Unglück von Nachterstedt bislang
nicht lückenlos aufklärbar:
Haseloff fordert von LMBV Erkundungskonzept und kündigt Überbrückungsfonds für
Firmen an
01.02.2010, Magdeburg – 19
- Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung
Ministerium für Wirtschaft und Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 019/10
Ministerium für Wirtschaft und
Arbeit - Pressemitteilung Nr.: 019/10
Magdeburg, den 1. Februar 2010
Unglück von Nachterstedt bislang
nicht lückenlos aufklärbar:
Haseloff fordert von LMBV Erkundungskonzept und kündigt Überbrückungsfonds für
Firmen an
¿Nach den jetzt vorliegenden ersten gutachterlichen
Ergebnissen ist das Unglück von Nachterstedt bisher nicht lückenlos aufklärbar.
Die komplizierten bergbaulichen und
geologischen Einflussfaktoren lassen noch keine belastbare Einschränkung auf
die möglichen Schadensursachen zu.
Weitere Untersuchungen und Erkundungsbohrungen sind offensichtlich zwingend.
Die Ursachenermittlung wird damit länger dauern, als wir gehofft haben und auch
teurer werden.¿
Das sagte heute Sachsen-Anhalts
Wirtschaftsminister Dr. Reiner Haseloff auf einer gemeinsamen Pressekonferenz
mit dem vom Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) beauftragten Gutachter,
Dr. Michael Clostermann, in Magdeburg, auf der der Zwischenstand der
Ursachenermittlung des Unglücks von Nachterstedt vorgestellt wurde.
Der Minister unterstrich, dass bei allen technischen Maßnahmen die Bergung der
Verschütteten besondere Priorität haben müsse.
Darüber hinaus müsse die bergrechtlich
verantwortliche Bundesgesellschaft Lausitzer- und Mitteldeutsche
Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) schnell ein genehmigungsfähiges Konzept
zur lückenlosen Erkundung der Unglücksursachen vorlegen . Haseloff: ¿Die
noch ausstehenden Bohrungen sowie Feld- und Laboruntersuchungen müssen umgehend
in Angriff genommen werden.¿
Ein darauf aufbauendes Sanierungskonzept der
LMBV sollte zum Ziel haben, die touristische Nutzung wieder zu ermöglichen, um
mittel- und langfristige Perspektiven sicher zu stellen.
Der Minister: ¿Wenn sich die abschließende
Ursachenermittlung länger als erwartet hinzieht, können wir die Firmen, die
durch den Erdrutsch in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung betroffen sind, nicht
mit den Folgen dieser Katastrophe allein lassen. Wir werden ihnen helfen, eine
neue wirtschaftliche Existenzgrundlage zu entwickeln. Dazu wollen wir einen Überbrückungsfonds
für von dem Unglück direkt und indirekt betroffene Firmen einrichten.
Entsprechende Verhandlungen mit der LMBV und dem Bundesfinanzministerium habe
ich bereits aufgenommen.¿
Haseloff ging auch auf Fragen zur weiteren
Förderung der touristischen Infrastruktur in Nachterstedt ein. ¿Die
derzeitigen Gutachterergebnisse lassen eine Förderung der unmittelbar am See
liegenden touristischen Ziele derzeit leider nicht zu. Die Gutachter verordnen
uns hier ein Moratorium bis 2011. Grundsätzlich halten wir aber an dem Ziel der
touristischen Nutzung fest. Alles, was außerhalb des Gefährdungsbereichs liegt,
ist touristisch nutzbar und wird von der landeseigenen Investitions- und
Marketinggesellschaft intensiv beworben sowie vom Land gefördert.¿
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