Minister Haseloff begrüßt
bundesweiten Start der Bürgerarbeit:
"Neues Bundesprogramm aktiv nutzen - Land unterstützt zusätzlich mit 12
Millionen Euro"
03.05.2010, Magdeburg – 71
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 071/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 071/10
Magdeburg, den 29. April 2010
Minister Haseloff begrüßt
bundesweiten Start der Bürgerarbeit:
"Neues Bundesprogramm aktiv nutzen - Land unterstützt zusätzlich mit 12
Millionen Euro"
Sachsen-Anhalts Wirtschafts- und
Arbeitsminister Dr. Reiner Haseloff begrüßt den bundesweiten Start des
arbeitsmarktpolitischen Instruments ¿Bürgerarbeit¿. ¿Ich freue mich sehr, dass
es gelungen ist, dieses in Sachsen-Anhalt entwickelte und erfolgreich erprobte
Projekt bundesweit auszudehnen. Es fußt auf der Idee, Arbeit statt
Arbeitslosigkeit zu finanzieren. Wir müssen bei der Bekämpfung der
Arbeitslosigkeit neue Wege gehen und neue Erfahrungen sammeln. Bei der
¿Bürgerarbeit¿ profitieren alle Beteiligten, weil der Grundsatz des ¿Förderns
und Forderns¿ gut ausbalanciert ist.¿ Das sagte Haseloff heute in Magdeburg.
Der Minister informierte darüber, dass das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales ein sogenanntes
Interessenbekundungsverfahren zur Durchführung von Modellprojekten
¿Bürgerarbeit¿ im aktuellen Bundesanzeiger (Nr. 66 vom 30. April 2010) veröffentlicht
habe. Die Grundsicherungsträger (Arbeitsgemeinschaften, ARGen, oder zugelassene
kommunale Träger) könnten sich ab sofort in einem Wettbewerbsverfahren um die
Durchführung entsprechender Bürgerarbeitsprojekte bewerben.
Das Modellprojekt ¿Bürgerarbeit¿ setzt sich zusammen
aus den vier Stufen:
·
Beratung / Standortbestimmung,
·
Vermittlungsaktivitäten,
·
Qualifizierung / Förderung und
·
der eigentlichen ¿Bürgerarbeit¿
(sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Bereich von zusätzlicher und im
öffentlichen Interesse liegender Arbeit).
Der Bund sieht eine zwingende Aktivierungsphase
(das sind die ersten drei Stufen) von sechs Monaten vor. Erst danach kann die
¿Bürgerarbeit¿ beginnen. Die Konzepte sollen bis zum 27. Mai 2010 erarbeitet
und eingereicht werden, die Auswahl durch externe Experten und das
Bundesministerium für Arbeit und Soziales erfolgt bis zum 30. Juni 2010. Die
Aktivierungsphase im Rahmen der ¿Bürgerarbeit¿ ist vom 1. Juli bis 31. Dezember
2010 vorgesehen. Die Durchführung der dreijährigen Beschäftigungsphase der
Bürgerarbeiter kann frühestens am 1. Januar 2011 erfolgen und soll längstens
bis zum 31. Dezember 2014 dauern.
Der Bund fördert die eigentliche ¿Bürgerarbeit¿ aus
Bundesmitteln und Mitteln des Bundes aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) mit
einem zeitlichen Umfang von 30-Wochenstunden und einem Arbeitnehmerbrutto von 900
Euro monatlich. Alternativ können auch Beschäftigungen mit 20 Wochenstunden und
einem Arbeitnehmerbrutto von 600 Euro monatlich angeboten werden.
Haseloff kündigte an, dass das Land Sachsen-Anhalt
die Grundsicherungsträger in der Aktivierungsphase (Stufen 1 bis 3) finanziell mit
rund 12 Millionen Euro unterstützen werde. ¿Wir haben hierfür bereits Gelder aus
dem Landes-ESF vorgesehen.¿ Er rief die kommunalen Träger und ARGen dazu auf,
das neue Programm des Bundes aktiv zu nutzen.
Zum Hintergrund:
Das von der Landesregierung
Sachsen-Anhalt und der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der
Bundesagentur für Arbeit gemeinsam konzipierte Projekt ¿Bürgerarbeit¿ wurde
erstmals Mitte 2006 in Bad Schmiedeberg gestartet. Sachsen-Anhalt hatte damit
Pilotfunktion und führte das Konzept kontinuierlich fort.
An insgesamt sechs Modellstandorten wurden
in einem mehrstufigen Verfahren konsequent alle Arbeitslosen aktiviert. Erst
nachdem geförderte und eigene Aktivitäten nicht zum Ziel einer regulären
Beschäftigungsaufnahme führten, wurde den Arbeitslosen eine gemeinnützige,
sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorgeschlagen.
Die Ergebnisse übertrafen alle
Erwartungen. Die Arbeitslosigkeit konnte teilweise um 50 bis 60 Prozent gesenkt
werden. Es zeigte sich, dass es auch für Langzeitarbeitslose genügend Stellen
im Non-Profit-Bereich gibt, die eine sinnvolle Tätigkeit ermöglichen, etwa bei
der Betreuung älterer und behinderter Menschen, in der offenen Kinder- und
Jugendarbeit oder im Umwelt- und Naturschutz. Dabei wurde darauf geachtet, dass
¿Bürgerarbeit¿ keine regulären Beschäftigungsverhältnisse ersetzt und die
regionale Wirtschaft nicht beeinträchtigt wird.
Insgesamt gab es in Sachsen-Anhalt zu
Beginn der Bürgerarbeit rund 520 Beschäftigungsstellen. Aktuell sind es 387
Stellen an den Modellstandorten Bad Schmiedeberg (47), Barleben (40), Gerbstedt
(110), Kelbra (100), Magdeburg (10) und Hecklingen (80).
Minister Haseloff war als Vertreter der
Landesregierung Sachsen-Anhalts Mitglied in der Arbeitsgruppe ¿Arbeit und
Soziales¿ der Koalitionsparteien der Bundesregierung und hatte dort das Projekt
"Bürgerarbeit" vorgestellt und dafür geworben, es deutschlandweit
einzuführen. Auf seine Initiative wurde es in den Koalitionsvertrag der
Bundesregierungsparteien aufgenommen und jetzt entsprechend administrativ umgesetzt.
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