Finanzminister Bullerjahn und
Wirtschaftsminister Dr. Haseloff beim Finanzpolitischen Dialog am 22. März
2010 in Brehna
Neue Finanzpolitische Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsförderung
23.03.2010, Magdeburg – 43
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 043/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 043/10
Magdeburg, den 22. März 2010
Finanzminister Bullerjahn und
Wirtschaftsminister Dr. Haseloff beim Finanzpolitischen Dialog am 22. März
2010 in Brehna
Neue Finanzpolitische Rahmenbedingungen für die Wirtschaftsförderung
Die finanzpolitische Planung unseres Landes muss
sich noch stärker als bisher auf die Auswirkungen der Wirtschafts- und
Finanzkrise einstellen. Dazu gehört, dass die knapper werdenden Finanzmittel
gezielt dort eingesetzt werden, wo die Entwicklung des Landes besonders
nachhaltig vorangebracht werden kann. Deshalb ist es notwendig, sich auf
Leitziele für ein zukunftsfähiges und attraktives Sachsen-Anhalt zu
verständigen. Leitziele als Orientierung für politische Entscheidungen der
Landesregierung in den nächsten Jahren.
Leistungsfähige Unternehmen und wirtschaftliches
Wachstum sind dabei in jedem Fall ein unverzichtbares Fundament. Die
Wirtschafts- und Innovationsförderung steht deshalb auch ganz oben auf der
Agenda der Landesregierung. Und: Sie muss auch unter Konsolidierungsbedingungen
ausreichend und solide ausfinanziert werden.
Konkret bedeutet dies: Um zu einer ausgewogenen
Balance zwischen wirkungsvollen Anreizen für Investitionen und Innovationen auf
der einen Seite und einem knappem Budget auf der anderen Seite zu kommen,
müssen wir die Instrumente der Wirtschaftsförderung weiterentwickeln. Dazu
gehören vor allem eine Konzentration auf Schwerpunkte, eine Optimierung der
Programme und die stärkere Nutzung von neuen Finanzierungslösungen.
¿Nachhaltige Lösungen und Leitziele entstehen nicht
am ¿grünen Tisch¿. Sie müssen in einem breiten landesweiten Diskussionsprozess
erarbeitet werden. Genau das ist Ziel des von mir initiieren Finanzpolitischen
Dialogs¿, erklärte Finanzminister Jens Bullerjahn zum Hintergrund des
für das Jahr 2010 geplanten Dialogprozesses.
Auch aus Sicht von Wirtschafts-
und Arbeitsminister Dr. Reiner Haseloff erfordern der demografische Wandel
sowie der Rückgang der Transferzahlungen aus dem Solidarpakt und den
EU-Strukturfonds strategische Neujustierungen in Wirtschaftspolitik und
Wirtschaftsförderung: ¿Neue Wege im Bereich der Unternehmensfinanzierung
mittelständischer Firmen haben wir bereits mit dem ¿KMU-Darlehensfonds¿ für
kleine und mittlere Unternehmen beschritten. Anstelle verlorener Zuschüsse wird
nun aus Rückflüssen von Darlehen und Beteiligungen ein Fondsvermögen aufgebaut,
um auch in Zeiten knapper werdender öffentlicher Kassen die Finanzierung von
Förderdarlehen für den Mittelstand leisten zu können.¿ Damit habe das Land
frühzeitig auf den absehbaren Rückgang der Fördermittel aus den
EU-Strukturfonds reagiert. Haseloff: ¿Gleichzeitig setzen wir uns jetzt
konsequent für eine Übergangslösung in den ostdeutschen Ländern ein.
Schließlich müssen wir die Entwicklung innovativer Technologien und die
wirtschaftsnahe Forschung auch nach 2013 noch kräftig unterstützen.¿
Eine weitere Herausforderung sei die
bis 2013 degressiv auslaufende Investitionszulage. ¿Derzeit kann dies noch über
die GRW-Förderung ausgeglichen werden. Mittelfristig müssen aber entweder die
Fördersätze reduziert oder Förderausschlüsse festgesetzt werden. Wichtig ist,
dass wir dies nicht im Alleingang entscheiden, da andernfalls ein Subventionswettlauf
zwischen den neuen Ländern droht¿, betonte der Minister.
Haseloff will in den kommenden Jahren
besonderes Augenmerk auf die Stärkung von Forschung und Entwicklung (FuE)
legen. Er informierte darüber, dass derzeit ein gemeinsames Eckpunktepapier mit
den Ländern Thüringen und Sachsen erarbeitet wird, um Forschung und Entwicklung
mittelständischer Unternehmen in strukturschwachen Gebieten stärker als bisher
steuerlich zu fördern. Schon aktuell habe man die Anstrengungen auf diesem
Gebiet erheblich verstärkt. Im Doppelhaushalt 2010/2011 seien die
FuE-Fördermittel mehr als verdoppelt worden. Haseloff: ¿Forschung und
Entwicklung sind entscheidend, um im internationalen Wettbewerb zu bestehen.
Deshalb fördern wir mit fast 110 Millionen Euro aus Landes- und
EU-Strukturfondsmitteln den Aufbau gleich dreier wirtschaftsnaher
Forschungsinstitute, welche die Innovationstätigkeit in zukunftsorientierten
Bereichen wie Automobilität, chemisch-biotechnologischer Prozesstechnik und
Photovoltaik unterstützen werden.¿
Wirtschaftspolitik sei aber mehr als
das Ausreichen von Fördermitteln und müsse als Querschnittsaufgabe verstanden
werden. Das habe sich auch ganz deutlich während des ¿Wirtschaftspolitischen
Dialogs¿ gezeigt. In den Gesprächsrunden mit Unternehmern, Kammern sowie
Sozial- und Tarifpartnern in mehreren Städten des Landes seien immer wieder die
Themen ¿Schule und Ausbildung¿ sowie ¿Fachkräftesicherung¿ thematisiert worden.
Haseloff: ¿Eines unserer größten Pfunde bei der Investorenwerbung ist unsere gute
Facharbeiterschaft. Damit das auch künftig so bleibt, müssen wir alles daran
setzen, die Zahl der Schulabbrecher zu verringern und die Berufsorientierung zu
verbessern.¿
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