Landesregierung legt Schwerpunkte
ihrer europäischen Aktivitäten für 2010 fest / Kabinettssitzung mit dem
Ständigen Vertreter Deutschlands bei der EU
04.05.2010, Magdeburg – 231
- Staatskanzlei und Ministerium für Kultur
Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 231/10
Staatskanzlei - Pressemitteilung
Nr.: 231/10
Magdeburg, den 4. Mai 2010
Landesregierung legt Schwerpunkte
ihrer europäischen Aktivitäten für 2010 fest / Kabinettssitzung mit dem
Ständigen Vertreter Deutschlands bei der EU
Die
Landesregierung hat sich in ihrer heutigen Sitzung, an der der Ständige
Vertreter der Bundesrepublik Deutschland bei der Europäischen Union,
Botschafter Dr. Edmund Duckwitz, teilnahm, mit den Schwerpunkten ihrer
europäischen Aktivitäten für das Jahr 2010 befasst und den jährlich gegenüber
dem Landtag abzugebenden vorausschauenden Bericht beschlossen.
Staats-
und Europaminister Robra stellte fest, dass das Inkrafttreten des Vertrags von
Lissabon die Mitsprache- und Kontrollrechte der europäischen Länder und Regionen
deutlich gestärkt habe. Diese neuen Rechte müssten nun genutzt werden, damit
Sachsen-Anhalt seine Interessen gegenüber der Europäischen Union und dem Bund
noch besser vertreten könne. Beispielhaft nannte der Chef der Staatskanzlei
die
Begleitung der europäischen Klima- und Energiepolitik,
die
Mitwirkung des Landes an der Ausgestaltung der neuen langfristigen Strategie
der EU ¿Europa 2020¿,
die
Weiterentwicklung des europäischen Binnenmarktes,
die
Stärkung des Dienstleistungspotentials und der industriellen Grundlagen Europas
sowie
die
Bewältigung des demografischen Wandels.
Insbesondere
wies Robra darauf hin, dass der Vertrag von Lissabon den Bürgerinnen und
Bürgern neue Möglichkeiten einräume, an der Gestaltung europäischer Politik
mitzuwirken. Über diese Mitwirkungsmöglichkeiten werde die Landesregierung im
Rahmen ihrer europapolitischen Öffentlichkeitsarbeit verstärkt informieren, so
etwa im Rahmen der noch bis zum 10. Mai stattfindenden jährlichen Europawoche.
Der
konkrete Nutzen der europäischen Integration für Sachsen-Anhalt zeige sich auch
an der Einbindung des Landes in die EU-Regionalpolitik. Hier sei 2010 ein
wichtiges Jahr, in dem erste Weichen für die Zukunft gestellt werden: ¿Im Jahr
2010 wird die Halbzeit der bis 2013 dauernden Förderperiode erreicht. Dies
bietet uns Gelegenheit, über den Einsatz der Sachsen-Anhalt im Zeitraum 2007
bis 2013 aus den europäischen Strukturfonds und dem europäischen
Landwirtschaftsfonds zufließenden Mittel - insgesamt 3,5 Mrd. EUR ¿ Bilanz zu
ziehen, dort, wo es nötig ist, nachzujustieren und für einen zügigen und
effizienten Einsatz der Mittel zu sorgen. Gleichzeitig können wir die
Erkenntnisse aus der Halbzeitbilanz nutzen, um Vorschläge für die Ausgestaltung
der europäischen Strukturpolitik nach 2013 zu erarbeiten, damit sich das Land
auch weiterhin in der europäischen Debatte für angemessene und gerechte
Übergangsregelungen für die 2013 aus der Höchstförderung ausscheidenden Regionen
Ostdeutschlands einsetzen kann¿, betonte der Europaminister.
Neben
der Beschlussfassung über die Schwerpunkte ihrer europäischen Aktivitäten
nutzte die Landesregierung die Anwesenheit des Ständigen Vertreters für einen
Meinungsaustausch zu aktuellen Themen der Europapolitik.
Staats-
und Europaminister Rainer Robra stellte dazu fest, dass Europa im ersten Jahr
nach dem Inkrafttreten des Vertrages von Lissabon vor einer Reihe von
Bewährungsproben stehe. Mit einer neugebildeten Kommission, einem Parlament,
das sich noch am Beginn seiner Amtszeit befinde, sowie neuen Funktionen und
Entscheidungsmechanismen müsse Europa den Beweis antreten, dass die EU mit dem
Lissabon-Vertrag handlungsfähiger nach innen und außen sowie transparenter und
demokratischer für die Unionsbürgerinnen und ¿bürger geworden sei. Zugleich
stelle die Bewältigung der Folgen der Wirtschafts- und Finanzkrise eine enorme
Herausforderung für Europa dar. Die Wirtschafts- und Währungsunion stehe ¿
nicht nur wegen Griechenland - vor einer ernsten Belastungsprobe. Dieser
Umstand erfordere die Mitarbeit aller Beteiligten, wenn man zu tragfähigen
Lösungen gelangen wolle.
Mit
der Teilnahme von Botschafter Dr. Duckwitz an der Kabinettssitzung setzt die
Landesregierung eine Tradition fort, die 2003 mit dem Besuch seines
Amtsvorgängers begonnen hatte und 2006 bei einer auswärtigen Tagung des
Landeskabinetts in Brüssel weitergeführt wurde.
Impressum:
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Tel: (0391) 567-6666
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staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de
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