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Ministerpräsident Böhmer:
Nationalsozialismus war die radikalste Bankrotterklärung der Menschlichkeit

28.05.2010, Magdeburg – 283

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 283/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 283/10

 

 

 

Magdeburg, den 30. Mai 2010

 

 

 

Ministerpräsident Böhmer:

Nationalsozialismus war die radikalste Bankrotterklärung der Menschlichkeit

 

 

 

¿Wir gedenken heute der mehr als 500 Toten des Lagers

Zöschen. Wir gedenken der 1.500 in Zöschen inhaftierten Zwangsarbeiter aus ganz

Europa. Der Nationalsozialismus war die radikalste Bankrotterklärung der

Menschlichkeit. Für die Opfer und deren Angehörige kann und für die heute in

Deutschland lebenden Generationen darf es keinen Schlussstrich geben.¿ Das

sagte Ministerpräsident Prof. Dr. Wolfgang Böhmer heute in Zöschen. Dort nahm

er auf Einladung des Heimat- und Geschichtsvereins Zöschen an der Gedenkfeier

anlässlich der Befreiung des so genannten Arbeitserziehungslagers Zöschen vor

65 Jahren teil.

 

In seiner Gedenkrede würdigte der Ministerpräsident die

Arbeit des Heimat- und Geschichtsvereins: ¿Auf der Landkarte des

nationalsozialistischen Terrors ist Zöschen eines von mehreren tausend Lagern

in ganz Europa. Der Terror war allgegenwärtig. Die Geschichte des Nationalsozialismus

ist die Geschichte seiner Lager. Nicht alle sind im öffentlichen Bewusstsein

präsent. Umso wichtiger ist das Engagement lokaler und regionaler Initiativen.

Der Heimat- und Geschichtsverein Zöschen leistet mit seiner Arbeit einen

wichtigen Beitrag zur Aufarbeitung der Geschichte und zur Völkerverständigung.¿

 

Böhmer wies auch auf die Einzigartigkeit der

nationalsozialistischen Verbrechen hin und mahnte zur Wachsamkeit: ¿Nie zuvor

in der Geschichte erreichte die Versklavung und Tötung von Menschen eine solche

Systematik wie unter den Nazis. Ihre Verbrechen waren singulär. Doch täuschen

wir uns nicht: Was einmal möglich war, bleibt denkbar. Dass unsere

Vergangenheit nicht zu unserer Zukunft wird, bleibt ein unbedingter moralischer

Imperativ!¿

 

 

 

Hintergrund

 

Das Arbeitserziehungslager Zöschen wurde zwischen August

und September 1944 von holländischen Zwangsarbeitern aufgebaut. Bis zur Befreiung

durch amerikanische Streitkräfte im April 1945 wurden hier mindestens 1.500

Zwangsarbeiter aus ganz Europa in inhaftiert. 517 von ihnen überlebten die Torturen

nicht.

 

Der Heimat- und Geschichtsverein Zöschen (Saalekreis)

wurde 1993 gegründet. Ihm gehören zurzeit 28 Mitglieder an. Seine wichtigste

Aufgabe ist die Aufarbeitung der Geschichte des Arbeitserziehungslagers Zöschen.

In den kommenden Jahren ist unter anderem der Bau eines Informations- und

Dokumentationszentrums geplant, das an das Schicksal der im Lager Zöschen

inhaftierten Zwangsarbeiter erinnern soll.

 

 

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei des Landes

Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

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