten Herkunftsgebieten einschließlich der Höhenlagen, was bei der
Nachzucht für das regional geeignete Material sorgt.
Mit der Saatguternte, der Saatgutaufbereitung und mit der
Anzucht in Forstpflanzenbetrieben wird der Grundstein für neue Waldgenerationen
gelegt und ein Beitrag im Zuge des Klimaschutzes geleistet.
Nach den einzelnen Baumartengruppen verteilt sich die
Erntemenge so:
Saatgutversorgung
nach Baumartengruppen
Baumartengruppe
Rohsaatgut [kg]
Kiefer
7 349
Fichte
5 296
sonst.
Nadelbaumarten
23 766
Eiche
38 843
Buche
13 314
Hartlaubbaumarten
1 052
Weichlaubbaumarten
254
Summe
89 874
Mit dem vorliegenden hervorragenden Ernteergebnis sind
insgesamt eine Entspannung des Pflanzenmarktes und eine Verbesserung der
Bedarfsdeckung für den Bereich des Landes Sachsen-Anhalt verbunden. Außerdem
konnte die Reservehaltung für das Land stabilisiert werden, um bei zukünftig
großflächigen abiotischen und biotischen Schadereignissen, wie sie die Wälder
des Bundeslandes Sachsen-Anhalt in den letzten Jahren mehrfach heimgesucht
haben, ausreichendes Pflanzenmaterial bereitstellen zu können. Dabei leistet
die ¿Landesdarre Annaburg¿ für die Aufbereitung des Rohsaatgutes, die
Vermarktung bis hin zur Reservehaltung für das Land einen erheblichen Beitrag.
Doch nicht nur bei der Beseitigung von Sturmschäden ist
geeignetes, ausreichend verfügbares Pflanzmaterial notwendig. Die Klimafunktion
der Wälder ist in jüngster Zeit verstärkt ins Interesse von Wissenschaftlern
und Öffentlichkeit gerückt. Dabei steht die von Wäldern eingebundene
Kohlenstoffmenge im Vordergrund. Über den Prozess der Photosynthese entziehen
Pflanzen beim Aufbau ihrer Biomasse der Atmosphäre Kohlendioxid, das nach
Absterben durch mikrobielle Umwandlung wieder in die Atmosphäre abgegeben wird.
Ein Teil wird dabei mitunter über lange Zeiträume im Boden gespeichert. Da bei
Bäumen die Zeitspanne zwischen Biomasseaufbau und Absterben besonders lang ist
(bis zu mehrere Jahrhunderte) und Waldböden der mittleren und nördlichen
Breiten einen besonders hohen Gehalt an organischer Substanz haben, spielen
Waldökosysteme im Kohlenstoffhaushalt der Erde als Speicher eine wesentliche
Rolle.
Aufgrund dieser Funktionen können Wälder einer Erhöhung
des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre und einer Verstärkung des Treibhauseffektes
entgegen wirken.
Der drohende Klimawandel wird auch an Waldökosystemen
unserer Breiten nicht spurlos vorbeigehen. Mit Veränderungen der
Jahresmitteltemperaturen und der Niederschlagsmengen, insbesondere in der
Vegetationszeit, werden sich langfristig auch Waldökosysteme in ihrer
Baumartenzusammensetzung und in ihren Waldaufbaustrukturen von den heutigen
Wäldern unterscheiden. Für die in langen Zeiträumen produzierende
Forstwirtschaft stellen Ausmaß und Geschwindigkeit des erwarteten Klimawandels
eine besondere Herausforderung dar.
In Sachsen-Anhalt wird in allen Waldbesitzarten eine
Vielzahl von waldbaulichen Maßnahmen umgesetzt, die den Aufbau stabiler und
gemischter Wälder fördern, um eine Risikominimierung und -verteilung zu
erreichen. Schwerpunkt dabei bildet der bereits seit einigen Jahren
eingeleitete Waldumbau und die Beteiligung von bisher zu wenig beachteten
Waldbaumarten.
Zugelassener
Saatgutbestand der Baumart ¿Große Küstentanne¿
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