Bullerjahn: FDP will Steuerlast
allein auf Bürgerinnen und Bürger abwälzen
22.04.2010, Magdeburg – 7
- Ministerium der Finanzen
Ministerium der Finanzen - Pressemitteilung Nr.: 07/10
Ministerium der Finanzen -
Pressemitteilung Nr.: 07/10
Magdeburg, den 22. April 2010
Bullerjahn: FDP will Steuerlast
allein auf Bürgerinnen und Bürger abwälzen
Mit ihren Vorstellungen zur Gemeindefinanzreform, die am kommenden Wochenende
auf dem Bundesparteitag in Köln zur Entscheidung anstehen, bestätigt die FDP
erneut ihre Rolle als Klientelpartei.
Wie von den Wirtschaftverbänden gefordert ist geplant, die Gewerbesteuer
abzuschaffen. Zum Ausgleich sollen die Kommunen die Möglichkeit erhalten,
eigene gemeindliche Hebesätze bei der Lohn- und Einkommensteuer festlegen zu
können.
Im Klartext bedeutet das: Weitere Lasten werden von der Wirtschaft auf
die Bürgerinnen und Bürger abgewälzt. Die Lohn- und Einkommensteuerzahler
müssten dann zukünftig allein für die gemeindliche Finanzierung aufkommen.
Das FDP-Konzept hätte aber auch zur Folge, dass z.B. ¿reiche¿ Umlandgemeinden
vor den Toren großer Städte mit geringeren Hebesätzen bei der Lohn- und
Einkommensteuer auskommen können, während die Städte zu Aufrechterhaltung ihrer
Infrastrukturen, die in erheblichen Umfang von den umliegenden Gemeinden genutzt
werden, höhere Lohn- oder Einkommensteuersätze erheben müssten. Die dann zu
erwartende zusätzliche Stadtflucht von Gutverdienern würde die ohnehin schon
problematische Stadt/Umland - Situation weiter verschärfen.
¿Was hier geplant wird hat mit gesamtgesellschaftlicher Verantwortung
nun überhaupt nichts mehr zu tun. Die FDP bedient wiederum nur Teilinteressen,
Arbeitnehmer und Kommunen sollen die Benachteiligten sein. Gleichzeitig treibt
sie die Gemeinden in einen unsinnigen Konkurrenzkampf bei dem es am Ende nur
Verlierer geben kann¿, kritisierte Finanzminister Bullerjahn die FDP-Pläne.
Richtig ist, dass die kommunalen Einnahmen im Jahr 2009 bundesweit um
etwa 3,6 Milliarden Euro auf 171,3 Milliarden Euro zurückgegangen sind. Dabei
war ein erheblicher Einbruch bei den Gewerbesteuereinnahmen zu verzeichnen.
¿Das ist jedoch kein Grund die Gewerbesteuer abzuschaffen, sie muss
stattdessen modernisiert und somit krisenfester gemacht werden. Die Vorschläge
der kommunalen Spitzenverbände bilden dafür eine gute Grundlage. Das ist der
richtige Weg, um die Kommunalfinanzen auch nachhaltig und langfristig auf
vernünftige Füße zu stellen. Wir werden uns deshalb an der Erarbeitung eines
trägfähigen Gemeindefinanzierungskonzeptes beteiligen und können nur hoffen,
dass die FDP endlich wieder zu ihrer Verantwortung für die
gesamtgesellschaftliche Entwicklung zurückfindet¿, erklärte Bullerjahn
abschließend.
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