Fördermittel für den Naturschutz
10.06.2010, Halle (Saale) – 60
- Landesverwaltungsamt
Landesverwaltungsamt - Pressemitteilung Nr.: 060/10
Landesverwaltungsamt -
Pressemitteilung Nr.: 060/10
Halle (Saale), den 28. Mai 2010
Fördermittel für den Naturschutz
ELER- Naturschutzförderung - eine
Erfolgsbilanz
Das Landesverwaltungsamt mit seinem Referat Naturschutz,
Landschaftspflege hat seit Beginn der ELER-Naturschutzförderung im Oktober 2008
bis zum März 2010 Naturschutzprojekte mit insgesamt über 11 Mio. Euro gefördert.
Ein Schwerpunkt dieser Förderung ist das europäische
Schutzgebietssystem ¿Natura 2000¿. Knapp 5,9 Mio. Euro der Fördermittel erhielt
das Landesamt für Umweltschutz, das damit hauptsächlich Kartierungsarbeiten für
NATURA 2000 Schutzgüter durchführen und Managementpläne für SPA (Vogelschutz)-
und FFH (Flora-Fauna-Habitat-Schutz)- Gebiete erarbeiten lässt.
Mehr als 5,3 Mio. Euro konnten externen Antragsstellern
wie Landkreisen, Gemeinden, Vereinen- und Verbänden, Universitäten und
Hochschulen für Naturschutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt werden. Allein 1,7
Mio. Euro davon wurden für die Pflege wertvoller Offenlandlebensräume durch
Beweidung, Mahd oder Entbuschung aufgewendet. Vor allem Trockenrasen, Halbtrockenrasen,
Heiden und Bergwiesen wurden mit Hilfe dieser Gelder freigestellt, um den
Lebensraum der lichtbedürftigen, konkurrenzschwachen Pflanzenarten und der an
diese Biotope gebundenen Tierarten zu erhalten. Gleichzeitig konnten damit
Vorkommen seltener Ackerwildkräuter oder der Sandsilberscharte in ihrem Bestand
gestärkt werden.
Die Erarbeitung von Pflegekonzepten für NATURA
2000-Gebiete, aber auch die Erfassung seltener schutzbedürftiger Arten, wie dem
Rotmilan, oder die wissenschaftliche Begleitung der Umsetzung praktischer
Maßnahmen wurden mit 2 Mio. Euro gefördert. In diesem Rahmen finden u. a. ein
Monitoring des Bibers und diverse Beweidungsprojekte mit Ziegen und
Robustrassen (Koniks, Heckrinder) statt, werden durch die Einbringung
artenreichen Mahdgutes artenarme Grünländer aufgewertet, landwirtschaftliche Flächen
speziell für die seltene Großtrappe bewirtschaftet oder invasive Neophyten in Auwäldern
beseitigt.
Mit ca. 800.000 Euro wurden Studien, Konzepte und
wissenschaftliche Untersuchungen gefördert, die auf die Entwicklung wertvoller
Lebensräume abzielen. Hierzu zählen wissenschaftliche Untersuchungen im
Grünland, Konzeptionen zum Wasserrückhalt und zur Wiedervernässung.
Für die Pflege von Obstgehölzen, die Nachpflanzung von
Gehölzen oder den Schnitt von Kopfweiden wurden über 60.000 Euro bewilligt.
Im Bereich Artenschutz konnten mit über 600.000 Euro
Projekte gefördert werden. Für den Schutz seltener und gefährdeter Vogelarten
wie der Wiesenweihe und dem Wachtelkönig, oder die Erfassungen holzbewohnender
Käfer wurden über 450.000 Euro ausgegeben. Für die Sanierung von
Fledermausquartieren und den Umbau von Trafotürmen für den Artenschutz (z.B.
für die Schleiereule) konnten ca. 160.000 Euro zur Verfügung gestellt werden.
Im Wert von über 1 Mio. Euro wurden Maßnahmen an Gewässern
wie Entschlammung, Altarmanbindung, Bau von Grabennischen und Flachwasserzonen
gefördert, die eine Verbesserung der Gewässergüte und des Lebensraums für
Fische, Libellen, Muscheln und Wasserpflanzen nach sich ziehen.
Hintergrund:
Das Landesverwaltungsamt fördert landesweit Projekte des
Naturschutzes und der Landschaftspflege. Den Schwerpunkt dieser Förderung
bildet das europäische Schutzgebietssystem ¿Natura 2000¿; aber auch die Pflege
und Entwicklung von anderen Flächen mit hohem Naturwert kann gefördert werden.
Für wertverbessernde Maßnahmen in Natura 2000-Räumen sind Zuschüsse bis zu 100
% der Projekt-Ausgaben möglich.
Die
Förderung erfolgt unter Beteiligung des Europäischen Landwirtschaftsfonds für
die Entwicklung des ländlichen Raumes (¿ELER¿), der 75 % der Ausgaben
übernimmt. Die restlichen 25 % trägt das Land Sachsen-Anhalt. Die Förderung aus
diesen Mitteln ist bis einschließlich 2013 möglich. Insgesamt stehen in diesem
Zeitraum rund 30 Mio. Euro für Projekte zur Verfügung.
Interessierte
können sich zur Naturschutz-Projektförderung auf der Internetseite des Landesverwaltungsamtes
(www.lvwa.sachsen-anhalt.de/naturschutz)
informieren und dort Formulare und Hinweise herunterladen.
Impressum:
Landesverwaltungsamt
Pressestelle
Ernst-Kamieth-Straße 2
06112 Halle (Saale)
Tel: +49 345 514 1246
Fax: +49 345 514 1477
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