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Ministerpräsident Böhmer: Der
säkulare Staat bedarf eines ethischen Fundaments

04.06.2010, Magdeburg – 302

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 302/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 302/10

 

 

 

Magdeburg, den 5. Juni 2010

 

 

 

Ministerpräsident Böhmer: Der

säkulare Staat bedarf eines ethischen Fundaments

 

 

 

¿Gerade der säkulare Staat bedarf eines ethischen

Fundaments. Er ist auf moralische Ressourcen angewiesen. Je größer der ethische

Konsens einer Gesellschaft ist, umso weniger Gesetze sind notwendig. Nur kann

der säkulare Staat selbst diese Werte und Bindungskräfte nicht hervorbringen.

Sie müssen diskursiv ermittelt werden. Das Christentum kann in diesem Diskurs

eine wichtige Rolle spielen.¿ Das sagte Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang

Böhmer heute in Magdeburg. Dort nahm er am Festakt ¿Zukunftsvisionen für ein

christliches Europa¿ anlässlich des Norbert-Treffens teil.

 

In seiner Begrüßungsansprache hob der Ministerpräsident

hervor: ¿Bestimmte Werte sind nicht aus ihrem christlich-abendländischen Kontext,

aus ihrer Kontinuität zu lösen. In einem demokratischen und freiheitlichen Rechtstaat

kann nicht alles gleich gültig sein, sonst wäre alles gleichgültig.

Weltanschauliche Neutralität bedeutet nicht Wertfreiheit oder Wertneutralität.

Unser Staatswesen ist eingebettet in die christlich-abendländische Tradition.

Das Religiöse ist nicht ausschließlich privat. Die Diskussion über Identitäten,

die uns prägen, muss öffentlich geführt werden. Welche Werte eine Gesellschaft

verbinden und welche Werte für sie verbindlich sind, ist für deren Zusammenhalt

von größter Bedeutung.¿

 

Böhmer betonte mit Blick auf die weitere Entwicklung der

Europäischen Union: ¿Eine ökonomische Grundlegung allein reicht auf Dauer nicht

aus. Die aktuelle Krise und die Diskussionen um die Hilfen für Griechenland

zeigen deren Brüchigkeit. Menschenwürde, Freiheit, Solidarität, Demokratie und

Rechtsstaatlichkeit  verstehen sich nicht von selbst. Sie sind zwar

grundlegende Identifikationsfaktoren Europas, aber sie bleiben blass, wenn sich

für diese Werte nicht immer wieder aufs Neue ein moralisches Bewusstsein

bildet.¿

 

 

 

Hintergrund

 

Das Norbert-Treffen bildet den Abschluss des Norbertjahres

2009/2010. Mit dem Norbertjahr

gedenken das Bistum Magdeburg und der Prämonstratenser-Orden des Heiligen

Norbert von Xanten, dessen Todestag sich am 6. Juni 2009 zum 875. Mal gejährt

hatte. Zum

Norbert-Treffen, das vom 5. bis 6. Juni 2010 in Magdeburg stattfindet, wurden

laut Veranstalter bundesweit alle Träger des Namens Norbert und

Persönlichkeiten, die sich den Zielen und Idealen des Heiligen Norbert

verbunden fühlen, eingeladen. Norbert von Xanten wurde um 1080 in Gennep in der

heutigen niederländischen Provinz Limburg geboren. 1121 gründete er im

französischen Prémontré den Prämonstratenser-Orden, der sich rasch in ganz

Europa ausbreitete. 1126 wurde Norbert zum Erzbischof von Magdeburg ernannt.

1582 wurde er heilig gesprochen.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes

Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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