30. Bundeskonferenz der Regierungspräsidenten,
Präsidentinnen und Präsidenten der Mittelbehörden Deutschlands in Dessau-Roßlau
10.06.2010, Halle (Saale) – 59
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 059/10
Landesverwaltungsamt -
Pressemitteilung Nr.: 059/10
Halle (Saale), den 17. Mai 2010
30. Bundeskonferenz der Regierungspräsidenten,
Präsidentinnen und Präsidenten der Mittelbehörden Deutschlands in Dessau-Roßlau
Umweltzonen, Amokpräventionskonzepte und
die Finanzsituation der deutschen Kommunen sind Kernthemen des diesjährigen
Treffens
22 Leiter von Mittelbehörden aus ganz Deutschland tagen
seit gestern in Dessau-Roßlau. Insgesamt werden 11 Themenschwerpunkte während
des dreitägigen Treffens abgearbeitet. Neben der Problematik der Ansiedlung von
großflächigem Einzelhandel werden die Leiter der Regierungspräsidien und
Landesverwaltungsämter u. a. über die Glücksspielaufsicht, die Umsetzung der
EU-Wasserrahmenrichtlinie, Amoklagen und Amokprävention an Schulen und die
jeweiligen Erfahrungen hinsichtlich der bereits in vielen deutschen Großstädten
eingerichteten Umweltzonen diskutieren.
So wurden in der Baden-Württembergischen Landeshauptstadt
Stuttgart 2005 Umweltzonen eingerichtet. Trotzdem wurden weiterhin
Grenzwertüberschreitungen bei Feinstaub und Stickstoffdioxid festgestellt, so
dass das Regierungspräsidium Stuttgart per Gerichtsbeschluss aufgefordert
wurde, weitere Maßnahmen zur Einhaltung der Grenzwerte anzuordnen. Aus diesem
Grund besteht beispielsweise seit März 2010 ein LKW ¿ Durchfahrverbot für
Stuttgart.
¿Auch andere Städte in Deutschland sind mit dieser
Problematik konfrontiert. In Sachsen-Anhalt wird derzeit für Magdeburg und
Halle die Einführung einer Umweltzone diskutiert. Wir erwarten mit Spannung den
Erfahrungsbericht unseres Stuttgarter Amtskollegen und hoffen alle, von den
Erkenntnissen für unsere Arbeit partizipieren zu können¿, so der diesjährige
Gastgeber der Bundeskonferenz und Präsident des Landesverwaltungsamtes
Sachsen-Anhalts, Thomas Leimbach.
Die Mittelbehörden Deutschlands, also die Behörden
zwischen Regierung und Kommunen, nehmen in ihren jeweiligen Bundesländern
ähnliche bis gleiche Aufgaben wahr. Um diese Situation positiv zu nutzen, in
einen Erfahrungsaustausch zu treten, verschiedene Arbeitsansätze zu diskutieren
und Synergien zu erarbeiten, treffen sich die Vertreter der Mittelbehörden
einmal im Jahr.
Ein weiteres spannendes und in der Öffentlichkeit sehr
präsentes Thema, das beim diesjährigen Treffen in Dessau-Roßlau diskutiert
wird, ist der sehr vielschichtige Komplex der Amokprävention. Morgen werden die
Behördenchefs ihre jeweiligen Konzepte vorstellen und vergleichen. Auch hier
steht der Gedanke der synergetischen Arbeit der Mittelbehörden Deutschlands im
Vordergrund.
Dies gilt in gleicher Weise für den Bereich der
Kommunalfinanzen, welcher heute Morgen diskutiert wurde. Nach wie vor ist die
angespannte bis besorgniserregende Haushaltssituation der Kommunen
deutschlandweit ein zentrales Thema für die Kommunalaufsichten der
Mittelbehörden. So mussten und müssen sich die Aufsichtsbehörden
deutschlandweit auf eine weiter steigende Verschuldung ihrer Kommunen
einstellen. Während in den vergangenen Jahren bis 2008 die Schulden trotz
gestiegener Steuereinnahmen zu langsam abgebaut wurden, sorgen 2010 und
wahrscheinlich auch in den kommenden Jahren die Einbrüche bei den
Steuereinahmen für wieder steigende Schulden. Damit schränken die Kommunen ihre
Handlungsfähigkeit so stark ein, dass vielerorts schmerzhafte Einschnitte bei
den freiwilligen Aufgaben unumgänglich sind. (Siehe Statistik im Anhang).
¿Wir suchen nach den besten Lösungsansätzen zur
Problembewältigung. Unsere Aufgabenbreite verpflichtet uns geradezu, Konzepte
und bereits gewonnene Erfahrungen weiterzugeben, sie als Diskussionsgrundlage
einander zur Verfügung zu stellen, um diese für die eigene Arbeit nutzbar zu
machen.¿, erläutert Leimbach.
Neben diesen thematischen Schwergewichten werden die
Behördenchefs auch einen Einblick in Sachsen-Anhalts Weltkulturerbereichtum
erhalten. Nachdem die 22 Verwaltungsexperten am gestrigen Nachmittag das
Bauhaus und die Meisterhäuser besuchten, schließt sich am heutigen Tag nach dem
Konferenzteil ein Besuch im Biosphärenreservat Mittelelbe und im Dessau-Wörlitzer
Gartenreich an.
Im nächsten Jahr wird das Treffen der Präsidentinnen und
Präsidenten der deutschen Mittelbehörden in Thüringen stattfinden.
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