Menu
menu

Klimawandel: Landesregierung
beschließt Anpassungsstrategie

13.04.2010, Magdeburg – 178

  • Staatskanzlei und Ministerium für Kultur

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung Nr.: 178/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Staatskanzlei - Pressemitteilung

Nr.: 178/10

 

 

 

Magdeburg, den 13. April 2010

 

 

 

Klimawandel: Landesregierung

beschließt Anpassungsstrategie

 

Die

Landesregierung hat heute die Strategie des Landes zur Anpassung an den

Klimawandel zusammen mit dem dazugehörigen Aktionsplan beschlossen.

 

Die

Vorschläge aus der Anhörung von Mitte September 2009 bis Mitte November 2009

sowie die vom Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK) im Dezember 2009

vorgelegte Vulnerabilitätsstudie sind eingearbeitet worden. Umweltminister Dr.

Hermann Onko Aeikens sagte: ¿Wir werden uns auf Veränderungen des Klimas

einstellen müssen. Ob es die Landwirtschaft ist oder der Tourismus, in vielen

Bereichen  muss die Klimaveränderung berücksichtigt werden. Die jetzt beschlossene 

Anpassungsstrategie ist das Fundament dafür.¿ 

 

Die

Klimaprojektionen des PIK und des Landesamtes für Umweltschutz zeigten, dass

trotz einer erfolgreichen Klimaschutzpolitik weitere Klimaveränderungen

eintreten, die das Leben jedes einzelnen Menschen und auch viele

wirtschaftliche Tätigkeiten beeinflussen.

 

Die

Landesregierung hat vor drei Jahren mit der Arbeitsgruppe ¿Anpassung an den

Klimawandel in Sachsen-Anhalt¿ ein Gremium geschaffen, das sich mit diesen

Fragestellungen befasst und nun die Anpassungsstrategie für Sachsen-Anhalt und

einen dazugehörigen Aktionsplan vorgelegt hat. Beide Dokumente hat das Kabinett

heute bestätigt und gleichzeitig die Arbeitsgruppe gebeten, die Umsetzung der

Strategie zu begleiten und dazu regelmäßige Berichte herauszugeben.

 

Sowohl

die Anpassungsstrategie wie auch der Aktionsplan sind Dokumente, die regelmäßig

mit den neuesten Erkenntnissen und auch den schon erreichten

Anpassungsfortschritten aktualisiert werden sollen. Die nächste Überarbeitung

soll in drei Jahren erfolgen.

 

Auf

der Internetseite www.klimawandel.sachsen-anhalt.de kann sich

die Öffentlichkeit informieren. Sie steht offen, um Anregungen und Kommentare

zur Anpassungsstrategie und zum dazugehörigen Aktionsplan auch weiterhin online

abzugeben.

 

Die

Anpassungsstrategie stellt in den ersten Kapiteln die Zusammenhänge des

Klimawandels dar und stellt die bereits vorhandenen Dokumente auf EU-Ebene und

auf Bundesebene vor. Sie untersucht die Auswirkungen des Klimawandels in 16

Sektoren: Gesundheit, Wasser, Boden, Landwirtschaft, Weinbau, Forstwirtschaft,

Fischerei, Naturschutz, Makro- und Mikroökonomie, Tourismus, Energiewirtschaft,

Landes- und Regionalplanung, Bauwesen/Gebäudetechnik, Verkehr, Katastrophenschutz

und Ernährungsvorsorge. Darüber hinaus werden die Wechselwirkungen und mögliche

Konkurrenzen von Anpassungsmaßnahmen aus verschiedenen Sektoren beleuchtet.

 

Der

Aktionsplan beinhaltet Anpassungsmaßnahmen, die vom Land selbst in Angriff

genommen werden. Dazu gehören unter anderem die Anpassung des

Hochwasserschutzes an die veränderte Gefährdungslage, die Entwicklung von

Frühwarnsystemen gegen Hitzewellen, Anreize für Forschungsaktivitäten in vielen

Bereichen und die Integration des Wissens um das Klima im Bereich der

Bildung. Die Erarbeitung der Kommunikationsstrategie hat begonnen und als

erster Baustein wird eine Forschungsarbeit der Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg in diesem Jahr fertig gestellt werden.

 

Aeikens

plädierte dafür, die Veränderung des Klimas nicht nur als Bedrohung, sondern

auch als Chance für positive Veränderungen zu sehen. ¿Landnutzer¿ wie

beispielsweise die Land- und Forstwirte, hätten bereits mit Anpassungsmaßnahmen

begonnen. So setzen moderne Methoden der Bodenbearbeitung weniger Kohlenstoff

aus dem Boden frei und halten das Wasser länger im Boden. Sorten mit einer

höheren Trockentoleranz verkraften auch niedrigere Niederschläge.

 

Aeikens:

¿Wir müssen rechtzeitig beginnen, nach Wegen zur Anpassung zu suchen. Das

wollen wir unaufgeregt und seriös tun.¿

 

Ein

schon jetzt augenfälliges Beispiel ist der Tourismus in den Mittelgebirgen.

Fallen die Niederschläge im Winter häufiger als Regen, wandert die

Schneefallgrenze in höhere Regionen. Aeikens: ¿In den Wintersportgebieten muss

über die Entwicklung des Tourismus nachgedacht werden. Harzer Verkehrsverband

und die Harz AG entwickeln mit Unterstützung des Landes Alternativangebote für

die Wintersaison. Es sind Anpassungsstrategien zu entwickeln.¿

 

Sachsen-Anhalt

ist das erste Bundesland, das die Anpassungsstrategie und den Aktionsplan in

einer öffentlichen Anhörung mit den Betroffenen diskutiert.

 

Generell

rechnen Wissenschaftler mit einer Zunahme der Niederschläge im Winter und einer

Abnahme im Sommer. Im Harz werden die Niederschläge generell zunehmen. Im

Vergleich zum deutschen Durchschnitt weist Sachsen-Anhalt bereits heute

deutlich geringere jährliche Niederschläge auf. Auch wird die

Durchschnittstemperatur voraussichtlich ansteigen. Aeikens sieht hierin

neue Herausforderungen für viele Bereiche: ¿Land- und Forstwirtschaft, der

Weinbau, Hochwasser- und Naturschutz müssen sich auf neue Bedingungen

einstellen.¿

 

 

 

Impressum:

 

Staatskanzlei

des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail:

staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de

 

 

 

 

 

 

 

Impressum:

Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt

Pressestelle

Hegelstraße 42

39104 Magdeburg

Tel: (0391) 567-6666

Fax: (0391) 567-6667

Mail: staatskanzlei@stk.sachsen-anhalt.de