Finanzminister Bullerjahn: Wir
müssen unsere Konsolidierungsmaßnahmen für den Landeshaushalt noch verstärken /
Vorgezogene Schuldenbremse
11.05.2010, Magdeburg – 254
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 254/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 254/10
Magdeburg, den 11. Mai 2010
Finanzminister Bullerjahn: Wir
müssen unsere Konsolidierungsmaßnahmen für den Landeshaushalt noch verstärken /
Vorgezogene Schuldenbremse
In der heutigen Kabinettssitzung informierte
Finanzminister Jens Bullerjahn über die Ergebnisse der Mai-Steuerschätzung. Danach
liegt das Gesamtsteueraufkommen für Bund, Länder und Gemeinden um rund 39
Milliarden Euro unter dem Niveau der Schätzungen aus dem vergangenen Jahr. Für
die Länder sind Mindereinnahmen von rund 11 Milliarden Euro zu erwarten.
Für das Land Sachsen-Anhalt bedeutet das Ergebnis der
Steuerschätzung konkret, dass abweichend vom beschlossenen Haushaltsplan im
Jahr 2010 mit Mindereinnahmen von 14 Millionen Euro und für das Jahr 2011 mit
164 Millionen weniger Steuereinnahmen gerechnet werden muss. Für die Jahre 2012
ergeben sich 151 Millionen Euro weniger, für 2013 sind es 169 Millionen Euro
und im Jahr 2014 werden 175 Millionen Euro Steuermindereinnahmen prognostiziert.
Für den Gesamtzeitraum 2010 bis 2014 würden dem Land demnach rund 670 Millionen
Euro an Steuereinnahmen fehlen.
Vor diesem Hintergrund machte Minister Bullerjahn noch
einmal deutlich, dass er für weitere Steuersenkungen derzeit keinen Spielraum
sieht. ¿Steuerausfälle in einer derartigen Dimension stellen uns vor besondere
Herausforderung. Wir werden unsere Vorsorgemaßnahmen und Konsolidierungsanstrengungen
noch verstärken müssen, um derart gravierende Einnahmeverluste verkraften zu
können¿, erklärte Bullerjahn weiterhin.
In diesem Zusammenhang erläuterte der Minister sein
Vorhaben, zur weiteren Konsolidierung des Landeshaushaltes die sogenannte
Schuldenbremse bereits mit dem Haushaltsjahres 2013 über eine Änderung der
Landeshaushaltsordnung wirksam werden zu lassen. Sachsen-Anhalt würde damit als
bisher einziges Bundesland die vom Bund ursprünglich vorgesehene Übergangsfrist
bis 2019 erheblich verkürzen. ¿Wir machen diesen Schritt nicht etwa, weil wir
besonders vorbildlich sein wollen, sondern weil uns die mittel- und
langfristigen Entwicklungen der finanzpolitischen Spielräume dazu zwingen. Wenn
wir nicht wie andere Bundesländer unsere Handlungsfähigkeit verlieren wollen,
müssen wir jetzt unsere Konsolidierungsanstrengungen verstärken. Eine vorgezogene
Schuldenbremse ist dazu ein wirksames Mittel¿, so Bullerjahn wörtlich.
Vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Finanz- und
Wirtschaftskrise will Finanzminister Bullerjahn aber auch die in dieser
Legislaturperiode geschaffenen Vorsorgeelemente, wie die
Steuerschwankungsreserve, den Pensionsfonds, die Zukunftsstiftung und nicht
zuletzt das Personalentwicklungskonzept weiter ausbauen und damit auch
zukünftig den Kurs ¿Konsolidieren, vorsorgen, investieren¿ weiter verfolgen.
Ergänzt werden sollen die Vorsorgeelemente durch ein
Leitbild für die zukünftige Entwicklung des Landes, das im Rahmen der
Finanzpolitischen Dialoge derzeit landesweit in allen Regionen intensiv
diskutiert wird und noch in diesem Jahr zum Abschluss gebracht werden soll.¿So
schaffen wir die Grundlage für zukünftige Entscheidungen der Landesregierung
und definieren Schwerpunkte für die weitere Entwicklung unseres Landes. Dies
ist ein weiteres Instrument, um neue finanzpolitische Handlungsmöglichkeiten zu
erarbeiten¿, so Bullerjahn weiter.
Der Minister informierte das Kabinett auch über den
bisherigen Haushaltsvollzug 2010. Sollte die Entwicklung im Jahresverlauf in
ähnlicher Weise verlaufen wie im Vorjahr, dann zeichnet sich ab, dass die ursprünglich
geplante Nettokreditaufnahme von 739,2 Millionen Euro nicht in vollem Umfang in
Anspruch genommen werden muss.
¿Dieses erfreuliche Ergebnis ist ganz sicher auf die
Haushaltssperre zurückzuführen und hilft uns bei der Bewältigung der noch
vorhandenen Haushaltsrisiken in erheblichem Umfang weiter. Auch diese
erfreuliche Entwicklung trägt letztlich zur Haushaltskonsolidierung bei¿, so
Bullerjahn abschließend.
Impressum:
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Pressestelle
Hegelstraße 42
39104 Magdeburg
Tel: (0391) 567-6666
Fax: (0391) 567-6667
Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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